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OECD-Bildungsbericht: Luxemburg steckt am meisten Geld in die Bildung
Politik 2 Min. 09.09.2014 Aus unserem online-Archiv

OECD-Bildungsbericht: Luxemburg steckt am meisten Geld in die Bildung

Trotz hoher Investitionen in die Bildung schneidet Luxemburg in dem neuen OECD-Bericht schlechter ab als viele Länder mit weitaus geringeren Kosten.

OECD-Bildungsbericht: Luxemburg steckt am meisten Geld in die Bildung

Trotz hoher Investitionen in die Bildung schneidet Luxemburg in dem neuen OECD-Bericht schlechter ab als viele Länder mit weitaus geringeren Kosten.
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Politik 2 Min. 09.09.2014 Aus unserem online-Archiv

OECD-Bildungsbericht: Luxemburg steckt am meisten Geld in die Bildung

Die OECD stellte am Dienstag ihren Bildungsbericht 2014 vor. Luxemburg gehört nach wie vor zu den Ländern, die am meisten Geld in die Bildung stecken.

(ml) - Die OECD stellte am Dienstag ihren neuen Bildungsbericht 2014 vor. Neben der Entwicklung der Kinderbetreuung werden darin auch die Schulen, Hochschulen und die Weiterbildung in den wichtigen Industriestaaten verglichen. Ziel sei es, aufrund des aufwendigen Zahlenmaterials den Ländern die Gelegenheit zu geben, wirksame politische Entscheidungen zu treffen, heißt es in der Einleitung des 600-seitigen Berichts. Auch die Zahlen für das Großherzogtum liegen vor. Dabei fällt auf, dass Luxemburg zu denen OECD-Mitgliedsländern zählt, die am meisten Geld in die Bildung stecken.

Im „Pré-scolaire“ stellt Luxemburg im Jahr fast 20.000 Euro pro Kind zur Verfügung. Dies ist mehr als das Dreifache des OECD-Durchschnitts. Ähnlich sieht es in der Grundschule aus: Hier liegt der Jahresbetrag pro Schüler bei 18.500 Euro. In den Lyzeen investiert Luxemburg pro Schüler im Jahr 12.500 Euro. Das ist mehr als das Doppelte des OECD-Durchschnitts. Betrachtet man die Zahlen jedoch im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt, sieht die Lage etwas anders aus, heißt es in einem Schreiben des Unterrichtsministeriums. Luxemburg liegt mit 3,4 Prozent des BIP für das gesamte Schulsystem unter dem OECD-Durchschnitt (3,8 Prozent). 

Überdurchschnittlich hohe Gehälter für die Lehrkräfte

In Luxemburg nahm das durchschnittliche Alter der Lehrkräfte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ab. Nicht neu ist die Tatsache, dass die Lehrkräfte hierzulande im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut bezahlt werden. Dies gilt besonders für die Lehrer der Grundschule. Dem OECD-Bericht zufolge ist dort das Einkommen in den Jahren 2005 bis 2012 um 35 Prozent gestiegen.

Vergleichsweise hohe Gehälter gibt es ebenfalls im postprimären Bereich. In Luxemburg verfügen Lehrer mit einer Berufserfahrung von mindestens 15 Jahren über ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Dollar (rund 77.280 Euro). Sie gehören damit zu den bestbezahlten im OECD-Raum. Estland gehört dagegen zu jenen Ländern, in denen die Lehrkräfte am wenigsten Geld verdienen. Ihr Jahresgehalt liegt bei 12.500 Dollar (rund 9660 Euro) im Jahr.

Trotz höherem Einkommen sind die Lehrkräfte in Luxemburg im Vergleich zu ihren Kollegen aus den anderen OECD-Ländern einer geringeren Belastung ausgesetzt. In der Grundschule zum Beispiel setzt sich eine Klasse im Schnitt aus 16 Schülern zusammen. Nur Griechenland kann da noch mithalten. Der OECD-Schnitt liegt bei 21 Schüler pro Klasse.

Trotz hoher Investitionen viele schulische Misserfolge

Die hohen Investitionen in die Bildung finden in den schulischen Resultaten nicht immer ihren Niederschlag. Die Erfolsquote im Sekundarunterricht liegt unter dem OECD-Durchschnitt. In den oberen Klassen des postprimären Bereichs schaffen lediglich 40 Prozent der Schüler ihren Abschluss in der vorgesehenen Zeit. In den anderen OECD-Staaten bestehen im Durchschnitt weit mehr Schüler ihr Examen auf Anhieb. In Luxemburg verlassen 69 Prozent der Schüler die Sekundarschule mit einem Abschlussdiplom in der Tasche. Auch hier liegt Luxemburg deutlich unterhalb dem Durchschnitt der wichtigsten industrialisierten Staaten (84 Prozent).