Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Obligatorische Tests für Reiserückkehrer - neue Impfphase
Politik 3 Min. 25.01.2021

Obligatorische Tests für Reiserückkehrer - neue Impfphase

Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert gaben am Montagabend nach der Kabinettssitzung die Details zu den neuen Regeln bekannt.

Obligatorische Tests für Reiserückkehrer - neue Impfphase

Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert gaben am Montagabend nach der Kabinettssitzung die Details zu den neuen Regeln bekannt.
Foto: Guy Jallay
Politik 3 Min. 25.01.2021

Obligatorische Tests für Reiserückkehrer - neue Impfphase

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Regierung beschließt Testpflicht für Flugreisende. Wer sich nicht daran hält, muss in Quarantäne. Es gibt aber auch gute Nachrichten: In den kommenden Tagen läuft die zweite Phase der Impfkampagne an.

Wer ab Freitag auf dem Luftweg nach Luxemburg einreisen will, muss sich vor dem Abflug testen lassen. Zugelassen sind sowohl PCR-Tests als auch Schnelltests. Ohne negatives Testergebnis darf er nicht an Bord des Flugzeugs. Dabei darf der Test nicht älter als 72 Stunden sein. Die neuen Regeln gelten für ansässige Reiserückkehrer wie für Personen, die nur auf der Durchreise sind.


IPO,Conseil de gouvernement - Briefing Xavier Bettel/Paulette Lenert.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Bettel: "Nicht der Zeitpunkt für Lockerungen"
Die Regierung verlängert die Covid-Maßnahmen bis zum 21. Februar und beschließt Bestimmungen für Einreisende. Mehr Details dazu soll es am Montag geben.

Reisende aus Nicht-EU-Ländern müssen sich darüber hinaus am Flughafen Findel noch einem Schnelltest unterziehen. Demnächst könnte der zweite Test auch für Personen erforderlich werden, die aus europäischen Regionen einreisen, die von der EU-Kommission als Hochrisikogebiete eingestuft werden. Die Regierung wartet diesbezüglich die Entscheidung der EU-Kommission ab.

Wer den Test verweigert, muss in Quarantäne. Ausgenommen von den neuen Bestimmungen sind lediglich Personen, die sich weniger als 72 Stunden lang in einem europäischen Land aufgehalten haben. Ausnahmen gelten auch für die Crews und für Diplomaten auf Kurzvisite. Wer bereits an Covid erkrankt war, muss ein ärztliches Attest vorlegen, aus dem hervorgeht, dass er schon infiziert war, weil die Tests in solchen Fällen nicht immer zuverlässig sind. 

Ein Filter gegen die neue Variante

Ziel der neuen Maßnahmen sei es, „einen Filter“ aufzubauen, um zu verhindern, dass die ansteckendere britische Virusvariante nach Luxemburg eingeschleppt wird, so Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Montag beim gemeinsamen Pressebriefing mit Premier Xavier Bettel (DP).


30.12.2020, Bayern, Gauting: Ein Mitarbeiterin der Asklepios Klinik bereitet den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor. Zahlreiche Mitarbeiter der Klinik haben sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Luxemburg beim Impfen unter den EU-Schlusslichtern
Luxemburg kommt nur sehr langsam voran beim Impfen – die Gründe dafür sind vielfältig. Ausbleibende Lieferungen erschweren die Lage.

Man habe sich auf Kontrollen beim Flugverkehr beschränkt, weil die Bestimmungen bei der Einreise mit dem Zug oder mit dem Privatauto kaum zu kontrollieren seien, erklärte Premier Bettel. Juristische Grundlage für die neuen Vorschriften ist das Santé-Gesetz aus dem Jahr 1980

Die Regierung hat sich gestern auch darauf verständigt, dass die zweite Impfphase demnächst anlaufen soll. Nach dem medizinischen Personal, den Mitarbeitern der Pflegedienste sowie den Bewohnern der Alters- und Pflegeheime sollen nun alle Personen geimpft werden, die älter sind als 75 Jahre. Dabei kommen die Ältesten zuerst an die Reihe. Die Betroffenen erhalten eine Einladung per Brief. 

Menschen mit sehr hohem Risiko werden prioritär geimpft

Parallel dazu werden auch Menschen geimpft, die ein sehr hohes Risiko haben, schwer an Covid zu erkranken oder gar daran zu sterben könnten. Die Regierung basiert sich bei ihrer Priorisierung auf einen Vorschlag der nationalen Ethikkommission.

Wir können erst entscheiden, wie wir weiter vorgehen werden, wenn wir genau wissen, wie viele Impfdosen wir wann erhalten werden. 

Xavier Bettel

Wer genau als hoch gefährdet eingestuft wird, will die Regierung nach Rücksprache mit dem Conseil supérieur pour maladies infectieuses in den kommenden Tagen festlegen. Die entsprechenden Richtlinien werden dann an die Ärzte verschickt, die darüber entscheiden, wer für eine prioritäre Impfung infrage kommt und ein entsprechendes Attest ausstellen.

Gesundheitsministerin Lenert mahnte zu Besonnenheit: „Es bringt nichts, bereits morgen wegen des Attests zum Arzt zu gehen, denn die Richtlinien werden erst in dieser Woche ausgearbeitet.“ 

Zurzeit ist auch noch nicht klar, wo den Betroffenen das Vakzin verabreicht werden wird. Auch dies soll erst in den kommenden Tagen endgültig geklärt werden.

Wie es danach mit den Impfungen weiter gehen wird, ist ebenfalls noch unklar. „Wir können erst entscheiden, wie wir weiter vorgehen werden, wenn wir genau wissen, wie viele Impfdosen wir wann erhalten werden“, so Premier Bettel auf Nachfrage.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Verzögerungen bei der Covid-Impfung
Bis zum 13. Januar konnten nur 2.871 Personen in Luxemburg gegen Covid geimpft werden. Der vorrätige Impfstoff hätte allerdings für fast 8.000 Menschen gereicht.
A health worker receives the second dose of a Pfizer-BioNTech Covid-19 vaccine at Hospital Posta Central in Santiago, on January 15, 2021. (Photo by CLAUDIO REYES / AFP)