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Neue Regeln im Kampf gegen Corona
Politik 2 2 Min. 22.09.2021
Alters- und Pflegeheime

Neue Regeln im Kampf gegen Corona

Familienministerin Corinne Cahen und Gesundheitsministerin Paulette Lenert stellten am Mittwoch die angepassten Empfehlungen für die Alters- und Pflegeheime vor. Die Regeln gelten vorerst bis zum 18. Oktober.
Alters- und Pflegeheime

Neue Regeln im Kampf gegen Corona

Familienministerin Corinne Cahen und Gesundheitsministerin Paulette Lenert stellten am Mittwoch die angepassten Empfehlungen für die Alters- und Pflegeheime vor. Die Regeln gelten vorerst bis zum 18. Oktober.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 2 Min. 22.09.2021
Alters- und Pflegeheime

Neue Regeln im Kampf gegen Corona

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Familienministerin Cahen und Gesundheitsministerin Lenert stellen neue Regeln für die Alters- und Pflegeheime vor. Das Virus soll draußen bleiben, so die Devise.

Nachdem sie im Juli in der Folge des Waringo-Berichts auch wegen der unzureichenden Kommunikation in die Kritik geraten war, suchte Familienministerin Corinne Cahen (DP) diesmal die Öffentlichkeit und stellte am Mittwoch zusammen mit Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) die angepassten Empfehlungen für die Alters- und Pflegeheime vor.

Neu ist, dass der Zeitraum diesmal genau definiert ist. Die Richtlinien gelten seit dem 22. September und bleiben bis zum 18. Oktober in Kraft, dann läuft auch das aktuelle Covid-Gesetz aus. Neu ist auch, dass die Empfehlungen nicht länger nur für die Alters- und Pflegeheime gelten, sondern auch für die logements encadrés. Zudem hat die Commission permanente, die die einzelnen Häuser beim Umgang mit der Pandemie begleitet, bereits ihre Arbeit aufgenommen. Damit wurden bereits drei Empfehlungen aus dem Waringo-Bericht umgesetzt

Punktuelle Anpassungen

Wie Familienministerin Cahen gestern im Rahmen einer Pressekonferenz betonte, gibt es in Bezug auf die allgemeinen Hygienemaßnahmen nur wenige Änderungen, sie wurden lediglich punktuell angepasst. Die Kommission, die sich u. a. aus Vertretern der verschiedenen Ministerien, aber auch beispielsweise des Dachverbands Copas zusammensetzt, hat die gemeinsamen Empfehlungen des Familien- und des Gesundheitsministeriums begutachtet. In einigen Punkten kam es anschließend zu kleineren Anpassungen, betonte Cahen.


Familienministerin Corinne Cahen (DP) am Montag im Gespräch mit Jeannot Waringo. Sie ist wegen der Corona-Situation in den Altenheimen stark unter Druck geraten, besonders aber wegen ihrer schlechten Informationspolitik.
Die Schwachstellen im System
Am Montag legte die Expertengruppe ihren Bericht zum Infektionsgeschehen in den Altenheimen vor und legte ein paar Schwachstellen offen.

Der Katalog mit den Empfehlungen stellt eine Art „Gebrauchsanweisung“ für den Umgang mit dem Virus dar. Sie schreiben beispielsweise die allgemeinen Hygienemaßnahmen fest, sie regeln aber auch ganz genau, was zu tun ist, wenn es einen positiven Befund bei einem Bewohner oder einem Mitarbeiter gibt oder wenn es erneut zu Clustern in den Alters- und Pflegeheimen kommen sollte.

Rechtlich verbindlich sind die Richtlinien allerdings nicht, es handelt sich lediglich um Empfehlungen. Die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten hätten aber gezeigt, dass sich die Häuser minutiös an die Vorgaben halten und manchmal sogar noch strengere hausinterne Regeln erlassen würden, erklärte die Familienministerin.

Neben den Empfehlungen gibt es auch verpflichtende Regeln, die die Häuser respektieren müssen, dies auf Basis der Verordnungen des Santé-Direktors. Und natürlich spielen auch die allgemeinen Corona-Regeln, so wie sie im aktuellen Covid-Gesetz verankert sind.

Weitere Neuerungen betreffen die Impfungen und die Teststrategie. Ab dem 27. September können die Bewohner der Alters- und Pflegeheime eine dritte Impfdosis erhalten, vorausgesetzt ihre zweite Impfung liegt mehr als sechs Monate zurück. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. 

95 Prozent der Bewohner geimpft

Die beiden Ministerinnen richteten erneut einen dringenden Appell an die Bewohner, vor allem aber an die Mitarbeiter, sich impfen zu lassen. Während 95 Prozent der Bewohner vollständig immunisiert sind, besteht beim Personal noch Nachholbedarf. Genaue Zahlen sind nicht verfügbar, vor allem deshalb, weil die Ministerien in Luxemburg nicht wissen, wie viele Mitarbeiter im Ausland geimpft wurden.

Bei den Tests wurde festgehalten, dass sich Bewohner und Personal der Einrichtungen alle zwei bis drei Wochen einem PCR-Test unterziehen können, dies in Zusammenarbeit mit dem Laboratoire national de Sante (LNS). 

Vier positive Fälle

Die Familienministerin beschrieb die Situation zurzeit als „ruhig“. Zwischen dem 6. und dem 12. September wurden der Santé insgesamt 20 Infektionen gemeldet, in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen gab es zwölf positive Fälle, acht Neuinfizierte waren älter als 80 Jahre. Am 21. September gab es lediglich vier Infizierte in zwei Alters- und Pflegeheimen, die alle asymptomatisch sind. 

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