Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Osten: Status quo bei Mandaten
Politik 5 Min. 15.10.2018

Osten: Status quo bei Mandaten

Osten: Status quo bei Mandaten

Foto: Guy Jallay
Politik 5 Min. 15.10.2018

Osten: Status quo bei Mandaten

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Im Osten bleibt alles beim Alten. Die CSV behält drei Mandate, die DP zwei, die LSAP und Déi Gréng jeweils ein Abgeordnetenmandat.

Im Wahlbezirk Osten büßt die CSV zwar 7,49 Prozent ein, bleibt aber mit 29,4 Prozent der Stimmen stärkste Partei vor der DP, die im Vergleich zu 2013 rund zwei Prozent an Stimmen hinzugewinnen konnte. Drittstärkste Partei sind die Grünen, die im Vergleich zu den vorigen Landeswahlen 3,41 Prozent hinzugewinnen und auf 16,52 Prozent kommen. Die Sozialisten verlieren 1,72 Prozent von 14,59 auf 12,88 Prozent der Stimmen. Am meisten Stimmen gewinnen die Piraten hinzu; sie verbessern ihr Resultat um 4,29 Prozent von 2,69 auf 6,98 Prozent.

DP in Mondorf Spitze, LSAP in Mertert

Lediglich in zwei Ostgemeinden ist die CSV nicht stärkste Partei. In der Gemeinde Mertert bekommt die LSAP 27,6 Prozent der Stimmen gegenüber 27,32 Prozent für die CSV. In Bad Mondorf kommt die DP von Bürgermeister Lex Delles auf 36,09 Prozent. Zweitstärkste Partei im Thermalort sind die Christsozialen mit 24,37 Prozent der Stimmen.


14.10.2018 Luxembourg, Beggen, Politik,  Wahlen 2018, Parlamentswahlen 2018, élections législatives, Wahlbüro Beggen, Urne, Piratepartei, Piraten Lëtzebuerg  photo Anouk Antony
Chamberwahlen 2018
Luxemburg hat ein neues Parlament gewählt, die Koalitionsverhandlungen laufen aber noch. Alle Artikel zur Wahl am 14. Oktober 2018 und dem was danach kommt.

Bei der Sitzverteilung bleibt indes alles beim Alten. Die CSV behält trotz Stimmeneinbußen ihre drei Mandate. Erstgewählte bei den Christsozialen bleibt Françoise Hetto-Gaasch mit 12 150 Stimmen, obwohl sie gegenüber 2013 über 2 000 Stimmen verliert. Zweitgewählte ist nach wie vor Octavie Modert mit 10 222 Stimmen; auch sie verbucht 1 303 Stimmen weniger. In ihrer Gemeinde Stadtbredimus ist sie Bestgewählte mit 500 Stimmen. Und auch der député-maire von Grevenmacher Léon Gloden bekommt als Drittgewählter mit 9 754 Stimmen 858 Stimmen weniger als bei den Wahlen im Jahr 2013.

Der Wormeldinger Bürgermeister Max Hengel kommt mit 8 222 Stimmen auf den vierten Platz auf der CSV-Liste im Osten. Bei einer Regierungsbeteiligung der Christsozialen könnte er in die Abgeordnetenkammer nachrücken. Dasselbe gilt für Stéphanie Weydert, Schöffin in der Fusionsgemeinde Rosport-Mompach. Die jüngste Politikerin auf der CSV-Liste im Osten erhielt 8 037 Stimmen und kommt damit auf Platz fünf vor Christian Dublin aus Mondorf (6 983 Stimmen) und dem Echternacher Bürgermeister Yves Wengler (6 788 Stimmen).

Burton (LSAP) und Kox (Déi Gréng) nicht wiedergewählt

Trotz eines Stimmenverlustes von 1,72 Prozent behalten die Sozialisten ihr einziges Abgeordnetenmandat im Bezirk Osten. Erstgewählter ist der LSAP-Spitzenkandidat im Osten und Arbeitsminister Nicolas Schmit mit 5 522 Stimmen, vor seiner Parteikollegin Tess Burton (4 944 Stimmen). Im Vergleich zu 2013 hat Nicolas Schmit 452 Stimmen hinzu gewonnen und ist damit gewählt.

Nach aktuellem Stand geht die Zweitgewählte Tess Burton leer aus. Im Anschluss an die letzten Wahlen war sie erst nach der Regierungsbildung von DP, LSAP und Déi Gréng für Nicolas Schmit in die Chamber nachgerückt. Tess Burton muss demnach auf eine Regierungsbeteiligung hoffen, damit sie wieder in die Abgeordnetenkammer nachrücken kann. Nicht gewählt sind bei der LSAP auch der Echternacher Schöffe Ben Scheuer (3 936 Stimmen) und der Betzdorfer Bürgermeister Jean-François Wirtz (3 747 Stimmen).

