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Neue Strategie in der Entwicklungshilfe
Oberstes Ziel der luxemburgischen Entwicklungshilfe ist die Bekämpfung der Armut.

Neue Strategie in der Entwicklungshilfe

Foto: Pierre Matge
Oberstes Ziel der luxemburgischen Entwicklungshilfe ist die Bekämpfung der Armut.
Politik 21.09.2018

Neue Strategie in der Entwicklungshilfe

Glenn SCHWALLER
Romain Schneider, Minister für Entwicklungszusammenarbeit, blickte am Freitag auf das Geleistete der vergangenen Legislaturperiode zurück. Zudem stellte er eine neue Strategie vor.

Insgesamt zeigte sich Romain Schneider mit der Arbeit der vergangenen fünf Jahre zufrieden. Besonders stolz sei er darauf, dass Luxemburg jährlich ein Prozent seines Bruttonationaleinkommens in die Entwicklungshilfe investiere, letztes Jahr seien dies über 400 Millionen Euro gewesen. Damit belegt das Großherzogtum den zweiten Platz weltweit und hält das von den Vereinten Nationen festgelegte Quorum von 0,7 Prozent ein.

Neue Strategie vorgestellt

Damit Luxemburg auch in Zukunft seine Verpflichtungen einhalten kann, stellte Schneider die Grundzüge einer überarbeiteten Strategie vor. Diese fußt auf vier Säulen. Primäres Ziel sei weiterhin die Bekämpfung der absoluten Armut. Dennoch würde man die Ausrichtung der Politik an die Agenda 2030 der Vereinten Nationen anpassen. Diese zielt vor allem auf eine nachhaltige, soziale und politische Entwicklung.

So soll der Zugang zu sozialen Dienstleistungen verbessert werden, genauso wie die sozioökonomische Einbindung von Frauen und Jugendlichen. Auch wird versucht, über die neue Ausrichtung ein nachhaltiges Wachstum und eine inklusive Governance, sprich eine verbesserte politische Stabilität, herbeizuführen. Ziel ist es, die Entwicklungshilfe an die komplexe Weltlage anzupassen.

An dem Prinzip der geographisch organisierten Entwicklungshilfe halte man fest. Schneider argumentierte, es sei sinnvoller, gezielt in einigen ausgewählten Ländern Hilfe zu leisten. Aktuell profitieren sieben Zielländer besonders von der luxemburgischen Entwicklungshilfe, die Mehrheit davon in der Sahelzone in Afrika. Namentlich sind dies Niger, Burkina Faso, Senegal, Mali und die Kap Verden.

Auch wenn Luxemburg nicht über die gleichen Mittel wie größere Länder verfüge, könne man sich mittels Know-how an der Entwicklungshilfe beteiligen."Wir können uns vor allem im Bereich der Kommunikation einbringen", betonte Schneider. Als Beispiel führt er die luxemburgische Satellitentechnik an.

Auch verwies er darauf, dass das Ministerium seinen Auftritt in der Öffentlichkeit aufgewertet habe. So wurde beispielsweise ein neues Logo und eine modernere visuelle Darstellung erarbeitet.

Kooperation mit NGOs  

Auch die Zusammenarbeit mit den Nichtregierungsorganisationen lobte der LSAP-Politiker. Dieses Urteil konnte Armand Drews, Präsident des Arbeitskreises der NGOs, nur zurückgeben. Man zeige sich sowohl mit der Kooperation in den letzten Jahren als auch mit der Ausrichtung der neuen Strategie global zufrieden. Zudem lobte Drews die Errichtung der Maison des ONG, auch wenn er sich für die Zukunft einen größeren Standort wünscht.


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