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Online-Plattform für Telekonsultationen in Betrieb
Politik 1 5 Min. 26.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Online-Plattform für Telekonsultationen in Betrieb

Die Deichhalle in Ettelbrück ist eines von vier Centres de soins avancés.

Online-Plattform für Telekonsultationen in Betrieb

Die Deichhalle in Ettelbrück ist eines von vier Centres de soins avancés.
Foto: Gerry Huberty
Politik 1 5 Min. 26.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Online-Plattform für Telekonsultationen in Betrieb

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Kranke sollen sich via die neue Plattform "econsult" mit ihrem Arzt in Verbindung setzen. Die Plattform ist seit Donnerstag in Betrieb.

Wegen der Ansteckungsgefahr dürfen Patienten ihren Hausarzt nicht mehr physisch aufsuchen. Also müssen andere Lösungen her. Es wird dringend empfohlen, die am Donnerstag in Betrieb genommene zentralisierte und gesicherte Online-Plattform "econsult" für ärztliche Konsultationen zu nutzen. Den Link findet man auf der Internetseite der Gesundheitskasse CNS oder auf www.esante.lu. Die Plattform erlaubt auch Videokonsultationen, was die Diagnose und die Kommunikation vereinfacht und verbessert.


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"Es ist wichtig, dass die Patienten auf die Plattform zurückgreifen, weil die Konsultation in einem gesicherten Rahmen stattfinden", sagte Christian Oberlé, Präsident der CNS und der Agentur esanté. Über die Plattform können alle Dokumente im Zusammenhang mit der Konsultation elektronisch verschickt werden: Arztrechnung, Krankenschein, Rezepte für Medikamente und Rezepte für Labortests. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos. Die beiden anderen Plattformen www.doctena.lu und www.doctorplus.lu bleiben aktiv. 

Allerdings: Wenn Telekonsultationen über diese beiden Plattformen gemacht werden, muss sichergestellt sein, dass auch alle anderen Funktionen gewährleistet sind wie das elektronische Verschicken von Dokumenten. "Wichtig ist, dass der Patient sich nicht bewegen muss", erklärt der CNS-Präsident. Der Arzt muss also sicherstellen, dass er die Patienten, wenn es nötig ist, orientieren kann, entweder in ein Centre de soins avancés oder in ein Krankenhaus. "Die Telekonsultationen müssen auch stattfinden können, wenn sich der Arzt in Quarantäne befindet", so Christian Oberlé  

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Die Patienten können ihren Arzt frei wählen. Der Arzt schickt das Rezept per E-Mail an die Apotheke, die der Patient angibt, und in Papierform an den Patienten. Der CNS-Präsident appelliert an die Patienten, möglichst in die angegebene Apotheke zu gehen. Das Rezept in Papierform dient dazu, im Falle einer Schließung, eine andere Apotheke aufsuchen zu können.  

Wer kein Internet hat oder mit den neuen Medien nicht umgehen kann, kann weiterhin via Telefon konsultieren. Allerdings soll der Arzt dennoch via die Plattform die entsprechenden Rezepte elektronisch an die Apotheken und Labore schicken. Wer Internet hat, sollte jedoch unbedingt die Plattform nutzen. Der Umgang mit der Plattform sei sehr einfach, versicherte der CNS-Präsident. 

Medikamententests an Luxemburger Corona-Patienten

Luxemburg ist eines von sieben Ländern, das an der Discovery-Studie teilnimmt. Die Studie soll die Wirksamkeit von vier Medikamenten in einer klinischen Studie überprüfbar nachweisen. Die anderen teilnehmenden Länder sind Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Belgien, Spanien und Großbritannien. 

