Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Neuer Elan für die Kulturpolitik
Das kulturelle Angebot sei breit gefächert. Dennoch gäbe es noch Luft nach oben.

Neuer Elan für die Kulturpolitik

Foto: asdf
Das kulturelle Angebot sei breit gefächert. Dennoch gäbe es noch Luft nach oben.
Politik 30.08.2018

Neuer Elan für die Kulturpolitik

Glenn SCHWALLER
Déi Gréng fordern einen Neuanfang der luxemburgischen Kulturpolitik. Zu wenig sei in der Vergangenheit getan worden.

Für Déi Gréng ist die Förderung der Kultur in Luxemburg ein zentrales Anliegen. Zu sehr sei dieser Bereich in den letzten Jahren vernachlässigt worden, beklagten Parteipräsident Christian Kmiotek und die Chamber-Abgeordnete Sam Tanson während einer Pressekonferenz am Donnerstag. Kmiotek betonte immer wieder, dass Kultur Brücken schaffe und somit eine Hauptrolle in der Integration und Inklusion von Menschen spiele:"Man kann nicht von der Kultur sprechen, sondern muss von den Kulturen reden". Beide fordern eine Neuausrichtung der luxemburgischen Kulturpolitik.

Künstler müssen von ihrer Arbeit leben können

Einer der Hauptansätze der Partei besteht darin, Künstler zu stärken. So fordern Déi Gréng eine effizientere Förderung und Subvention der Kultur, beispielsweise durch eine Vereinheitlichung der Mindeststandards bei Arbeits- und Werkverträgen sowie durch die Einführung einer reduzierten Mehrwertsteuer auf künstlerische Aktivitäten, um Kunstschaffende finanziell zu entlasten. Als Künstler dürfe man keinen Hunger leiden und müsse von seiner Arbeit leben können.

Auch der Zugang zum kulturellen Angebot solle verbessert werden. Gerade bei Kindern und Jugendlichen würde aktuell nur eine Minderheit das Angebot wahrnehmen. Um dies zu ändern, soll der Zugang zur Kultur in Schulen und Betreuungseinrichtungen verbessert werden. Kreativität müsse dazu fächerübergreifend verankert werden. Zudem sehen Déi Gréng die Notwendigkeit, den Musikunterricht auf kommunaler Ebene zu stärken, dazu sollen die Gemeinden stärker in die Pflicht genommen werden.

Kulturgüter besser erhalten

Um den rasant schrumpfenden Bestand an kulturellen Gütern in Zukunft besser schützen zu können, müsse eine Reform des Denkmalschutzgesetzes her. Zudem brachte Tanson ein Kulturzentrum in Esch/Alzette ins Spiel, das die industrielle Epoche des Landes aufgreifen solle. Da sich die Südmetropole im Jahr 2022 als Kulturhaupstadt Europas bezeichnen darf, würde dieses Zentrum optimal ins Konzept passen, so Tanson weiter.

Damit die Kulturpolitik zukünftig insgesamt effizienter gestaltet werden kann, sollen alle Kompetenzen in einem Ministerium gebündelt werden. Aktuell ist die Filmförderung Teil des Aufgabenfeldes des Ministeriums für Medien und Kommunikation.




Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wahlen 2018: alle Kandidaten auf einen Blick
Am kommenden 14. Oktober wählt Luxemburg eine neue Abgeordnetenkammer und indirekt ebenfalls eine neue Regierung. Kandidaten, Parteien, Wahlbezirke. wort.lu hat alles in einer Grafik zusammengefasst.
Gemeindewahlen, élections communales 2017. Wahlbüro Muehlenbach, Luxemburg,Photo Guy Wolff
"Ein Plan für Luxemburg"
Die CSV möchte nach den Landeswahlen wieder in die Regierungsverantwortung. Mit einem "Plan für Luxemburg" möchte sie die Wähler von sich und ihrer Politik überzeugen. Am Mittwoch hat die Parteispitze den ersten Teil vorgestellt.
CSV-Fraktionschef und Spitzenkandidat Claude Wiseler (r.) und Parteipräsident Marc Spautz haben einen Plan für Luxemburg.
Kulturdiplomatie : "Leidenschaft vermitteln"
Die Auslandsvertretungen des Großherzogtums bemühen sich, die Luxemburger Kulturszene und Künstler in den jeweiligen Ländern vorzustellen und zu fördern. Doch reichen die Mittel dazu aus?
Filmfund-Direktor Guy Daleiden stellte unter anderem im vergangenen Februar die Filmszene in der Berliner Botschaft vor.