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Neuer Elternurlaub wird leichter gehandhabt
Politik 20.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Ministerin bessert nach

Neuer Elternurlaub wird leichter gehandhabt

Die Eltern werden nicht benachteiligt. Auch wenn ein Antrag auf Elternurlaub vor dem Inkrafttreten des Gesetzes gestellt wird, sollen die Familien späterhin von den neuen Bestimmungen profitieren können.
Ministerin bessert nach

Neuer Elternurlaub wird leichter gehandhabt

Die Eltern werden nicht benachteiligt. Auch wenn ein Antrag auf Elternurlaub vor dem Inkrafttreten des Gesetzes gestellt wird, sollen die Familien späterhin von den neuen Bestimmungen profitieren können.
Foto: Shutterstock
Politik 20.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Ministerin bessert nach

Neuer Elternurlaub wird leichter gehandhabt

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Werdende Eltern hatten sich beschwert: Sie befürchteten nicht in den Genuss des neuen Elternurlaubs zu gelangen. Ministerin Corinne Cahen ist den Familien nun entgegengekommen.

(BB) - Viele werdende Eltern und Familien hatten sich beschwert: Weil die Reform des neuen Elternurlaubs noch nicht im Parlament verabschiedet wurde, sollte sich jede Anfrage auf die zum jetzigen Zeitpunkt noch bestehenden Bestimmungen beziehen. Was rechtlich nachvollziehbar ist, wäre für die Eltern allerdings ärgerlich.

Würde ein Vater im Januar 2017 in Elternzeit gehen wollen und jetzt seinen Antrag einreichen, so wäre die aktuelle Gesetzgebung ausschlaggebend. Von den neuen flexiblen Modellen und dem höheren Ersatzeinkommen könnte er nicht profitieren. Auch wenn das Gesetz im Jahr 2017 dann in Kraft ist.

"Viele Leute haben das als ungerecht empfunden und dem wollten wir Rechnung tragen“, erklärte Familienministerin Corinne Cahen auf Nachfrage hin. Das Ministerium reichte einen zusätzlichen Passus zum Gesetzestext ein. Dieser ermöglicht, eine Anfrage im aktuellen System zu stellen und trotzdem das neue Modell in ein paar Monaten beanspruchen zu können.

Konkret werden die Mütter und Väter hierfür einen zweiten Antrag einreichen, wenn das neue Gesetz rechtskräftig ist. Somit können sie das neue Ersatzeinkommen von bis zu 3 200 Euro beziehen, statt die bisher begrenzte monatliche Entschädigung von 1778 Euro. Die Sonderregelung gilt auch für den Anspruch auf die neuen flexiblen Auszeiten. Eine Voraussetzung bleibt aber bestehen: Der Arbeitgeber muss der flexiblen Arbeitsorganisation im Vorfeld zustimmen.

Bleibt die Frage, wann der neue Elternurlaub tatsächlich zugänglich sein wird. Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, könnte die parlamentarische Arbeit zügig vorankommen, so dass eine Abstimmung im Plenum im Herbst erfolgen könnte.


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