Getestet werden sämtliche Medikamente, von denen angenommen wird, dass sie gegen die Covid-19-Lungenkrankheit wirksam sein könnten. Dabei handelt es sich um Ebola-Medikament (Remdesivir), Wirkstoffe gegen HIV (Lopinavir und Ritanovir) und ein Malaria-Mittel (Hydroxychloroquin)

Die Patienten werden  - nur mit ihrem Einverständnis - einer der vier Gruppen zugeordnet. Eine fünfte Testgruppe (Kontrollgruppe) umfasst Patienten, die nicht medikamentös behandelt werden. "Sobald sich herausstellt, dass ein Medikament bessere Ergebnisse bringt als die anderen, wird sich auf dieses Medikament fokussiert", sagte Dr. Romain Nati, CHL-Generaldirektor, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Wie viele Patienten aus Luxemburg teilnehmen werden, ist laut Dr. Thérèse Staub, Leiterin des Service national des maladies infectueuses, noch unklar. Getestet werden ausschließlich Patienten mit schweren Krankheitsverläufen, die also eine intensive Behandlung benötigen, um klar zu erkennen, ob die Medikamente wirken. Bei leichten Krankheitsfällen kann die Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden, so Dr. Nati sinngemäß. Europaweit sollen 3.200 Patienten an der Studie teilnehmen.

Laut Dr. Staub werden bereits jetzt Corona-Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin behandelt. Das Ebola-Medikament wird Krankenhäusern ausschließlich im Rahmen der Studie zur Verfügung gestellt. In Luxemburg wurde laut Dr. Staub bislang ein Patient mit dem Ebola-Medikament behandelt. "Es dauerte fünf Tage, bis wir das Medikament hatten."  


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Ablauf in den Centres de soins avancés

Pierre Hertz, Koordinator der centres de soins avancés, gab Erläuterungen zur Mission der Centres de soins avancés, die die Maisons médicales ersetzen, und zur Patientenversorgung in den Zentren. 

Im Prinzip gilt: Patienten holen sich vorab ein ärztliches Rezept via Telekonsultation. In einer ersten Phase werden die Patienten in zwei getrennte Gruppen orientiert: eine Gruppe mit potenziell infizierten Patienten und eine Gruppe mit andersartigen Erkrankungen. Die Schutzmaßnahmen sind in beiden Gruppen identisch. Jeder Patient bekommt bei seiner Ankunft eine Schutzmaske. Auch die Schutzkleidung des behandelnden Personals ist in beiden Gruppen identisch. 

Die Patienten werden administrativ erfasst. Es folgt eine erste medizinische Untersuchung durch Krankenpfleger. Danach wird der Patient in einer speziellen Box von einem Arzt weiter untersucht. Der Arzt stellt daraufhin, wenn erforderlich, einen Krankenschein, ein Rezept für Medikamente oder für einen Covid-19-Test aus. Der Test findet unmittelbar nach der ärztlichen Untersuchung statt. Anschließend geht der Patient heim oder aber er wird mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht, wenn sein Gesundheitszustand es erfordert.

In den Centres de soins avancés arbeiten ausschließlich Freiwillige, die sich infolge des Aufrufs auf www.govjobs.lu gemeldet haben. Wie Pierre Hertz erklärte, arbeiten derzeit 75 Personen in den drei Zentren in Kirchberg, Ettelbrück und Belval. Bis Mittwochabend 20 Uhr wurden 279 Patienten in den drei Zentren gezählt. Am Donnerstag (Stand 11 Uhr) wurden über 75 Patienten in den drei Zentren behandelt.    

Drei Zahnarztpraxen für Notfälle geöffnet

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen haben landesweit drei Zahnarztpraxen für Notfälle geöffnet

Die drei Praxen befinden sich im Norden, in Luxemburg-Stadt und im Süden. Wie Carlo Ahlborn, Zahnarzt und Vizepräsident der AMMD erklärte, ist die Ansteckungsgefahr bei zahnärztlichen Behandlungen besonders hoch. Deshalb arbeiten die Zahnärzte unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen und immer zu zweit an einem Patienten. Alle zwei Tage wechselt das Team. 

Die Patienten sollen vorab ihren Zahnarzt oder die Hotline 8002-8080 anrufen.  Behandelt werden ausschließlich Notfälle. Im CHL findet derweil kein zahnärztlicher Notdienst mehr statt. 

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