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Neue Konvention für Jägerverband: Ende der Treibjagd
Politik 2 Min. 02.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Neue Konvention für Jägerverband: Ende der Treibjagd

FSHCL-Sprecher Marc Glesener, Staatssekretär Camille Gira und FSHCL-Präsident Georges Jacobs.

Neue Konvention für Jägerverband: Ende der Treibjagd

FSHCL-Sprecher Marc Glesener, Staatssekretär Camille Gira und FSHCL-Präsident Georges Jacobs.
Foto: Max Lemmer
Politik 2 Min. 02.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Neue Konvention für Jägerverband: Ende der Treibjagd

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Trotz Meinungsverschiedenheiten über das Fuchsjagdverbot starten der Jägerverband FSHCL und Staatssekretär Camille Gira wieder eine neue Zusammenarbeit.

(ml) - Nachdem das Vertrauen zwischen der Fédération Saint-Hubert des Chasseurs (FSHCL) und Camille Gira, Staatssekretär im Umweltministerium, am Nullpunkt angelangt war, haben sich die Wogen inzwischen geglättet. Nach vier Verhandlungsrunden wurde sich nun auf eine neue Konvention geeinigt, die die Beziehungen zwischen beiden Seiten regelt. Die vorige Konvention war aufgelöst worden, als die FSHCL die Zusammenarbeit mit dem "Conseil supérieur de la chasse" auf Eis gelegt hatte.

Der Jägerverband erhält auch in Zukunft eine staatliche finanzielle Unterstützung von 50.000 Euro pro Jahr. Im Gegenzug erklärt er sich damit einverstanden, eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen. Einerseits verpflichtet sich die FSHCL bei der Ausbildung der künftigen Jäger tätig zu sein. Darüber hinaus werden die Jäger dazu ermutigt, Daten über den Wildbestand zu sammeln.

Mehr Sensibilisierung

Andererseits wird der Jägerverband in Zusammenarbeit mit der Administration de la Nature et des Forêts (ANF) die Kommunikation nach innen und außen verbessern. Jäger und Bürger sollen besser über das Jagdgesetz informiert werden. Ziel ist es, potenzielle Konflikte im Zusammenhang mit der Jagd zu verhindern.

Des Weiteren werden ANF und FSHCL an einem Strang ziehen, um die Sicherheit im Rahmen der Jagdausübung zu verstärken. So sollen die Bürger z. B. mit Hilfe einer Broschüre Informationen über die Jagdperioden und die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen erhalten. Auch bleibt die FSHCL wachsam, dass ihre Mitglieder sich bei der Ausübung ihres Hobbys an die Vorschriften halten, sagte Marc Glesener, der Sprecher des Jägerverbandes.

Außerdem engagiert sich der Jägerverband künftig wieder an den Sitzungen des "Conseil supérieur de la chasse" teilzunehmen. Das Abkommen sieht auch eine Zusammenarbeit mit der "commission cynégétiques“ sowie der „commission d’examen pour les permis de chasse“ vor.

"Kein Kuhhandel"

Die Gespräche seien in einem guten Klima verlaufen, betonte Staatssekretär Gira. Die Abschaffung der Jagd sei nie ein Ziel gewesen. Es gehe lediglich darum, eine Jagd im 21. Jahrhundert zu organisieren, die dem neuen Jagdgesetz von 2011 gerecht werde und auf Nachhaltigkeit setze, so Gira.

Marc Glesener, der Pressesprecher des Jägerverbandes, bedankte sich bei Premierminister Xavier Bettel, der im Vorfeld der Verhandlungen eine wichtige Vermittlerrolle übernommen habe. FSHCL-Präsident Georges Jacobszeigte sich erfreut über die neue Partnerschaft, die dem Jägerverband eine Daseinsberechtigung gebe. Keineswegs handele es sich um einen "Kuhhandel". Die Konvention beinhalte Auflagen, die der Jägerverbad gerne erfüllen würde.

Dennoch ist zwischen den Jägern und der Regierung nicht alles im Lot. Bei den Verhandlungen über die neue Konvention wurden zwei Themen bewusst ausgeklammert. Beim Fuchsjagdverbot und beim generellen sechswöchige Jagdverbot im Frühling gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Der Jägerverband hat sogar rechtliche Schritte eingeleitet. Gira zeigte sich diesbezüglich gelassen. Es handele sich um einen normalen Vorgang in einem Rechtsstaat.


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