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Nur jeder fünfte wird anerkannt: Weiterhin viele Asylbewerber
Politik 27.04.2017

Nur jeder fünfte wird anerkannt: Weiterhin viele Asylbewerber

Asylbewerber in einer Luxemburger Flüchtlingsunterkunft: So viele Ankünfte wie noch nie in einem März.

Nur jeder fünfte wird anerkannt: Weiterhin viele Asylbewerber

Asylbewerber in einer Luxemburger Flüchtlingsunterkunft: So viele Ankünfte wie noch nie in einem März.
Foto: Chris Karaba
Politik 27.04.2017

Nur jeder fünfte wird anerkannt: Weiterhin viele Asylbewerber

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Zahl der Asylbewerber in Luxemburg bleibt ungebrochen hoch. Im vergangenen Monat stellten 222 Flüchtlinge einen Asylantrag, das sind so viele wie noch nie in einem März.

(vb) – Die Zahl der Asylbewerber in Luxemburg bleibt ungebrochen hoch. Im vergangenen Monat stellten 222 Flüchtlinge einen Asylantrag, das sind so viele wie noch nie in einem März.

Damit bleiben die Zahlen zwar noch unter den Werten aus der zweiten Jahreshälfte 2015, als besonders viele Flüchtlinge nach Europa kamen. In den ersten drei Monaten 2017 haben jedoch schon 682 Flüchtlinge um Asyl gebeten – mehr als im vergleichbaren Zeitraum der vergangenen Jahre.

Das für Asylfragen zuständige Außenministerium merkt an, dass die Zahlen über Asylanträge nicht unbedingt die Situation in den Unterkünften widerspiegelt. Viele Asylverfahren beginnen erst einige Zeit, nachdem der betreffende Flüchtling in Luxemburg angekommen ist. Zudem würden manche Flüchtlinge überhaupt keinen Asylantrag stellen.

Weiterhin hat nur ein Teil der Flüchtlinge eine Chance auf politisches Asyl in Luxemburg. Rund 20 Prozent werden derzeit als Flüchtling anerkannt. Mehr als die Hälfte der Asylbewerber haben bereits in einen anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt und wurden dort entweder abgelehnt oder befinden sich noch in der Prozedur. Diese „Dubliner“, wie sie die Behörden nennen, werden nach und nach in die Länder zurückgeschickt, wo sie ihren Asylantrag gestellt haben.

Laut den Zahlen des Außenministeriums kommen die Asylbewerber schwerpunktmäßig aus Syrien, vom Balkan und aus den Maghreb-Staaten Marokko, Algerien und Tunesien. Die Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien bildeten mit 132 Personen die größte Gruppe innerhalb der 2017 registrierten Asylanträge.


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