Neujahrsempfang

ADR will an die Macht

Die ADR hofft auf eine Regierungsbeteiligung.
Die ADR hofft auf eine Regierungsbeteiligung.
Foto: Guy Jallay

(mig) - In neun Monaten werden die politischen Karten neu gemischt. Und damit keimt für die Oppositionsparteien die Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung auf. Das gilt auch für die ADR. "Wenn sich etwas ändern soll, muss man ADR wählen. Wer Stillstand will, der soll so wählen wie die andern sagen, dass sie wählen sollen", sagte ADR-Vorsitzende Jean Schoos. "Eine gestärkte ADR ist ganz klar eine Option für eine Regierungsbildung."

An der jetzigen Regierung hatte Schoos vieles auszusetzen. Angefangen bei der Familienpolitik, die Familien benachteilige, die ihre Kinder lieber zu Hause erziehen als sie in staatliche Obhut zu geben.

Rentenmauer

Die Rentenfrage werde immer mehr zur Schicksalsfrage, sagte der ADR-Vorsitzende. Statt so zu tun als gäbe es keine Rentenmauer, müsse man frühzeitig an den Stellschrauben des Rentensystems drehen und einen sanften Übergang einleiten, "damit unsere Kinder und Enkelkinder auch noch dezent leben können", so Schoos.

Als Verfechter der Luxemburgischen Sprache als "Integrationssprache Nummer 1" kritisiert die ADR die multilinguale Frühförderung in den Kindertagesstätten. Dort würden andere Sprachen in den Fokus gerückt und das Luxemburgische gehe immer mehr verloren. Diese Politik sei falsch, umso mehr, wenn man bedenke, dass "der Innenminister sich beschwert, dass er Probleme hat, die Stellen beim Staat mit Luxemburgern zu besetzen", so Schoos.

Schutz von ungeborenem Leben

Dann lag dem ADR-Vorsitzenden aber auch die rezente Debatte um die Würde des Tieres am Herzen. Er wunderte sich, dass insbesondere die grünen Politiker sich Gedanken über das Schlachten von trächtigen Tieren machen, "die gleichen Politiker, die sich diese Gedanken aber nicht gemacht haben, als es um das Abtreiben von menschliche Embryonen oder Föten ging", so der ADR-Präsident.

Die Verankerung der Würde des Tieres in der Verfassung werde unweigerlich die Debatte um den Schutz von ungeborenem Leben wieder aufkeimen lassen, meinte Schoos, "und das wollen die Gambia-Politiker nicht". Das sei auch der Grund, warum es in dieser Angelegenheit keinen Fortgang gebe.   

In der Wachstumsfrage will die ADR ganz neue Wege gehen. Ein zentraler Aspekt sei die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Wie man den schaffen könnte, das wollte Schoos nicht verraten. Wichtig sei, dass es sich um Wachstum handle, "das dem Land mehr bringt, als es kostet".