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"Nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen"
Politik 1 2 Min. 09.12.2020 Aus unserem online-Archiv

"Nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen"

Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert auf dem Weg zum Pressebriefing.

"Nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen"

Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert auf dem Weg zum Pressebriefing.
Foto: Anouk Antony
Politik 1 2 Min. 09.12.2020 Aus unserem online-Archiv

"Nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen"

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die aktuell geltenden Corona-Bestimmungen werden über die Feiertage nicht gelockert. Das erklärten Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Im Kampf gegen die Pandemie bleibt vorerst alles beim Alten. Die Corona-Bestimmungen werden über die Feiertage nicht gelockert. Die gesetzlichen Bestimmungen werden zunächst bis zum 15. Januar 2021 verlängert. Dies war die zentrale Botschaft von Premier Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch beim Pressebriefing. Zuvor hatten Bettel und Lenert bereits das Parlament über die Entscheidungen des Kabinetts informiert.

„Es gibt ganz eindeutig zu viele Neuinfektionen, zu viele Covid-Patienten müssen im Krankenhaus behandelt werden und es gibt zu viele Tote. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen“, so der Regierungschef gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Und weil die Situation alles andere als gut ist, gelte es bis auf Weiteres die Zahl der Kontakte auf ein Minimum zu begrenzen.

Auch in den kommenden Wochen darf man nur zwei Personen aus einem Haushalt zu Hause empfangen. Cafés und Restaurants, Sporteinrichtungen und Kulturbetriebe sowie die Fitnesscenter bleiben daher mindestens bis Mitte Januar geschlossen. Danach will die Regierung entscheiden, wie es weiter gehen wird. 

Neue Regeln in den Einkaufszentren

Neuerungen gibt es lediglich bei den Einkaufszentren. Die Betreiber müssen ein schlüssiges Hygienekonzept ausarbeiten, das es ermöglicht, die Besucherströme besser zu leiten, damit es nicht zu größeren Menschenansammlungen kommt. 

Auch dürfen Getränke und Speisen, die eigentlich zum Mitnehmen gedacht sind, nicht mehr an Ort und Stelle verzehrt werden. Da die Besucher sich grundsätzlich nur mit Mund-Nasen-Schutz in den Einkaufszentren bewegen dürfen, sei es nicht konsequent, wenn sie die Maske zum Essen oder zum Trinken vor den Verkaufsständen abnehmen dürften, so Bettel und Lenert. 


(FILES) In this file photo a woman receives a Covid-19 vaccination from Yaquelin De La Cruz at the Research Centers of America (RCA) in Hollywood, Florida, on August 13, 2020. - The Pfizer and Moderna Covid vaccines could be approved in a matter of weeks, but who in the United States will get them first? Though nothing has yet been decided, US experts may differ from other countries in prioritizing "critical workers" who keep society running -- potentially even before people at highest risk. To be clear, there won't be one single set of rules for the whole nation. (Photo by CHANDAN KHANNA / AFP)
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Die Bilder von den vergangenen Wochenenden dürften sich nicht wiederholen, mahnten der Premier und die Gesundheitsministerin mehrfach. „Einkaufen ist keine Freizeitbeschäftigung. Der Besuch im Einkaufszentrum taugt auch nicht als Wochenendausflug“, so Bettel mit Nachdruck. Man solle seine Einkäufe schnell erledigen und auch möglichst allein zum Einkaufen gehen.  

Den Gesetzentwurf mit den Änderungen am geltenden Corona-Gesetz haben Bettel und Lenert noch am Mittwoch auf den Instanzenweg geschickt. Mit dem gleichen Text werden auch die geltenden Bestimmungen bis zum 15. Januar verlängert. Das Parlament wird aller Voraussicht kommende Woche darüber abstimmen.

  Einkaufen ist keine Freizeitbeschäftigung.  

Premier Xavier Bettel

„Lockerungen wären zum jetzigen Zeitpunkt ein falsches Signal“, meinte auch Gesundheitsministerin Paulette Lenert. Durch die verschärften Maßnahmen sei es lediglich gelungen, die Zahl der Neuinfektionen zu stabilisieren, nicht aber  zu senken. Laut der Ministerin gibt es zwar einige „kleine Fortschritte“, doch die Entwicklung sei einfach zu fragil, um Lockerungen vorzunehmen. „Wir sind in keiner guten Ausgangsposition für die Feiertage“, so die Ministerin. Problematisch sei vor allem, dass in etwa der Hälfte der Fälle nicht gewusst sei, wo sich die Menschen angesteckt haben. Das Virus sei überall präsent und erfasse alle Alterskategorien gleichermaßen. 

„Wir müssen uns alle weiterhin konsequent an die Regeln halten und sie nicht maximal ausreizen“, erklärte die Ministerin. Die Pandemie habe der ganzen Gesellschaft in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viel abverlangt. Es habe viele Tote gegeben, Existenzen seien bedroht: „All dies war umsonst, wenn wir jetzt nachgeben“, so Lenert. 

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Politik, Briefing presse-Conseil de Gouvernement, Xavier bette, Paulette Lenert , Coronavirus, Covid-19, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort