Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Neue Elternzeit: Nur Mut
Politik 09.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Familie und Beruf gut vereinbaren

Neue Elternzeit: Nur Mut

Mit dem neuen Elternurlaub können Mütter und Väter zwischen Auszeiten von ein paar Monaten an einem Stück, einer Teilzeitarbeit oder einzelnen freien Tagen entscheiden.
Familie und Beruf gut vereinbaren

Neue Elternzeit: Nur Mut

Mit dem neuen Elternurlaub können Mütter und Väter zwischen Auszeiten von ein paar Monaten an einem Stück, einer Teilzeitarbeit oder einzelnen freien Tagen entscheiden.
Foto: Shutterstock
Politik 09.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Familie und Beruf gut vereinbaren

Neue Elternzeit: Nur Mut

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Von den Arbeitgebern kommt Kritik, doch der OGBL sieht der Einführung des neuen Elternurlaubs gelassen entgegen. „Die Unternehmen werden sich im Gespräch mit den Eltern besser organisieren“, meint Gewerkschafter Carlo Pereira.

(BB) - Recht unaufgeregt blickt der OGBL auf die Reform des Congé parental und ruft die Unternehmen zugleich zu mehr Mut auf. „Ich glaube nicht, dass der Elternurlaub zu größeren Problemen in den Betrieben führt – im Gegenteil. Die Unternehmen werden sich im Gespräch mit den Eltern besser organisieren“, sagt der Gewerkschafter Carlos Pereira.

Die neuen flexiblen Elternzeiten seien durchaus zu handhaben. Die verschiedenen Auszeiten würden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und sie könnten insgesamt die Beziehung zum Betrieb stärken, betonen Arbeitnehmervertreter.

Gehe es nach den Gewerkschaften, könnte der neue Elternurlaub sogar ein Stück weit mehr Flexibilität bei den jeweiligen Modellen vorsehen.

"Durchaus machbar"

"Wir hätten uns grundsätzlich noch zusätzliche Varianten vorstellen können. Zum Beispiel drei Mal eine Auszeit von zwei Monaten. Was die Regierung nun zurückbehalten hat, ist für die Betriebe jedenfalls durchaus machbar“, meint der OGBL-Vertreter. 

Eine einfachere Handhabung hätten sich die Gewerkschaften jedenfalls bei den Teilzeit-Modellen an einem Stück gewünscht. Denn auch im neuen Gesetzentwurf wird eine Auszeit in Teilzeit an das vorherige Einverständnis des Arbeitgebers gebunden bleiben.

Eher verhalten hatten hingegen Arbeitgebervertreter reagiert. Sie befürchten Engpässe und Probleme im betrieblichen Alltag.

Soziale Verantwortung

Dass sich einige Betriebe im Vorfeld der Reform zieren, kann Carlos Pereira nicht nachvollziehen. „Die Betriebe müssen hier sozial verantwortlich handeln. Der neue Elternurlaub birgt Chancen für alle“, ruft er zum Umdenken auf. Neuen Situationen müsse man im Dialog und mit Lösungen begegnen. 

Kein Verständnis zeigt der OGBL allerdings für eine Erwartung des Patronats, die neuen Elternzeiten als Anlass für eine übergreifende Flexibilisierung der Arbeitszeiten zu nehmen. „Das eine hat gar nichts mit dem anderen zu tun“, dämpft Carlos Pereira die patronalen Anliegen.

Allgemeine Änderungen bei den Arbeitszeiten werden jedenfalls Thema einer Unterredung zwischen den Sozialpartnern und Ressortminister Nicolas Schmit am 18. Februar sein.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Regierung will die Elternzeit reformieren und stellt Müttern und Vätern flexiblere Formen in Aussicht. Kritik am Gesetzesprojekt kommt von den Arbeitgebern.
Betriebschef warnt vor Engpässen
„Wie soll das machbar sein?“, echauffiert sich Michel Sanna über die Reformpläne der Regierung. Der Betriebschef von acht Friseursalons spricht über die jetzigen Elternzeiten und Engpässe, wenn künftig flexible Auszeiten hinzukommen.
Michel Sanna ist Inhaber von acht Friseursalons. Er beschäftigt 90 Fachkräfte. Dabei sind 13 seiner Mitarbeiter zurzeit in Elternzeit.
Neue flexible Elternzeiten sollen eine Win-win-Situation für die Betriebe und die Beschäftigten sein. Das sagt die Handelskammer zur Reform des Elternurlaubs. Dabei weist die Berufskammer auch auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Flexibilität hin.
Der Gesetzestext zum Congé parental liegt zurzeit dem Parlament vor. Bevor der Text in Kraft tritt, müssen noch einige prinzipielle und praktische Fragen geklärt werden. Für die Beschäftigten und für die Betriebe.
Schaffen die Arbeitgeber das? Mit dem neuen Elternurlaub sollen die Mütter und Väter flexiblere Auszeiten beanspruchen können, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Flexibel sein bedeutet aus Sicht der Betriebe aber auch, die guten Arbeitsabläufe zu berücksichtigen.
Flexible Modelle: Mit dem neuen Congé parental sollen die Eltern während 20 Monaten zu 80 Prozent arbeiten können, oder vier Mal eine Auszeit von einem Monat nehmen können.
Die Reform des Congé parental sieht flexible Auszeiten für Eltern vor - vorausgesetzt der Chef spielt mit. Doch wie sollten die Arbeitgeber damit umgehen? Zwei Kommentare, zwei Meinungen. Von Bérengère Beffort und Kerstin Smirr.
Neue flexible Arbeitszeitmodelle klingen für die Eltern vielversprechend, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. In Wirklichkeit könnte der Anspruch darauf aber gar nicht so  einfach werden.
Familienministerin will Zeiten flexibler gestalten
Familienministerin Corinne Cahen will künftig beim Elternurlaub drei statt bisher zwei Modelle zur Auswahl stellen. Mütter müssen zur Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs zudem künftig kein Stillattest mehr vorlegen.
Junge Mütter bekommen bald vier Wochen Stillzeit angerechnet - ein ärztliches Attest brauchen sie nicht mehr.