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Neuer Kollektivvertrag: Konflikt im Sozial- und Pflegesektor beigelegt
Politik 2 Min. 15.06.2017

Neuer Kollektivvertrag: Konflikt im Sozial- und Pflegesektor beigelegt

Die SAS-Beschäftigten dürfen sich über finanzielle Verbesserungen freuen.

Neuer Kollektivvertrag: Konflikt im Sozial- und Pflegesektor beigelegt

Die SAS-Beschäftigten dürfen sich über finanzielle Verbesserungen freuen.
Foto: Lex Kleren
Politik 2 Min. 15.06.2017

Neuer Kollektivvertrag: Konflikt im Sozial- und Pflegesektor beigelegt

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Die rund 15.000 Beschäftigten im Sozial- und Pflegesektor dürfen erleichtert sein: Nach monatelangem Streit haben sich die Gewerkschaften und das Patronat auf einen neuen Kollektivvertrag geeinigt.

(ml) - Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, so etwa lassen sich die schleppenden Verhandlungen zur Erneuerung des Kollektivvertrags im Pflege- und Sozialwesen zusammenfassen. Nach beinahe fünfstündigen Gesprächen haben  die Arbeitgebervertreter mit den Gewerkschaften LCGB und OGBL eine Einigung gefunden. Beide Seiten gaben dem Text des Abkommens noch den letzten Schliff.

Die grundsätzliche Vereinbarung wird am Freitagmorgen von beiden Seiten unterschrieben. Anschließend werden die Gewerkschaften ihren jeweiligen Gremien das Verhandlungsergebnis unterbreiten, die dann ihre Zustimmung geben müssen. Die gleiche Übung erfolgt auch auf Arbeitgeberseite. Die einzelnen Verbände werden für die kommenden Wochen Generalversammlungen einberufen. Zudem muss auch die Regierung noch grünes Licht geben. Dabei dürfte es sich aber nur noch um Formalitäten handeln.

Finanzrahmen wird eingehalten

Seit Monaten forderten die Gewerkschaften, dass den Beschäftigten des SAS-Sektors ("Secteur d'aides et de soins") die gleichen Lohnverbesserungen und Aufwertung der Laufbahnen zustehen, wie jene der Staatsbediensteten. Auf diesem Punkt erlangten die Arbeitnehmervertreter Zufriedenheit.

In dem neuen Tarifabkommen werden die Lohn- und Karriereverbesserungen  endgültig verankert. Die Regierung hatte bereits für die kommenden fünf Jahre ein Budgetumfang in Höhe von 188 Millionen Euro festgelegt. Dieser Finanzrahmen  werde eingehalten, heißt es in einer gemeinsamen knappen Pressemitteilung. Des Weiteren steht den SAS-Mitarbeitern demnächst auch eine einmalige Prämie von 0,9 Prozent und eine Punktwerterhöhung von 2,2 Prozent zu. Der neue Kollektivvertrag tritt am 1. Oktober in Kraft und dauert bis Ende Dezember 2019.

Erleichterung bei den Gewerkschaften

LCGB-Vertreterin Céline Conter zeigte sich erfreut darüber, dass nach schwierigen und intensiven Gesprächen dem Hauptanliegen der Gewerkschaften Rechnung getragen worden sei. Zufrieden und erleichtert über den Ausgang der Gespräche war auch OGBL-Zentralsekretärin Nora Back: "Es war ein hartes Stück Arbeit. Am Ende haben wir uns auf ein Abkommen geeinigt, in dem sich jeder wiederfinden kann."

Etwas verhaltener fällt die Reaktion beim Patronat aus. "Die Arbeitgeber haben in einem äußerst kompliziertem Kontext viel Wasser in den Wein gegossen", unterstreicht Michel Simonis. Der Kassenführer der Pflegeeinrichtungen (Copas) ist zuversichtlich, dass die Regierung ihre Verpflichtungen in Bezug auf die Finanzierungsfragen einhält. Nach der grundsätzlichen Vereinbarung, die erzielt wurde, dürfte jetzt wieder Ruhe in den Pflege- und Sozialsektor einkehren, hofft Simonis.

FHL unter Druck

Für die Gewerkschaften ist die erzielte Einigung jedoch nur ein Teilerfolg. Bereits am Freitagmorgen findet ein Treffen der letzten Chance mit der Krankenhäuserföderation FHL statt. Der Kernpunkt der Verhandlungen sind auch hier eine neue Lohntabelle sowie eine Karriereaufwertung.

Bislang war das Patronat nicht dazu bereit, sich bei der Anpassung der Laufbahnen an jene vom Staat über einen längeren Zeitraum zu verpflichten. Auch wenn FHL-Präsident Paul Junck bei der vorigen Verhandlungsrunde am Mittwoch von "professionellen Gesprächen" sprach, gaben die Gewerkschaften noch keine Entwarnung. Nach wie vor müssten dicke Brocken aus dem Weg geräumt werden, so dass eine Einigung nicht in Sicht sei.

Nach dem Durchbruch im SAS-Sektor dürfte die "Fédération des Hôpitaux" zunehmend unter Druck geraten. Den Menschen zu erklären, warum einem  Krankenpfleger, der im Spitalsektor beschäftigt ist, weniger zustehen soll als dem SAS-Kollegen im Pflegebereich, dürfte ein schwieriges Unterfangen werden. Falls sich bei der Unterredung am Freitag kein Konsens abzeichnen sollte, muss sich das Krankenhauswesen auf einen Streik gefasst machen.


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