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OECD-Bericht zur Bildung: Neun Schüler pro Lehrer
Politik 15.09.2016 Aus unserem online-Archiv

OECD-Bericht zur Bildung: Neun Schüler pro Lehrer

Im Bildungsbericht der OECD schneidet Luxemburg in puncto Schulabschlüsse unterdurchschnittlich ab.

OECD-Bericht zur Bildung: Neun Schüler pro Lehrer

Im Bildungsbericht der OECD schneidet Luxemburg in puncto Schulabschlüsse unterdurchschnittlich ab.
Foto: Chris Karaba
Politik 15.09.2016 Aus unserem online-Archiv

OECD-Bericht zur Bildung: Neun Schüler pro Lehrer

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
"Bildung auf einen Blick" liefert Daten zu Strukturen, Finanzierung und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der 35 OECD-Länder und einiger Partnerländer. Wie gewohnt sticht Luxemburg durch hohe Gehälter hervor.

(C./mig) - In ihrem Bericht "Bildung auf einen Blick" vergleicht die OECD die Bildungssysteme der OECD-Staaten und von anderen Partnerländern. Hier ein Überblick über die wichtigsten Aspekte. Die Zahlen beziehen sich auf das Schuljahr 2013/14 bzw. auf das Haushaltsjahr 2013.

Bildungsabschlüsse

In Luxemburg erreichen 74 Prozent der Schüler (Frauen: 75 Prozent, Männer: 73 Prozent) einen Sekundarschulabschluss. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 85 Prozent (Frauen: 88 Prozent, Männer: 83 Prozent).

Bildungsausgaben

Die OECD-Staaten geben im Schnitt pro Grundschüler 8.477 und pro Sekundarschüler 9.980 US-Dollar aus. In Luxemburg liegen die Kosten bei 17.959 bzw. 19.762 US-Dollar. In seinem Presseschreiben relativiert das Bildungsministerium die auf den ersten Blick hohen Kosten anhand von anderen Zahlen. Denn gemessen an der Wirtschaftskraft sind die Ausgaben in Luxemburg deutlich niedriger als im OECD-Durchschnitt. So machen die Bildungsausgaben in Luxemburg 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Zum Vergleich: In Frankreich machen die Bildungsausgaben 5,3 Prozent des BIP aus, in Belgien sind es 5,8 Prozent, im OECD-Durchschnitt sind es 5,2 Prozent.  

Unterrichtszeit

Im Schnitt drücken Luxemburger Schüler pro Jahr während 924 Stunden die Schulbank (Grundschule). Damit liegt Luxemburg über dem OECD-Durchschnitt mit 799 Stunden.

Der Sprachunterricht macht in Luxemburg 18 Prozent der Schulzeit aus. Irland liegt an zweiter Stelle mit 14 Prozent, Spanien und Polen widmen den Sprachen zehn  Prozent der Unterrichtszeit. In Frankreich sind es nur sechs Prozent.

Klassengröße

Luxemburg hat die kleinsten Klassengrößen. In der Grundschule besuchen im Schnitt 15 Schüler eine Klasse (OECD: 21 Schüler). In der Unterstufe des Sekundarunterrichts sind es in Luxemburg 19 Schüler pro Klasse (OECD: 23 Schüler).

Berechnet man die Schülerzahl pro Lehrer, ist die Quote sogar noch niedriger. Auf einen Lehrer kommen in Luxemburg neun Grundschüler (OECD: 15 Schüler), im Secondaire sind es für Luxemburg elf Schüler (OECD: 13 Schüler).

Lehrergehälter

Ein Punkt, über den Luxemburger Lehrer sich immer wieder ärgern, ist der Gehältervergleich. Am wenigsten verdienen die Lehrer in der Slowakei. Dort liegt das Jahresgehalt bei 14.222 US-Dollar. In Luxemburg liegt der Jahresverdienst bei über 98.000 US-Dollar (Deutschland: 66.647 US-Dollar).



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