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Neue Homeoffice-Regelung im öffentlichen Dienst
Politik 2 Min. 17.10.2022
Telearbeit

Neue Homeoffice-Regelung im öffentlichen Dienst

Die Telearbeit hat dazu beigetragen, dass die Arbeit in den staatlichen Verwaltungen während der Pandemie weitergehen konnte.
Telearbeit

Neue Homeoffice-Regelung im öffentlichen Dienst

Die Telearbeit hat dazu beigetragen, dass die Arbeit in den staatlichen Verwaltungen während der Pandemie weitergehen konnte.
Foto: DPA
Politik 2 Min. 17.10.2022
Telearbeit

Neue Homeoffice-Regelung im öffentlichen Dienst

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Regierung und die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP haben sich auf eine Homeoffice-Regelung geeinigt. Sie wurde am Montag vorgestellt.

Die Regierung und die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP haben sich auf eine Homeoffice-Regelung geeinigt. Sie wurde am Montag von Marc Hansen, Minister für den öffentlichen Dienst, und Romain Wolff, Präsident der CGFP, vorgestellt. Das Regelwerk gilt für alle Agenten in den Ministerien, den staatlichen Verwaltungen und den öffentlichen Einrichtungen (établissements publics).  Mit der Regelung wird die Telearbeit im Berufsalltag fest verankert. „Die Staatsbediensteten warten mit großer Spannung auf diese Regelung“, sagte Romain Wolff.


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Die CGFP hatte drei zentrale Forderungen, die alle erfüllt wurden: Die Telearbeit ist freiwillig, niemand darf dazu gezwungen werden. Es gibt ein Recht auf Abschalten und es wird festgelegt, wo die Heimarbeit ausgeführt wird. Das muss nicht zwingend der Hauptwohnsitz sein. Heimarbeitende Beamten sind mit allen anderen, die an ihrem Dienstort ihrer Arbeit nachgehen, gleichgestellt, was zum Beispiel die Weiterbildung oder die Entwicklung ihrer Karriere betrifft. Referendare (Stagiaires) haben dieselben Rechte wie alle anderen Beamten. 

Das Homeoffice ist aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken.

Romain Wolff, CGFP-Präsident

Pflichten der Verwaltung

Jede Verwaltung muss festlegen, welche Posten für die Telearbeit infrage kommen und zusammen mit der Personaldelegation die organisatorischen Details in einem Dokument festhalten. Dieses Dokument muss innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der Regelung erstellt sein. Die Telearbeit muss angefragt und kann vom Verwaltungschef verweigert werden. Die Ablehnung muss allerdings begründet sein.

Laut Minister Hansen betrifft die Regelung etwa 15.000 Agenten in der Zentralverwaltung. Insgesamt gibt es 32.000 Staatsbedienstete, darunter auch Berufsgruppen, die ihre Arbeit nicht von zu Hause aus erledigen können wie Lehrer oder Polizisten.

Erst die Pandemie hat der Telearbeit den nötigen Boost gegeben.

Marc Hansen, Minister für den öffentlichen Dienst

Die Telearbeit wurde erstmals 2003 eingeführt und durch Artikel 19bis des Allgemeinen Statuts der Staatsbeamten geregelt, der besagt, dass der Verwaltungschef die Modalitäten zur Ausübung der Telearbeit festlegt. 2012 wurde ein großherzogliches Reglement auf den Weg gebracht, das laut Marc Hansen aber recht restriktiv war. 

So richtig in Fahrt kam das Homeoffice nie. Bei einem Pilotprojekt, das 2019 gestartet wurde, nahmen lediglich 160 Beamte teil. „Erst die Pandemie hat der Telearbeit den nötigen Boost gegeben“, sagte Hansen. Allerdings musste die Regierung das restriktive großherzogliche Reglement während der Pandemie aussetzen, da es zu viele Beamte ausgeschlossen hätte. Seither wird die Telearbeit durch Artikel 19bis geregelt. 


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Romain Wolff begrüßte, dass es zu einer Einigung gekommen ist. „Das Homeoffice ist aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken“, sagte er am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, steigere die Attraktivität des Staatsdienstes.

Im Gehälterabkommen vom März 2021 war die Ausarbeitung einer neuen Regelung festgehalten worden. Marc Hansen wird die großherzogliche Verordnung im November dem Kabinett vorlegen. 

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IPO , PK CGFP , Forderungen an die Regierung , Romain Wolff und Steve Heiliger , Coronakrise , Covid-19 , Sars-CoV-2 , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort