Neuer Rekordwert

Petition für Luxemburgisch startet durch

Die Petition für Luxemburgisch als Amtssprache hat enormen Zulauf.
Die Petition für Luxemburgisch als Amtssprache hat enormen Zulauf.
Foto: Facebook

(jag) - 7372 elektronische Unterschriften gingen innerhalb von nur vier Tagen (Stand: Freitagnachmittag) für die Petition Nummer 698 ein, ein neuer Rekordwert. Gefordert wird dort das Einführen des Luxemburgischen als erste Amtssprache und Nationalsprache für alle Einwohner Luxemburgs. Zudem soll die luxemburgische Sprache verstärkt in der Schule unterrichtet werden, sämtliche offizielle Veröffentlichungen des Staates und seiner Verwaltungen, inklusive der Gesetzestexte, sollen zuallererst auf Luxemburgisch verfasst werden.

Französisch soll demnach nicht mehr ausschließlich von der Regierung als Amtssprache benutzt werden, auch Gerichtsurteile sollen zumindest auf luxemburgisch übersetzt werden. Für Bürger, die das Luxemburgische nicht verstehen, sollen Übersetzungen auf Deutsch und Französisch zur Verfügung gestellt werden.

Damit ist jetzt bereits klar, dass die Petition Gegenstand einer Parlamentsdebatte werden wird. 4500 Unterschriften werden dafür benötigt.

Rekordverdächtig

"So schnell hat es bei uns noch keine Petition geschafft", so Marco Schank, Präsident des Petitionsausschusses. "Der Andrang war so groß, dass der Server des Parlamentes zeitweise überlastet war", so Schank.

Ähnlichen Andrang, aber in viel kleinerem Maße, hatten bisher bloß die Petitionen  zum Schließen des Kernkraftwerkes in Cattenom, zum Verbot des Pelzhandels in Luxemburg und zum Verbot der Fuchsjagd. 

Dem Petitionär geht es in erster Linie um den Erhalt der luxemburgischen Sprache neben den anderen in Luxemburg gesprochenen Sprachen. Er bemängelt vor allem den Umstand, dass es in Luxemburg keine Amtssprache gibt. Der Gesetzgeber benutzt in den Texten die Bezeichnungen Nationalsprache, Gesetzessprache und Verwaltungssprache. Das Luxemburgische sei zudem innerhalb der EU die einzige Sprache, die nicht im offiziellen Amtsblatt vertreten sei. Der Petitionär empfindet dies als Diskriminierung.