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Neues Votum über Glyphosat: "Fünf Jahre sind für uns immer noch zu lang"
Welche Landwirtschaft wollen die Europäer? Die Mitgliedsstaaten sind sich uneinig, ob das Herbizid Glyphosat noch für weitere fünf Jahre versprüht werden darf.

Neues Votum über Glyphosat: "Fünf Jahre sind für uns immer noch zu lang"

Foto: AFP
Welche Landwirtschaft wollen die Europäer? Die Mitgliedsstaaten sind sich uneinig, ob das Herbizid Glyphosat noch für weitere fünf Jahre versprüht werden darf.
Politik 08.11.2017

Neues Votum über Glyphosat: "Fünf Jahre sind für uns immer noch zu lang"

Bérengère BEFFORT
Landwirtschaftsminister Fernand Etgen bleibt dabei: Luxemburg ist gegen die angedachte Verlängerung des Herbizids Glyphosat in der EU. Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Laufzeit wird als zu lange gewertet.

(BB) - Das Thema Glyphosat spaltet weiterhin die EU-Staaten. Am Donnerstag soll ein Expertengremium über eine weitere Zulassung des Herbizids abstimmen. Landwirtschaftsminister Fernand Etgen bleibt jedenfalls dabei: Luxemburg ist gegen die angedachte Verlängerung des umstrittenen Herbizids."Wir sind nicht mit einer weiteren Neuzulassung um fünf Jahre einverstanden. Wir werden dagegen stimmen", so Etgen.

Fünf Jahre seien "immer noch zu lang". Die EU-Kommission hatte zunächst eine Verlängerung um zehn Jahre vorgeschlagen, die für ganz viel Kritik sorgte. So war Brüssel Ende Oktober von seinem Vorhaben abgerückt und hatte eine kürzere Zulassung von fünf Jahren vorgeschlagen. Die Mitgliedstaaten konnten sich bislang allerdings nicht auf diese Laufzeit einigen. Und auch am Donnerstag dürfte die Vorstellung der Kommission erneut auf Widerstand stoßen.

Auch Frankreich sagt "Nein"

Der französische Umweltminister Nicolas Hulot kündigte bereits an, dass sein Land für höchstens drei weitere Jahre sei.

"Ich glaube, dass die EU-Kommission keine Mehrheit für eine fünfjährige Zulassung erhält", schätzt Etgen. Die Lage sei verfahren. Einzelne Staaten, zu denen auch Luxemburg gehört, treten für ein Phase-out ein, sprich einen schrittweisen Verzicht auf Glyphosat. Denn das Herbizid steht im Verdacht, Krebs zu erregen und die Umwelt zu belasten. Bislang gibt es allerdings kein Anzeichen dafür, dass die EU-Kommission einen solchen Ausstieg erwägt.

Wie auch immer ein Lösungsansatz aussieht, dieser muss zur qualifizierten Mehrheit der Staaten gebilligt werden. Das sind 16 von 28 Ländern und entspricht mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU.

Das Tauziehen könnte noch anhalten, sagt Fernand Etgen: "Das Verfahren ist kompliziert. Brüssel ist nunmal kein Wunschkonzert."





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