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OGBL und Kersch: Auf Tuchfühlung
Der OGBL fordert eine Anpassung des Arbeitsrechts, das die Arbeitnehmer vor negativen Auswirkungen durch die Digitalisierung der Arbeitswelt schützt.

OGBL und Kersch: Auf Tuchfühlung

Foto: DPA
Der OGBL fordert eine Anpassung des Arbeitsrechts, das die Arbeitnehmer vor negativen Auswirkungen durch die Digitalisierung der Arbeitswelt schützt.
Politik 16.01.2019

OGBL und Kersch: Auf Tuchfühlung

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Am Mittwoch kamen Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP) und der OGBL zu einem ersten "Tour de table" zusammen.

Dabei ging es um das Regierungsprogramm, aber auch um Dinge, die noch aus der vergangenen Legislatur anhängig sind. Der OGBL drängte auf die schnelle Umsetzung der Arbeitszeitkonten und der Reclassement-Reform. Wichtig ist der Gewerkschaft auch die Neuregelung der Betriebspraktika, die Reform des Konkursrechts sowie das bereits 2014 im Abkommen mit der damaligen Regierung versprochene Recht auf Teilzeitarbeit bei gleichzeitiger Teilrente.


Als Arbeitsminister muss Dan Kersch die Beschäftigten - aber auch die Verwaltungen -  auf das digitale Zeitalter vorbereiten.
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Mit dem Beschäftigungs- und dem Sportministerium betreut Dan Kersch (LSAP) sehr unterschiedliche Ressorts.

Im Zuge der Digitalisierung der Arbeitswelt ist dem OGBL wichtig, dass die Entwicklung nicht auf Kosten der Arbeitnehmer geht. In der Diskussion um den digitalen Wandel müsse die Absicherung der Beschäftigten stets im Mittelpunkt stehen, so der OGBL-Vorsitzende André Roeltgen am Mittwoch nach der Sitzung. Er plädierte in diesem Zusammenhang für "eine fruchtbare Diskussion zwischen dem Minister, dem Patronat und den Gewerkschaften".

Die Mindestlohnerhöhung um 100 Euro bezeichnete Roeltgen als einen ersten Erfolg, "doch weitere Erfolge müssen folgen". Der OGBL bleibt bei seiner Forderung einer strukturellen Erhöhung des Mindestlohns (Bruttomindestlohn) um zehn Prozent. Die jetzt von der Regierung zugesicherte Erhöhung mache gerade einmal 0,9 Prozent des Bruttomindestlohns aus, sagte Roeltgen. "Das sind weniger als 20 Euro."


Zu der 52. Vorständekonferenz der CGFP waren auch Abgeordnete verschiedener Parteien sowie weitere Politiker gekommen. Die CSV und die LSAP waren nicht vertreten.
"Wir haben viel erreicht"
Die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP ist stolz auf die Forderungen, die sie in den vergangenen zwölf Monaten durchsetzen konnte. Nun hat die Gewerkschaft weitere Forderungen, und zählt auf das Einsehen ihres neuen Ministers.

In der Debatte um die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten sprach der OGBL-Präsident sich für gesetzliche Einschränkungen aus. Der OGBL ist nicht gegen eine Lockerung der Gesetzgebung, allerdings müssten Lockerungen im Rahmen der Kollektivverträge verhandelt werden, "sonst geht die Liberalisierung auf Kosten der Beschäftigten", meinte Roeltgen.

Der OGBL ist auch gegen die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer Arbeitslosenhilfe beziehen, wenn sie selbst kündigen. Die Gewerkschaft befürchtet, dass Betriebe, die einem Arbeitnehmer kündigen wollen, Druck auf ihn ausüben könnten, selbst zu kündigen.



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