Die demokratische Partei kann ihre beiden Mandate verteidigen. Der Député-maire von Bad Mondorf, Lex Delles, geht beim Urnengang mit 10 401 Stimmen als Bestgewählter auf der DP-Liste hervor, vor dem Schöffen von Junglinster, Gilles Baum (7 299 Stimmen). Gilles Baum zieht diesmal sofort in die Abgeordnetenkammer ein. 2013 war er erst in die Abgeordnetenkammer nachgerückt, nachdem die langjährige Bad Mondorfer Bürgermeisterin Maggy Nagel zur Ministerin ernannt worden war.

Bis dato nicht gewählt ist Carole Hartmann aus Echternach. Mit 6 015 Stimmen kommt die DP-Frau nur auf den dritten Platz. Genau wie Tess Burton (LSAP) muss auch sie auf eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei hoffen, um eventuell in der Abgeordnetenkammer Platz zu nehmen. Bei ihrer ersten Kandidatur hat die ehemalige Fernsehmoderatorin Monica Semedo auf Anhieb 5 602 Stimmen ergattert und belegt den vierten Platz auf der DP-Liste im Osten.

Trotz ihres Stimmengewinns von 3,41 Prozent reicht es bei den Grünen nicht für ein zweites Mandat. Bestgewählte bleibt Umweltministerin Carole Dieschbourg mit 9 752 Stimmen. Als Spitzenkandidatin ihrer Partei im Osten kann sie ihr Resultat gegenüber den Wahlen von 2013 verdoppeln. Bei den vorigen Wahlen hatte sie 4 927 Stimmen auf ihren Namen verbuchen können.

Der Remicher Abgeordnete im Osten, Henri Kox, bekommt als Zweitgewählter 5 995 Stimmen bei den Grünen. Damit büßt er im Vergleich zu den vorigen Landeswahlen 276 Stimmen ein. Wie Tess Burton und Carole Hartmann muss auch Henri Kox auf eine Regierungsbeteiligung der Grünen hoffen, um wieder in die Abgeordnetenkammer einzuziehen. Leer aus gehen bei den Grünen auch der Mondorfer Schöffe Steve Schleck und der Parteipräsident Christian Kmiotek. Schleck erhält 4 243 Stimmen und kommt auf Platz vier, hinter Chantal Gary (4 309 Stimmen). Christian Kmiotek belegt mit 3 560 Stimmen nur den fünften Listenplatz.

Piraten legen in Prozenten am meisten zu

Obwohl die Piraten im Wahlbezirk Osten ihr Resultat von 2,69 auf 6,98 Prozent verbessern konnten und prozentual am meisten Stimmen hinzugewinnen, reicht es nicht für ein Abgeordnetenmandat. Bestgewählter ist der Spitzenkandidat Daniel Frères aus Remich mit 4 152 Stimmen.

Die Alternativ Demokratesch Reformpartei (ADR) gewinnt zwar fast ein Prozent an Stimmen hinzu und erhält 9,58 Prozent der Stimmen, für ein Mandat in der Abgeordnetenkammer reicht es allerdings nicht aus. Ihre prozentual besten Resultate erzielten die ADR in den Gemeinden Berdorf und Manternach, in denen der Parteipräsident Jean Schoos und der einstige ADR-Abgeordnete Robert Mehlen wohnen. In Berdorf kommt die Partei auf 15,44 Prozent der Stimmen, in Manternach erhält sie 10,78 Prozent der Stimmen. Bestgewählter der ADR im Osten ist der ehemalige Abgeordnete Robert Mehlen, der 4 425 Stimmen auf seinen Namen vereinen kann. Zweitgewählter ist der ADR-Präsident Jean Schoos mit 3 820 Stimmen.

Weit abgeschlagen sind Déi Lénk mit 3,3 Prozent und die KPL mit 0,66 Prozent der Stimmen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Erdrutschsieg für CSV
Die CSV kann bei den Wahlen 2009 deutlich zulegen und verfügt über doppelt so viele Mandate wie die zweitplatzierte LSAP. Am Ende kommt es zu einer Neuauflage der amtierenden schwarz-roten Regierungskoalition.
Die dritte Runde der Gebrüder Jacques
Obwohl die Liberalen 1994 einen Sitz dazu gewinnen und die Regierungsparteien Verluste hinnehmen müssen, kommt es zur Neuauflage der CSV-LSAP-Koalition. Die wahren Gewinner sind aber die Grünen und die ADR.
Kleine Parteien auf dem Vormarsch
CSV, LSAP und DP erleiden bei den Wahlen von 1989 Stimmenverluste. Der Vorläufer der ADR, das Aktionskomitee 5/6, betritt die politische Bühne.
000 75
Tageblatt-Umfrage: CSV Gewinner in allen Wahlbezirken
Aus der TNS Ilres-Umfrage im Auftrag des "Tageblatt" geht die CSV in allen Bezirken als Gewinner hervor. Laut der Sonntagsfrage gewinnen die Christlich-Sozialen in allen Wahlbezirken jeweils einen Sitz und kommen auf insgesamt 27 Sitze. Die DP verliert drei, die LSAP zwei Sitze.
Bei den Wahlen im Oktober 2013 büßte die CSV drei Sitze ein. Laut Umfrage könnte sie heute in allen Bezirken einen Sitz hinzugewinnen.