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Neues "Wort"-Layout: Mehr als nur Papier
Leitartikel Politik 7 2 Min. 08.03.2019

Neues "Wort"-Layout: Mehr als nur Papier

Neues "Wort"-Layout: Mehr als nur Papier

Foto: Pierre Matgé
Leitartikel Politik 7 2 Min. 08.03.2019

Neues "Wort"-Layout: Mehr als nur Papier

Roland ARENS
Roland ARENS
Das neue Layout, in dem sich das „Luxemburger Wort“ mit dieser Ausgabe zeigt, soll Luxemburgs führende Qualitätszeitung noch attraktiver zu machen.

Wenn es um Medien und deren Zukunft geht, insbesondere die der Tageszeitung, wird gerne der Harvardprofessor Clayton Christensen bemüht. Eine Kernaussage seiner Theorie der Disruption beruht auf der Erkenntnis, dass das Überleben von Unternehmen und Produkten am Markt sich dadurch entscheidet, wie gut sie aus Sicht des Kunden einen bestimmten Job oder eine Aufgabe erledigen. 


"Luxemburger Wort" im neuen Gewand: Evolution statt Revolution
Mit der Print-Ausgabe von Freitag, dem 8. März, beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte des „Luxemburger Wort“. Bei der Neugestaltung der Zeitung wurde sehr viel Wert auf die Stimme der Leser gelegt.

Unter diesem Aspekt schlagen sich Zeitungen durchaus achtbar, trotz der Konkurrenz der digitalen Kanäle und weltweit schwindender Auflagen. Als Informationsträger gehört die gedruckte Tageszeitung keineswegs zum alten Eisen, im Gegenteil. Sie allein macht es möglich, dem Leser in kurzer Zeit einen Nachrichtenüberblick zu verschaffen, Gewichtungen vorzunehmen und viele Themen zur Auswahl anzubieten. 

Zeitungen, sind sie gut gemacht, schaffen Lesevergnügen und vermitteln Hintergrundwissen in einem. Sie drängen sich nicht auf, sie schaffen Ruhe und geben Zeit zum Nachdenken. Dies sind Alleinstellungsmerkmale, die sich wohltuend abheben von der mitunter grellen Interaktivität der digitalen Medien. Ihren Job, im Sinne von Christensen, erfüllen Qualitätszeitungen in den Augen einer signifikanten Zahl von Lesern immer noch hervorragend. 

Design und Gestaltung unterstützen jenen anspruchsvollen Journalismus, dem diese Zeitung sich mehr denn je verpflichtet fühlt.

Richtig ist aber auch, dass sich die Aufgabe der gedruckten Zeitung im Lauf der Jahre immer wieder geändert hat. Längst vergangen sind die Zeiten, in denen die Zeitung die einzige Informationsquelle war. Den Job der schnellen Information haben andere Medien übernommen: Radio und Fernsehen in der Nachkriegszeit, Onlinemedien mit dem Wechsel ins 21. Jahrhundert. Wer will, hat heute jederzeit Zugriff auf eine nie gekannte Vielzahl von Nachrichtenquellen. 

Mit dem Ende der Informationshoheit hat sich aber auch der Arbeitsschwerpunkt von Zeitungsjournalisten deutlich verschoben: weg von der reinen Nachrichtenvermittlung, hin zu Erklärung, Beschreibung und Analyse des Zeitgeschehens. 

Zeitungen werden sich in den kommenden Jahren weiter ändern müssen, wenn sie ihren Job auch künftig gut machen wollen. Redaktionen müssen in digitale Produkte investieren, neue journalistische Erzählformen ausprobieren – und zugleich neue Geschäftsmodelle entwickeln.   

Das neue Layout, in dem sich das „Luxemburger Wort“ mit dieser Ausgabe zeigt, dient dem Ziel, Luxemburgs führende Qualitätszeitung noch attraktiver zu machen. Design und Gestaltung unterstützen damit eben jenen anspruchsvollen Journalismus, dem diese Zeitung sich mehr denn je verpflichtet fühlt. 

Auch deshalb haben wir uns dafür entschieden, den weithin bekannten Frakturschriftzug unverändert zu lassen – einschließlich des Mottos „Für Wahrheit und Recht“. Was für manchen im digitalen Nachrichtenzeitalter anmaßend oder anachronistisch klingen mag, verstehen wir als journalistischen Auftrag, der seine wohlverstandene Aktualität nicht verloren hat. 

Journalismus, ob in digitaler oder gedruckter Form, findet auch, aber eben nicht nur im marktwirtschaftlichen Umfeld statt. Journalismus erledigt nicht bloß einen Job, sondern erfüllt eine für die Gesellschaft unabdingbare Aufgabe. Der Einsatz dafür lohnt heute mehr denn je.


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