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Parlament stimmt für Elternurlaub-Reform
Politik 2 Min. 11.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Mehr Flexibilität per Gesetz

Parlament stimmt für Elternurlaub-Reform

Die Familien werden mit dem neuen Elternurlaub flexible Auszeiten erhalten können. Vorausgesetzt der Arbeitgeber stimmt zu.
Mehr Flexibilität per Gesetz

Parlament stimmt für Elternurlaub-Reform

Die Familien werden mit dem neuen Elternurlaub flexible Auszeiten erhalten können. Vorausgesetzt der Arbeitgeber stimmt zu.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 11.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Mehr Flexibilität per Gesetz

Parlament stimmt für Elternurlaub-Reform

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Das Parlament hat am Dienstag mit Stimmen von Blau-Rot-Grün, ADR und Déi Lénk die Reform des Elternurlaubs verabschiedet. Die flexiblen Elternzeiten sollen am 1. Dezember in Kraft treten.

(BB/CBu) - Das Parlament hat am Dienstag die Reform des Elternurlaubs verabschiedet. Für die Reform stimmten 37 Parlamentarier, also neben den drei Mehrheitsparteien auch die Abgeordneten von ADR und Déi Lénk. Die CSV-Fraktion enthielt sich.

Was die Eltern erwartet, wenn der Text im Dezember in Kraft treten soll, gibt es hier im Überblick. Dabei beinhaltet der neue Elternurlaub nicht nur Neuerungen sondern auch einige Sonderklauseln.

Stichwort flexibel

Die Elternteile können künftig zwischen zwei Modellen in Vollzeit und mehreren flexiblen Varianten entscheiden. Zur Auswahl stehen entweder:

  • vier oder sechs Monate in Vollzeit;
  • acht oder zwölf Monate in Teilzeit;
  • ein Tag Elternzeit pro Woche und das während 20 Monaten;
  • vier einzelne Monate Elternzeit innerhalb von 20 Monaten.

Allerdings: Die flexiblen Modelle bedingen das vorherige Einverständnis des Arbeitgebers. Die Modelle in Teilzeit und mit einzelnen Zeitspannen können demnach vom Arbeitgeber abgelehnt werden. Bei einem Vollzeit-Elternurlaub muss der Chef hingegen den Antrag gewähren.

Sollte ein kleines Unternehmen z. B. mit vielen Elternzeiten oder betriebsbedingten Engpässen konfrontiert sein, kann es ausnahmsweise den Beginn eines zweiten Elternurlaubs um ein paar Monate aufschieben.

Höhere Entschädigungen

Die Eltern werden fortan ein Ersatzeinkommen (revenu de remplacement) und keine feste Pauschale mehr bekommen. Konkret sind es:

  • mindestens 1 922 Euro, was dem Mindestlohn entspricht;
  • maximal sind es bis 3 200 Euro monatlich.

Allerdings: Das neue Elterngeld gilt als Ersatzeinkommen für eine Vollzeitbeschäftigung. Folglich sind die genannten Zahlen Bruttobeträge, die noch steuer- und sozialversicherungspflichtig sind.

Zu beachten ist ebenfalls, dass sich das Ersatzeinkommen für einen Teilzeitjob am geringeren Einkommen für diese reduzierte Arbeitszeit orientiert. Als Ausgangsbasis für die Berechnung des Elterngelds wird jeweils das durchschnittliche, für die Rentenbeträge zu versteuernde Gehalt der vergangenen zwölf Monate verwendet.

Praktische Modalitäten

Ein paar Neuerungen betreffen ebenfalls die praktische Vorgehensweise:

  • Der erste Elternurlaub muss wie bisher im Anschluss an den Mutterschaftsurlaub genommen werden.
  • Der zweite Elternurlaub kann hingegen bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr des Kindes genommen werden können. Dabei muss der Urlaub vor dem sechsten Geburtstag beginnen.
  • Die Mütter und Väter werden künftig den Elternurlaub zur gleichen Zeit nehmen können. Bisher galt, dass die Eltern jeweils nacheinander eine Jobpause einlegen konnten.
  • Wer schon zum jetzigen Zeitpunkt einen Antrag für einen Elternurlaub eingebracht hat, kann dennoch von den neuen Modalitäten profitieren. Allerdings: die Elternteile werden einen zweiten Antrag einreichen müssen, wenn das neue Gesetz rechtskräftig ist.

Der neue Elternurlaub soll zum 1. Dezember in Kraft treten.

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