Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Nicht gut für die EU und Großbritannien"
Politik 24.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Santer zum Brexit

"Nicht gut für die EU und Großbritannien"

Der frühere Kommissionspräsident Jacques Santer sieht Schaden auf beiden Seiten.
Der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Santer zum Brexit

"Nicht gut für die EU und Großbritannien"

Der frühere Kommissionspräsident Jacques Santer sieht Schaden auf beiden Seiten.
Foto: Marc Wilwert
Politik 24.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Santer zum Brexit

"Nicht gut für die EU und Großbritannien"

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Für den früheren EU-Kommissionspräsidenten Jacques Santer steht fest, dass sowohl die EU als auch Großbritannien durch den Brexit Schaden nehmen.

(jag) - Der frühere luxemburgische Premierminister Jacques Santer war von 1995 bis 1999 Präsident der EU-Kommission. Zudem war er jahrelang Mitglied des Europaparlamentes.

Als Premierminister von 1984 bis 1995 nahm er an zahlreichen EU-Gipfeltreffen teil. Er erlebte mehrere britische Premierminister und kennt das taktieren der Briten aus erster Hand. Auch für ihn ist der Brexit eine einzige Enttäuschung.

Das Bewahren des Friedens in Europa war immer das große Leitmotiv der EU. Doch es müssen neue Motivationen geschaffen werden, so Santer. Dabei müsse beachtet werden, dass der schon bestehende Graben zwischen den Generationen nicht noch tiefer wird.

Europa stecke jetzt in einer schwierigen Phase, so Santer. Es fehle an Zusammenhalt in der Union. Wirtschaftskrise und Flüchtlingskrise hätten die nationalen Egoismen wieder geschürt.

Ob der Brexit definitiv ist oder langfristig doch wieder Kompromisse geschlossen werden, könne zur Zeit niemand sagen, so Santer. Würde man das norwegische Modell anwenden, hätte Großbritannien aber mehr verloren als gewonnen. 






Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die vorläufig letzte Etappe auf dem Zickzackkurs? In London könnte am Donnerstag eine Verlängerung der Brexit-Frist beschlossen werden. Bei Premier Xavier Bettel stößt eine mögliche "Ehrenrunde" für Großbritannien jedoch auf Skepsis.
IPO , Visite Dimitri Medvedev , Premierminister russische Föderation in Luxemburg, PK MUDAM  / Xavier Bettel Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will einen Finanzminister für die EU schaffen, der vor dem Europaparlament Rechenschaft ablegen muss. Eine gute Idee.
In seiner Regierungserklärung in der Chamber schlug Premier Xavier Bettel versöhnlichere Töne an. Bei einem Brexit würde Luxemburg in der EU einen wichtigen Verbündeten in wirtschaftspolitischen Fragen verlieren.
Xavier Bettel bedauert einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens und drängt dennoch auf eine schnelle Lösung der Krise.
Bettel-Erklärung im Parlament
Das luxemburgische Parlament befasste sich am Dienstag mit den Beschlüssen des EU-Gipfels. Premier Bettel verteidigte den Deal mit den Briten und musste dabei wenig persönliche Kritik einstecken.
Premier Xavier Bettel gab im Parlament eine Erklärung über die Schlussfolgerungen des EU-Gipfels ab.