Neujahrsempfang der Justiz

500.000 Mal in 21 Monaten geblitzt

Die Autofahrer haben sich an die Radargeräte gewöhnt. Seit einigen Monaten ist die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen rückläufig.
Die Autofahrer haben sich an die Radargeräte gewöhnt. Seit einigen Monaten ist die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen rückläufig.
Foto: Guy Jallay

(mig) - Es war Generalstaatsanwältin Martine Solovieff, die am Mittwoch beim Neujahrsempfang im Beisein von Justizminister Felix Braz die neuesten Zahlen in Sachen Blitzer verkündete. 494.736 Bußgeldbescheide wurden seit der Inbetriebnahme der Radargeräte im März 2016 ausgestellt, 477.152 davon in Höhe von 49 Euro, die restlichen 17.584 in Höhe von 145 Euro.

83 Prozent der geblitzten Autofahrer zahlten das Bußgeld. 33.545 Verwarnungen wurden noch nicht beglichen. Alle Verwarnungen zusammengenommen haben einen Gegenwert von knapp 26 Millionen Euro. Das Positive an den Radargeräten: Die "délits de grande vitesse" sind zurückgegangen, von 1.069 im Jahr 2016 auf 853 im vergangenen Jahr.

Solovieff bedauerte, dass die Staatsanwaltschaft zum Gerichtsvollzieher degradiert wird. Das Eintreiben der Bußgelder sei mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden, besonders wenn es sich um im Ausland immatrikulierte Fahrzeuge handele. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zu den 49 Euro Bußgeld, so die Generalstaatsanwältin.

Die Justiz wartet mit Ungeduld auf das neue Gesetz, das vorsieht, leichte Geschwindigkeitsübertretungen (49 Euro) nicht mehr vor Gericht zu bringen, was die Justiz erheblich entlasten würde.