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Nicolas Schmit ist zuversichtlich: „Arbeitslosenquote von vier Prozent ist nicht unrealistisch”
Politik 22.01.2018

Nicolas Schmit ist zuversichtlich: „Arbeitslosenquote von vier Prozent ist nicht unrealistisch”

Minister Nicolas Schmit stellt erhebliche Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt in Aussicht.

Nicolas Schmit ist zuversichtlich: „Arbeitslosenquote von vier Prozent ist nicht unrealistisch”

Minister Nicolas Schmit stellt erhebliche Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt in Aussicht.
Foto: Gerry Huberty
Politik 22.01.2018

Nicolas Schmit ist zuversichtlich: „Arbeitslosenquote von vier Prozent ist nicht unrealistisch”

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Die Arbeitslosenzahl geht zurück, die Quote sinkt, langjährige Erwerbslose erhalten neue Perspektiven. Arbeitsminister Nicolas Schmit will nun eine Rückkehr zur Vollbeschäftigung erkennen.

(BB) - Rund zehn Jahre sind es her: Im April 2008 wies Luxemburg zuletzt eine Arbeitslosenquote von knapp vier Prozent auf. Seitdem war der Arbeitsmarkt auf Talfahrt. Auf die weltweite Finanzkrise folgten Staatsschuldenkrisen, Europa setzte auf harte Sparpolitiken, die Wirtschaft drehte langsamer, viele Menschen haben ihren Job verloren. Doch nun soll alles besser werden. Arbeitsminister Nicolas Schmit spricht sogar von einer Rückkehr zur Vollbeschäftigung.

Die jüngsten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt stimmen Schmit positiv. Seit sechs Monaten liegt die Arbeitslosenquote wieder unter sechs Prozent. Luxemburg scheint sich erholt zu haben. Den Höchststand von sieben Prozent im Jahr 2014 hat das Land nun hinter sich gelassen.

Zwischen Ende 2016 und Ende 2017 ist die Zahl der Erwerbslosen um 839 Personen zurückgegangen. So waren im Dezember 2017 genau genommen 17.283 Personen bei der Adem eingeschrieben.

Erhebliche Verbesserung auf fünf Jahre

In den letzten Monaten hat die Agentur für Arbeit jede Menge positive Nachrichten verkündet: Die Arbeitslosenzahl geht zurück, die Quote sinkt, langjährige Erwerbslose erhalten neue Perspektiven.

Nicolas Schmit will darin einen erheblichen Lichtblick erkennen: Von derzeit 5,8 Prozent könnte die Quote in den fünf nächsten Jahren auf vier Prozent zurückfallen. „Eine Quote von vier Prozent ist nicht unrealistisch”, beteuerte er nun auf einer Pressekonferenz der Adem. Neun Monate vor den Landeswahlen versprüht der sozialistische Minister Zuversicht.

„Natürlich muss die gute Konjunktur anhalten. Aber wir können auch vieles mit einer aktiven Beschäftigungspolitik bewegen. Dafür müssen wir die Adem weiter stärken, und die Leute müssen mitmachen”, skizzierte Schmit. Hunderte neue und vielversprechende Jobs würden zurzeit in der Industrie und im Dienstleistungssektor geschaffen. Das könne man am regen Treiben in der neu geschaffenen Gewerbezone in Gasperich erkennen.

Dann lässt Schmit noch Wahlkampfstimmung einfließen: „Wir werden wiederum mehr Leute in Lohn und Brot bekommen, aber dafür brauchen wir auch Wirtschaftswachstum.”

Inwiefern die künftigen Stellen als gängige 40-Stunden-Jobs zu verstehen sind, ist allerdings fraglich. Nicolas Schmit schließt nicht aus, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt mit einer Reduzierung der Arbeitszeit für die einzelnen Beschäftigten einhergehen wird.

So bleibt letztlich doch eine gewaltige Herausforderung: Es gilt neue Arbeitsplätze, weniger Arbeitslose, gleichbleibende Löhne und geringere Arbeitszeiten unter einen Hut zu bringen.




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