Nachhaltige Politik

Romain und Pierchen beim Kleeschen

Zwei Buben müssen sich vor der Institution des Kleeschen rechtfertigen.
Zwei Buben müssen sich vor der Institution des Kleeschen rechtfertigen.
Foto: Gerry Huberty

(ps) - Soziologen unterscheiden idealtypisch zwischen zwei Formen von Festen. Es gibt die traditionellen staatlichen Feste. Sie dienen zur Reproduktion der Herrschaftsverhältnisse. Etwa Nationalfeiertag. Und es gibt die traditionelle Feste, bei denen es für kurze Zeit zu einer Umkehr der Ordnungsverhältnisse kommt.  Das beste Beispiel ist Fastnacht. Amtsträger werden zu Narren, einfache Bürger kanzeln über Politiker.   

"Votum Klima" hat nun die Tradition des Kleeschen genutzt, um eine solche Umkehr zu erreichen. Und zwar ließ das Bündnis die beiden Minister Pierre Gramegna und Romain Schneider auf den Kleeschen treffen. Beide mussten sich vor dem alten, weißen Mann für ihre Politik rechtfertigen. Hinter des Kleeschens Kern versteckte sich natürlich das Bündnis.  Und da der Kleeschen bekanntermaßen allwissend ist, galt es für beide Minister absolut Ehrlichkeit zu zeigen.

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Und interessanterweise wirkte das Schauspiel: Der Kleeschen verteilte zunächst Lob, redete den beiden dann mit mahnender Stimme und strengem Blick ins Gewissen und "Romain und Pierchen" gelobten Besserung wie artige Buben.  

Konkret ging es um die Nachhaltigkeit der Luxemburger Politik. Das Bündnis  begrüßte dabei die Anstrengungen, den Luxemburger Finanzplatz nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Aber das Bündnis prangerte dennoch die Inkohärenzen an  - insbesondere beim Pensions- und Zukunftsfonds. So würden die staatlichen Fonds in Bereiche investieren, die die nachhaltigen Ziele, zu denen sich Luxemburg verpflichtet habe, unterwandern. Sprich: Man investiere etwa in Atomenergie, Kohle und Öl. 

Beide Minister zeigten sich dabei einsichtig: Minister Schneider sprach sich nicht gegen die Idee eines Ethikrates aus, wie Votum Klima es für den Pensionsfonds fordert. Man sei in Gesprächen. Zudem gäbe es bereits eine Exklusionsliste mit nicht nachhaltigen Unternehmen, die laufend aktualisiert werde. Pierre Gramegna verwies auf die neue Struktur des Zukunftsfonds. Man sei dabei zu prüfen, wie man ihn nachhaltiger gestalten könnte.

Jedenfalls schien Gramegena am Schluss erleichtert:  "Ech hat gefaart, nëmmen den Houseker ze gesinn" , sagte er und fügte hinzu: "You made my day." Und dann sangen alle gemeinsam "Léiwe Kleeschen".

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