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OGBL: "Profitdenken statt Solidarität"
Politik 2 Min. 01.04.2020

OGBL: "Profitdenken statt Solidarität"

Wegen der Corona-Krise wurden die Aktivitäten in den Pflegeeinrichtungen auf das Notwendigste reduziert.

OGBL: "Profitdenken statt Solidarität"

Wegen der Corona-Krise wurden die Aktivitäten in den Pflegeeinrichtungen auf das Notwendigste reduziert.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 01.04.2020

OGBL: "Profitdenken statt Solidarität"

Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialsektor werden von ihren Arbeitgebern ausgebeutet, schreibt der OGBL. Copas-Präsident Marc Fischbach reagiert.

(mig) - Wegen der Corona-Krise wurden in vielen wirtschaftlichen Bereichen die Aktivitäten gestoppt oder heruntergefahren. Das betrifft auch den sozio-edukativen Bereich (Maisons relais, Kindertagesstätten, Pflegedienste, Ateliers protégés usw.),  und den Gesundheitssektor. Um Kapazitäten freizuhaben, finden in manchen Krankenhäusern nur noch dringend notwendige chirurgische Eingriffe statt.


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Weil weniger Arbeit ansteht, werden Beschäftigte in den öffentlich finanzierten Einrichtungen nun angehalten, bis zu 20 Prozent weniger zu arbeiten und die Minusstunden zu einem späteren Zeitpunkt wieder reinzuholen. 

Das teilte das Syndikat Gesundheit und Sozialwesen des OGBL in einem Presseschreiben mit, und ist entsetzt über diese Vorgehensweise. "Während die luxemburgische Regierung Maßnahmen ankündigt, um die Arbeitnehmer abzusichern, versuchen die Arbeitgeberverbände des Pflege- und Sozialsektors Fedas und Copas diese Drosselung der Aktivitäten auf den Rücken der Arbeitnehmer abzuwälzen. Sie rufen ihre Mitglieder dazu auf, systematisch sämtliche Arbeitsstunden des Personals auf ein Minimum von 80 Prozent zu reduzieren", so der OGBL. 

Um die Minusstunden auszugleichen, werden die Arbeitnehmer nach der Krise Überstunden ohne Zuschlag leisten müssen.

Pitt Bach, OGBL

 "Um die Minusstunden auszugleichen, werden die Arbeitnehmer nach der Krise Überstunden ohne Zuschlag leisten oder aber Urlaubstage opfern müssen, falls keine Überstunden anfallen", erklärt Pitt Bach, Zentralsekretär und beim OGBL zuständig für die Bereiche Gesundheit und Sozialwesen. Eine Betroffene, die in einer Klinik arbeitet, bestätigt den Vorgang. Auch sie arbeitet weniger und muss die Minusstunden, die sich ab jetzt anhäufen, mit bereits geleisteten Überstunden ausgleichen. 

Zwar schreiben die Kollektivverträge (SAS und FHL) eine gewisse Flexibilität bei den Arbeitszeiten vor, "aber das ist nicht für Fälle wie diese gedacht", sagt Bach. Die Finanzierung des Personals und der Aktivitäten in den öffentlichen Einrichtungen sei durch den Staat gesichert. "Es ist nicht hinnehmbar, dass die Arbeitnehmer in ihren Arbeits- und Lohnbedingungen benachteiligt werden".

Reaktion der Copas

"Wir setzen die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums eins zu eins um", sagt der Präsident des Dachverbandes der Pflegeeinrichtungen (Copas), Marc Fischbach, auf Nachfrage. Die Empfehlung laute, die Aktivitäten in den Einrichtungen und bei den Menschen zu Hause auf ein "vitales Minimum" herunterzufahren.

Von Einsparungen auf Kosten der Beschäftigten kann keine Rede sein.

Marc Fischbach, Copas

 Folglich seien manche Mitarbeiter weniger ausgelastet. "Diese Menschen stehen im Stand-by, um im Bedarfsfall einzugreifen", so Fischbach. Er kann die Aufregung des OGBL nicht nachvollziehen. An der Entlohnung ändere sich nichts. Von Einsparungen auf Kosten der Beschäftigten könne keine Rede sein, so der Copas-Vorsitzende.     


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