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Neuer Spitalplan gerät in Verzögerung
Politik 21.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Gesundheit

Neuer Spitalplan gerät in Verzögerung

Der neue Spitalplan tritt später als geplant in Kraft.
Gesundheit

Neuer Spitalplan gerät in Verzögerung

Der neue Spitalplan tritt später als geplant in Kraft.
Shutterstock
Politik 21.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Gesundheit

Neuer Spitalplan gerät in Verzögerung

Der neue Spitalplan wird ein paar Wochen später als geplant in Kraft treten als erwartet. Gesundheitsminister Lydia Mutsch hat die Mitglieder der zuständigen Parlamentskommission über das ehrgeizige Vorhaben ins Bild gesetzt.

(ml) - Ziel des Spitalplans ist es die Kompetenzen zu bündeln. Dabei gibt es eine Premiere: Zum ersten Mal werden Kompetenzzentren geschaffen. Der Spitalplan darf zwar nicht vorschreiben, wo welches Kompetenzzentrum entsteht. Festgelegt wurden jedoch einige Kriterien, nach denen diese Zentren sich orientieren sollen. Aufgabe der "Entente des Hôpitaux" ist es, aufgrund dieser Definitionen, Anfragen für die einzelnen Zentren zu stellen.

Nach Ansicht der Regierung sollen zum Beispiel im Zuge des nationalen Krebsplans zwei Kompetenzzentren geschaffen werden, um die Bekämpfung dieser Krankheit wirksamer zu gestalten. Auch im Bereich von Gesellschaftskrankheiten (Fettleibigkeit, Diabetes) sind solche Kompetenzzentren vorgesehen.

Derzeit sind die Krankenhäuser in Luxemburg zu 70 Prozent belegt. In Zukunft will man diesen Wert auf 80 Prozent erhöhen, um somit die Kosten zu drosseln. Der neue Spitalplan sieht vor, dass die Zahl der Akutbetten um fünf Prozent reduziert wird. Pro Krankenhausgruppe sollen demnächst 20 bis 25 Betten wegfallen.

CSV: "Vieles bleibt nebulös"

In den Krankenhäusern sollen künftig einzelne Abteilungen leicht reduziert werden, bestätige Mutsch nach der Sitzung der parlamentarischen Gesundheitskommission. Sie versicherte allerdings, dass nirgendwo Personal abgebaut wird. Jean-Marie Halsdorf (CSV) ist der Meinung, dass noch in vielen Hinsichten Klärungsbedarf besteht: "Lediglich drei Neurologien sind geplant.  Es gibt dagegen 4 Notfallstationen. Vorgesehen ist, dass jede Notfallstation über eine Neurologie verfügt. Wie soll das funktionieren. Des Weiteren ist nicht gewusst wo die Pneumologie und die Schönheitschirurgie hinkommen werden. Das Ganze ist nebulös".

Vergangene Woche gab die Regierung der Gesundheitsministerin grünes Licht, beim Spitalplan die Prozedur zu starten. Im Parlament ist demnächst diesbezüglich eine Regierungserklärung und eine Debatte vorgesehen. Die CPH (Commission permanente du secteur hospitalier) und das "Collège Médical" werden in einem Gutachten dazu Stellung nehmen. Nicht ausgeschlossen ist, dass danach einige Änderungen am Spitalplan durchgeführt werden. Letztendlich wird der Staatsrat dazu Stellung beziehen. Mutsch geht davon aus, dass der Spitalplan Anfang nächsten Jahres mit einigen Wochen Verspätung in Kraft treten wird.


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