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Neue Flüchtlingsstrukturen in Luxemburg: Container-Dörfer in der Planung
Corinne Cahen: "Jeder Mensch, der in Luxemburg lebt, hat Recht auf Schutz."

Neue Flüchtlingsstrukturen in Luxemburg: Container-Dörfer in der Planung

Foto: Guy Jallay
Corinne Cahen: "Jeder Mensch, der in Luxemburg lebt, hat Recht auf Schutz."
Politik 2 Min. 01.09.2015

Neue Flüchtlingsstrukturen in Luxemburg: Container-Dörfer in der Planung

Seit zwei Monaten bereitet sich die Regierung auf einen möglichen Ansturm von Flüchtlingen vor. Das Haut-commissariat à la Protection nationale leistet dabei Hilfe.

(ml) - Europa ächzt unter dem Ansturm von Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Die Stadt Trier z.B. wird täglich mit rund 200 neuen Flüchtlingen konfrontiert. In Luxemburg ist die Lage derzeit noch nicht so angespannt. Dennoch bereitet sich die Regierung seit zwei Monaten auf einen möglichen Ansturm von Menschen vor, die auf der Flucht sind. Dies bestätigte Familienministerin Corinne Cahen RTL gegenüber.

Sie räumte ein, dass die zuständigen Stellen derzeit ein wenig unterbesetzt seien. Das Office luxembourgeois de l'accueil et de l'intégration (OLAI) sei damit beschäftigt, die Flüchtlinge im Alltag zu betreuen und könne deswegen keine großen Strategien ausarbeiten. Deshalb habe man das "Haut commissariat à la Protection nationale" (HCPN) um Hilfe gebeten, so Cahen.

Noch ist unklar, wo die Container errichtet werden

Das krisenerprobte Gremium wurde damit beauftragt, neue Strukturen zu planen, in denen Flüchtlinge untergebracht werden können. Dabei soll es sich nicht um Zeltstädte sondern um Container-Dörfer handeln. Die Regierung will somit gewappnet sein, wenn die Zahl der Menschen, die nach Luxemburg flüchten, rasant steigen sollte.

Unklar ist derzeit noch, wo diese Container-Dörfer bei Bedarf errichtet werden sollen. In zwei bis drei Wochen will Cahen diesbezüglich nähere Einzelheiten vorstellen. Außerdem sollen Maßnahmen ergriffen werden, um Personen zu begleiten, die bereit sind, privat bei sich Flüchtlinge aufzunehmen. Für diese spezifischen Fälle müssen Versicherungen abgeschlossen werden. Des Weiteren sollen die Flüchtlinge eventuell psychologisch betreut werden. Das Gleiche gilt für diejenigen, die ihnen Schutz bieten. 

Die politischen Jugendorganisationen Luxemburgs rufen am Dienstag in einem gemeinsamen Presseschreiben die nationale Politik und die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, endlich zu handeln, um die Tragödie zu beenden. Europa müsse ein Zeichen der Menschlichkeit setzen.

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