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Patientenvertretung fordert Qualitätswegweiser
Politik 05.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Neues Spitalgesetz

Patientenvertretung fordert Qualitätswegweiser

Am Beispiel des Projekts "Weiße Liste" spricht sich die Patientevertriedung für einen Wegweiser mit Fallzahlen und Erfolgsquoten von medizinischen Leistungen in Luxemburg aus.
Neues Spitalgesetz

Patientenvertretung fordert Qualitätswegweiser

Am Beispiel des Projekts "Weiße Liste" spricht sich die Patientevertriedung für einen Wegweiser mit Fallzahlen und Erfolgsquoten von medizinischen Leistungen in Luxemburg aus.
Foto: Shutterstock
Politik 05.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Neues Spitalgesetz

Patientenvertretung fordert Qualitätswegweiser

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Am neuen Spitalgesetz haben nicht nur die Ärzte etwas auszusetzen. Auch die Patientevertriedung drängt auf mehr Qualität. Allerdings mit ganz anderen Erwartungen.

(BB) - Die Ärzte laufen Sturm gegen das neue Spitalgesetz. Ende November hatten Mediziner vor der Eingangshalle des Kirchberg-Krankenhauses in einem "Flashmob" ihren Unmut ausgedrückt und einen Eingriff in ihre therapeutische Freiheit moniert. Auch die Patientevertriedung hat einiges am neuen Gesetzestext von Ministerin Lydia Mutsch auszusetzen. In Sachen Qualität sieht die Vereinigung allerdings vor allem die Ärzte und Spitäler in der Pflicht, mehr Antworten zu liefern.

Luxemburg solle sich einen Wegweiser für Pflegeleistungen und Erfolgsquoten geben, meinte die Patientevertriedung am Montag. Am Beispiel des deutschen Projekts "Weiße Liste" sollten chirurgische Eingriffe und Behandlungen erfasst und bewertet werden, so Michèle Wennmacher der Patientenberatungsstelle. "Die Leute sollen wissen, wo gute Arbeit geleistet wird", sagt sie.

Fallzahlen, Erfolge, und Risikoanalysen sollten auch verstärkt in der Carte sanitaire dargelegt werden, so die Patientevertriedung weiter. Mehr Qualität gewähre man durch mehr Transparenz.

"Kein Vetorecht für Ärzte"

Klare Vorstellungen hat die Vereinigung beim Vorhaben, die Ärzte in den Entscheidungsgremien der Krankenhäuser verstärkt einzubinden. Die Mitsprache solle eine beratende Rolle sein. "Ein Vetorecht kommt nicht in Frage", so Präsident René Pizzaferri. Er warnt vor einem Machtspiel, das zu Lasten der Patienten ausgetragen werden könnte.

Die Patientenvertriedung möchte denn auch selbst einen Vertreter in die ständigen Gremien des Gesundheitssektors entsenden können, um die Rechte der Patienten zu gewährleisten.




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