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Lernen ohne Maske
Politik 3 Min. 02.09.2021
Neue Corona- Regeln für die Schulen

Lernen ohne Maske

Bildungsminister Claude Meisch und Gesundheitsministerin Paulette Lenert stellten am Donnerstag das neue Sanitärkonzept für die Schulen vor.
Neue Corona- Regeln für die Schulen

Lernen ohne Maske

Bildungsminister Claude Meisch und Gesundheitsministerin Paulette Lenert stellten am Donnerstag das neue Sanitärkonzept für die Schulen vor.
Foto: Anouk Antony
Politik 3 Min. 02.09.2021
Neue Corona- Regeln für die Schulen

Lernen ohne Maske

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Bildungsminister Claude Meisch und Gesundheitsministerin Paulette Lenert präsentieren das neue Sanitärkonzept für die Schulen. Der Unterricht soll möglichst reibungslos verlaufen.

Im neuen Schuljahr soll der Unterricht möglichst reibungslos stattfinden können, trotz Pandemie. Auf Fern- und Wechselunterricht will Bildungsminister Claude Meisch (DP) nur im äußersten Notfall zurückgreifen. Mehr noch, im Vergleich zum Schuljahr 2020 / 2021 soll es sogar einige Erleichterungen für die Schüler und die Lehrer geben. Meisch und Gesundheitsministerin Lenert (LSAP) sprechen von „einem Schritt in Richtung Normalität“.


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So wird es ab der Rentrée keine generelle Maskenpflicht in den Schulen mehr geben. Nur, wenn sie nicht an ihrem Platz im Klassensaal sitzen oder im Schultransport müssen die Schüler einen Mund-Nasenschutz tragen. Das sanitäre Konzept, das vom Bildungs- und vom Gesundheitsministerium über den Sommer gemeinsam ausgearbeitet wurde und das Meisch und Lenert gestern vorstellten, setzt vor allem auf die Impfung und auf Tests.

Zugutekommt ihnen dabei, dass mittlerweile 87 Prozent der Lehrkräfte geimpft sind, von den Zwölf- bis 18-Jährigen haben immerhin bereits 50 Prozent eine erste Impfung erhalten.

Zwei kostenlose Tests pro Woche

Die Idee, die dem neuen Sanitärkonzept zugrunde liegt, orientiert sich an der 3G-Regel des Covid-Check-Regime. Das Covid-Check übernehmen konnte und wollte man aber nicht: „Es gilt die Schulpflicht und die Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf Bildung. Wir können diejenigen, die weder geimpft noch genesen sind und sich auch nicht testen lassen wollen, nicht einfach vom Unterricht ausschließen“, so Minister Meisch gestern im Rahmen der Pressekonferenz.


Politik, briefing Lenert/Bettel, Xavier Bettel, Paulette Lenert Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
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Grundsätzlich sollen alle Schüler ab der Rentrée zweimal pro Woche getestet werden. In der Grundschule werden beide Schnelltests in der Schule durchgeführt, im Secondaire kann ein Test zu Hause gemacht werden. Die Tests sind natürlich weiterhin kostenlos.

Der Stufenplan, der bereits im vergangenen Schuljahr eingeführt worden war und der sich laut Bildungsminister Meisch bewährt hat, bleibt bestehen, allerdings mit einigen Anpassungen: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Wir bauen auf den Erfahrungen der vergangenen Monate auf“, so der Minister. Das Ziel: Der Unterricht soll trotz Infektionen weiterlaufen, außer es gibt eine Infektionskette von mehr als fünf positiven Fällen.

In den Szenarien 1 und 2, wenn also ein oder zwei positive Fälle in einer Klasse aufgetreten sind, gilt wieder Maskenpflicht. Kinder und Jugendliche, die geimpft oder genesen sind, müssen nicht in Quarantäne. Wer weder geimpft noch genesen ist, darf zwar weiter am Unterricht teilnehmen und auch weiterhin in die Maison relais gehen, muss aber ansonsten zu Hause bleiben, vorausgesetzt er lässt sich alle 48 Stunden testen. Die Teilquarantäne wird aufgehoben, wenn nach sechs Tagen ein negativer PCR-Test vorliegt. Die PCR-Tests sind kostenlos. 

Tests im Verdachtsfall gratis

Das gilt übrigens auch nach dem Inkrafttreten des neuen Covid-Gesetzes ganz allgemein für alle PCR-Tests, die im Verdachtsfall von einem Arzt verordnet werden. Nur wer sich einfach testen lässt, weil er an einer Veranstaltung teilnehmen oder verreisen will, muss die Kosten für den Test selbst tragen.

Bildungsminister Claude Meisch will nur im äußersten Notfall noch einmal auf Fernunterricht umstellen.
Bildungsminister Claude Meisch will nur im äußersten Notfall noch einmal auf Fernunterricht umstellen.
Foto: Anouk Antony

Treten zwischen drei und fünf Infektionen in einer Klasse auf (Szenario 3), gelten für geimpfte und genesene Schüler die gleichen Regeln wie in den Szenarien 1 und 2. Alle anderen dürfen nicht mehr am Unterricht teilnehmen und müssen in häusliche Quarantäne, die erst aufgehoben wird, wenn nach sechs Tagen ein negativer PCR-Test vorliegt.

Bei einer Infektionskette mit mehr als fünf Infizierten (Szenario 4) greifen strengere Regeln, die von dem Steuerungsausschuss „Covid-19 and Education“ nach eingehender Analyse ausgearbeitet werden. Die Kommission überwacht die Situation im Bildungsbereich übrigens das ganze Jahr über und wird, bei Bedarf, die Regeln auf lokaler, regionaler oder auf nationaler Ebene anpassen. Einerseits soll der Unterricht zwar unter möglichst normalen Bedingungen stattfinden, andererseits müsse man aber auch aufpassen, dass die Kinder und Jugendlichen die Pandemie nicht befeuern, warnte die Gesundheitsministerin.

Die neuen Regeln gelten für die Zyklen 2 bis 4 der Grundschule, für die Sekundarschulen sowie für die Kompetenzzentren. Im Zyklus 1 der Grundschule ändert sich nichts: Bei einem Infektionsfall werden die Kinder, die mit ihm in Kontakt waren, von den anderen getrennt. Ab Szenario 2 besteht eine Quarantänepflicht, ohne die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen. Auch die Kleinen werden zweimal pro Woche getestet. Für die Maison relais gilt die Maskenpflicht erst ab einer Gruppe von zehn Kindern. 

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