Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Neuerungen im öffentlichen Dienst
Berufsanfänger im öffentlichen Dienst brauchen im Rahmen ihrer allgemeinen Ausbildung künftig kein Mémoire mehr abzugeben.

Neuerungen im öffentlichen Dienst

Foto: Pierre Matge
Berufsanfänger im öffentlichen Dienst brauchen im Rahmen ihrer allgemeinen Ausbildung künftig kein Mémoire mehr abzugeben.
Politik 2 Min. 16.11.2018

Neuerungen im öffentlichen Dienst

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Im öffentlichen Dienst kommen 2019 auf Berufsanfänger, im Rahmen ihrer Ausbildung, Neuerungen zu. Ausgenommen sind Lehrer.

Vier Monate vor den Wahlen hatte die Regierung sich mit der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP auf Nachbesserungen bei der Beamtendienstrechtsreform geeinigt, darunter die Abschaffung der 80/80/90-Regelung und die Kürzung der Stage-Zeit. Die Regierung verpflichtete sich, bis Dezember 2018 ein Gesetzesprojekt auszuarbeiten, das unter der neuen Regierung in Kraft treten soll.


Hart hat die CGFP verhandelt und sie konnte in den vergangenen fünf Jahren etliche Verbesserungen herausschlagen.
Gut bediente Staatsdiener
Dan Kersch hat den öffentlichen Dienst und die administrative Vereinfachung unter sich. Einem guten Ansatz bei letzterer stehen als Bilanz Wohltaten für den öffentlichen Dienst gegenüber, die im Regierungsprogramm nicht vorgesehen sind.

Unabhängig davon wird es ab 2019 weitere Änderungen bei der Ausbildung der Berufsanfänger im öffentlichen Dienst geben. Dies geht aus einem internen Schreiben des Institut national d'administration publique (INAP), das für die allgemeine Ausbildung der Berufsanfänger zuständig ist, an die Verwaltungen hervor. Dort ist auch von der Abschaffung des Mémoire die Rede.

Laut diesem Schreiben sind „fonctionnaires stagiaires“, deren Stage nach dem 28. Februar 2019 endet, nicht mehr verpflichtet, im Rahmen ihrer allgemeinen Ausbildung am INAP eine schriftliche Arbeit abzugeben. Das gilt auch für Auszubildende, deren Stage vor diesem Stichdatum endet und deren Abgabefrist am vergangenen 31. Oktober abgelaufen ist. „Par contre, tous les mémoires déjà remis seront notés et pris en compte pour l'examen de fin de formation générale“, heißt es weiter.

Das großherzogliche Reglement mit den neuen Bestimmungen wird erst Ende Dezember veröffentlicht. Das Ministerium wollte am Donnerstag keine Informationen über die Änderungen preisgeben, „weil wir erst die Verwaltungen informieren wollen, was auf sie zukommt“, so ein Sprecher des INAP.

Die Änderungen, und speziell die Abschaffung des Mémoire im Rahmen der allgemeinen Ausbildung, gelten für Auszubildende in den staatlichen Verwaltungen, nicht aber für die Gruppe der Lehrer, wie Camille Peping, Direktor des Institut de formation de l'éducation nationale (IFEN), gestern auf Nachfrage erklärte.

Das hat damit zu tun, dass das IFEN für die allgemeine und die berufsspezifische Ausbildung der Lehrer zuständig ist, während die Auszubildenden, die in staatlichen Verwaltungen arbeiten, ihre allgemeine Ausbildung am INAP absolvieren und die berufsbezogene in der jeweiligen Verwaltung.

Die Ausbildung der Lehrer unterliegt dem IFEN-Gesetz, das laut aktuellem Stand weiterhin die Abgabe eines Mémoire vorsieht. Doch auch die Verwaltungen können im Rahmen der berufsspezifischen Ausbildung eine schriftliche Arbeit verlangen.

Dass junge Lehrer nicht erfreut sind, dass die neuen Bestimmungen nicht für sie gelten, kann Peping nachvollziehen, aber er teilt ihre Meinung nicht. „Der Stage gilt für alle Karrieren, aber vom Aufbau her gibt es große Unterschiede“, sagt er. Einen hundertprozentigen Parallelismus könne es nicht geben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

"In einem schlechten Zustand"
Die Lehrergewerkschaft SEW macht sich Sorgen um den Zustand der öffentlichen Grundschule. Die geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrernotstands drohen, das Berufsbild des Lehrers und das Vertrauen in die Schule zu zerstören, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz.
Der Gesetzentwurf 7206 mit den Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrernotstands muss noch im Frühjahr durch das Parlament.