Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Parlamentarische Anfrage: Die Rolle der Großherzogin
Politik 02.08.2019

Parlamentarische Anfrage: Die Rolle der Großherzogin

Großherzogin Maria Teresa bei einem Interview über sexuelle Gewalt.

Parlamentarische Anfrage: Die Rolle der Großherzogin

Großherzogin Maria Teresa bei einem Interview über sexuelle Gewalt.
Foto: Guy Wolff
Politik 02.08.2019

Parlamentarische Anfrage: Die Rolle der Großherzogin

Nicolas RUPPERT
Nicolas RUPPERT
Fernand Kartheiser (ADR) hinterfragt in einer parlamentarischen Anfrage die vermeintlich politische Rolle der Großherzogin in der Öffentlichkeit. Der Premierminister hat nun dazu Stellung genommen.

Welche Rolle darf die Großherzogin in der Öffentlichkeit einnehmen, vor allem auf politische Veranstaltungen bezogen? Das erklärt Premierminister Xavier Bettel in seiner Antwort auf die Fragen des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser. 

Grund für die parlamentarische Frage war laut dem Antragssteller, Fernand Kartheiser von der ADR, die Information, dass die Großherzogin von einer “feministischen Organisation” gebeten wurde, an einer "Veranstaltung mit politischem Charakter” teilzunehmen und die Schirmherrschaft dieser Veranstaltung zu übernehmen. 

Laut dem Initiator der parlamentarischen Anfrage, wäre der Inhalt dieser Veranstaltung “männerfeindlich” und würde Vorurteile stützen, wie etwa, dass Männer stets als Täter und Frauen nur als Opfer inszeniert würden. Von der umgekehrten Konstellation, dass der Mann also Opfer und die Frau Täter sei, ist zum Ärger Fernand Kartheisers, nicht die Rede.

Die Reaktion des Premierministers

Premierminister Xavier Bettel betont im offiziellen Antwortschreiben, dass es nicht die Rolle der Großherzogin sei, die Schirmherrschaft für politisch motivierte Veranstaltungen zu übernehmen. Jedoch erklärt er zusätzlich, dass “die Veranstaltung um die es geht, nämlich die Orange Week, keine politische Veranstaltung ist, sondern eine Veranstaltung, deren Ziel es ist, auf die Gewalt gegen Frauen hinzuweisen”. 


ARCHIV - 07.06.2016, Berlin: ILLUSTRATION -  Die Arme eines Mannes (r) halten mit Gewalt die Arme einer Frau fest. Bei Tötungsdelikten spüren die Ermittler den Täter oft im familiären Umfeld auf. Weltweit wurden im Jahr 2017 rund 87.000 Frauen getötet. Eine UN-Studie hat erschreckende Details. (zu dpa "UN: 87.000 Frauen als Opfer tödlicher Gewalt - Oft Partner als Täter") Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
UN-Studie: 87.000 Frauen als Opfer tödlicher Gewalt
Bei Tötungsdelikten spüren die Ermittler den Täter oft im familiären Umfeld auf. Weltweit wurden im Jahr 2017 rund 87.000 Frauen getötet. Eine UN-Studie hat erschreckende Details.

Gewalt gegen Frauen ist zum Bedauern des Premierministers, national wie international, noch immer weit verbreitet. Demnach ist es keine politische Angelegenheit, sondern vielmehr eine Frage “universeller Menschlichkeit und elementarer Menschenrechte”. Die Gefahr der Politisierung der Großherzogin sei somit nicht gegeben.

Außerdem trägt die Großherzogin ihren Titel bei offiziellen wie auch bei privaten Anlässen. Eine zeitlich begrenzte Ablegung ihres Titels sei nicht vorgesehen. Der Status ihres Titels ist gesetzlich nicht ausführlich geregelt und ergibt sich daher vor allem aus dem Gewohnheitsrecht.


Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.