Offizieller Besuch im Senegal: Insel mit düsterer Vergangenheit
Bei Temperaturen um die 25 Grad und bedecktem Himmel landete am frühen Sonntagnachmittag in Dakar ein Flugzeug aus Luxemburg. An Bord: Großherzog Henri.

Offizieller Besuch im Senegal: Insel mit düsterer Vergangenheit

Foto: SIP
Bei Temperaturen um die 25 Grad und bedecktem Himmel landete am frühen Sonntagnachmittag in Dakar ein Flugzeug aus Luxemburg. An Bord: Großherzog Henri.
Politik 121.01.2018

Offizieller Besuch im Senegal: Insel mit düsterer Vergangenheit

Michèle Gantenbein
Michèle Gantenbein

Zusammen mit einer 60-köpfigen Delegation befindet sich das Luxemburger Staatsoberhaupt auf offizieller Visite im Senegal. Der erste Tag begann mit einer Besichtigung der Gorée-Insel.

(mig) - Wenn die Senegalesen Gäste empfangen, brauchen sie sich um eines meist keine Sorgen zu machen: das Wetter. Bei Temperaturen um die 25 Grad und bedecktem Himmel landete am frühen Sonntagnachmittag in Dakar ein Flugzeug aus Luxemburg. An Bord: Großherzog Henri, Entwicklungshilfeminister Romain Schneider, Umweltministerin Carole Dieschbourg und Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Francine Closener und ein Teil der rund 60-köpfigen Delegation.

Es ist das erste Mal, dass Luxemburg mit einer solch großen Delegation im westafrikanischen Staat anreist. 23 Betriebe nehmen daran teil. Ein Teil von ihnen ist bereits im Senegal aktiv. Man will dem westafrikanischen Land zeigen: wir wollen nicht nur Wohltäter sein und Entwicklungshilfe leisten, sondern glauben auch an Eure Wirtschaftskraft und wollen investieren.

Empfangen wurde der Luxemburger Staatschef von keinem geringeren als Präsident Macky Sall, der von einer Regierungsdelegation begleitet wurde, darunter auch der senegalesische Permierminister Mahammed Boun Abdallah Dionne. Nach einer 20-minütigen Fahrt durch Dakar erreichte die Delegation Dakars schönstes, unmittelbar am Meer gelegenes Hotel.

Nach einer kurzen Verschnaufpause begann die Besichtigungstour. Sie führte hinaus auf den Atlantik, nach Gorée, einer kleine Insel drei Kilometer vor Dakar. Sie gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Empfangen wurde der Luxemburger Staatschef von einer senegalesischen Regierungsdelegation.
Empfangen wurde der Luxemburger Staatschef von einer senegalesischen Regierungsdelegation.
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Mit einer Fähre erreicht man die Insel in knapp 20 Minuten. Auf Gorée leben rund 2.000 Menschen, darunter viele Künstler, die hier ein Atelier eingerichtet haben. Die Insel hat eine malerische Altstadt mit kleinen Gassen und ein Gebäude, das das ganze Jahr über von vielen Touristen besucht wird: das Sklavenhaus. Es erinnert an die düstere Zeit, als von Gorée aus, ab dem 16. Jahrhundert, über 200 Jahre Sklaven nach Europa und Nordamerika verschleppt wurden.

Das Sklavenhaus beherbergt ein Museum, das die Besucher auf eindrucksvolle Art und Weise mit auf eine Reise in die Vergangenheit nimmt. Das Betreten der dunklen und engen Räume, in denen die Menschen einst eingesperrt waren, und der Blick durch die "Pforte ohne Wiederkehr" hinaus auf den Atlantik, lässt keinen Besucher kalt. Für viele Afroamerikaner ist das Museum eine Art Pilgerstätte, wo sie mit der Heimat ihrer Vorfahren in Berührung kommen.