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Patronat verreißt Erklärung des Premiers: "Das ist die reinste Abzocke"
Politik 26.04.2016

Patronat verreißt Erklärung des Premiers: "Das ist die reinste Abzocke"

Jean-Jacques Rommes, Administrateur délégué des Unternehmerverbandes UEL, gibt der Regierung Kontra.

Patronat verreißt Erklärung des Premiers: "Das ist die reinste Abzocke"

Jean-Jacques Rommes, Administrateur délégué des Unternehmerverbandes UEL, gibt der Regierung Kontra.
Foto: Tania Bettega
Politik 26.04.2016

Patronat verreißt Erklärung des Premiers: "Das ist die reinste Abzocke"

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Äußerst heftig kommentieren die Patronatsvertreter die Erklärung von Premierminister Xavier Bettel zur Lage der Nation. Die UEL fühlt sich beim neuen Gesetz zur Arbeitszeitorganisation hinters Licht geführt.

(BB) - "Wir sind äußerst unzufrieden. Wir wurden hinters Licht geführt", bringt es Patronatsvertreter Jean-Jacques Rommes auf den Punkt. Nach der Erklärung von Premierminister Xavier Bettel sind die Patronatsvertreter recht aufgebracht. Die Empörung betrifft besonders die Reform der Arbeitszeiten, welche die Regierung nach gescheiterten Verhandlungen nun im Alleingang bestimmt hat.

Am gemeinsamen Verhandlungstisch mit Minister Nicolas Schmit und den Gewerkschaften hatte der Unternehmerverband UEL mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung in den Betrieben gefordert. Die Patronatsvertreter hatten sich dabei für eine Verlängerung der Referenzperioden von einem auf vier Monate ausgesprochen - allerdings nicht um jeden Preis. Und keinesfalls, wenn es mit einer weiteren Urlaubswoche, so wie es die Gewerkschaft OGBL verlangte, einhergehen sollte.

Ein Kompromiss blieb aus. Nun hat die Regierung entschieden. Premierminister Xavier Bettel kündigte in seiner Erklärung an: "Die Referenzperiode wird künftig auf vier Monate ausgeweitet. Als Ausgleich erhalten die Arbeitnehmer von Betrieben, die auf längere Zeiten zurückgreifen, zwischen anderthalb und 3,5 zusätzliche Urlaubstage.

Aus Sicht der Betriebe wäre das der ungünstigste Fall. Auf Twitter ließ die Antwort von Patronatsvertretern nicht lange auf sich warten:

"Wir sind in höchstem Maße frustriert. Das was wir nicht wollten, wir uns jetzt per Gesetz auferlegt. Wenn die vier Monate samt Gegenleistungen zur Norm werden, ist der Streit in den Betrieben vorprogrammiert", erklärt der Administrateur délégué der UEL, Jean-Jacques Rommes.

Anders als die Regierung behaupte, hätten die Betriebe gar keine Wahl. Mehr Flexibilität sei für die guten Arbeitsabläufe unumgänglich, mehr Urlaubstage würden die Organisation aber wiederum erschweren. Das stellte Jean-Jacques Rommes auch in den sozialen Medien im Austausch mit Ministerin Corinne Cahen klar:

Betrug am Bürger

Doch nicht nur die Reform des Pan-Gesetzes schürt den Unmut der Patronatsvertreter. Die gesamte Rede des Premierministers beruhe auf irreführenden Darstellungen, so Jean-Jacques Rommes. Die vielen Versprechen und Maßnahmen seien nur bezahlbar, wenn sich die Bevölkerung in den nächsten 30 Jahren auf 1,2 Millionen Einwohner verdoppele.

"Wenn die Regierung jetzt prassen will, dann sollte sie auch sagen, was Sache ist. Die Leute werden hier getäuscht. Das ist schon ein starkes Stück", gibt Jean-Jacques Rommes zu bedenken. Zu behaupten, dass es mittelfristig kein Problem im Staatshaushalt geben werden, sei so denn "die reinste Abzocke".




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