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Nach schwerer Krankheit: Jean-Paul Harpes ist tot
Jean-Paul Harpes stand unter anderem der nationalen Ethikkommission vor.

Nach schwerer Krankheit: Jean-Paul Harpes ist tot

Foto: Jeff Wiltzius
Jean-Paul Harpes stand unter anderem der nationalen Ethikkommission vor.
Politik 28.07.2017

Nach schwerer Krankheit: Jean-Paul Harpes ist tot

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Der Ethiker und pensionierte Philosophie-Professor ist am Donnerstag im Alter von 83 Jahren verstorben.

(tom/ham) - Am Donnerstag ist Jean-Paul Harpes im Alter von 83 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Harpes war Professor für Philosophie am Centre Universitaire de Luxembourg und Vorsitzender der nationalen Ethikkommission. Seine Forschungsschwerpunkte waren theoretische Ethik, Theorie der Demokratie, Bioethik und Menschenrechte. Auf Radio 100.7 moderierte er Sendungen mit ethischen Fragestellungen. 

Harpes wurde 1934 in Luxemburg geboren. Er studierte an der Sorbonne in Paris, wo er 1957 promoviert wurde. 1969 begann er als Professor am Centre Universitaire, dessen Vizepräsident er ab 1987 für zehn Jahre war.

Als angesehener Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten über die ethischen Aspekte der modernen Demokratie und der Diskursethik war der Dozent auch im Ausland ein gefragter Mann. So war Jean-Paul Harpes seit 1988 u.a. Aufsichtsratsmitglied der Uni Metz sowie kurzzeitig auch Dozent an der Uni Salzburg.

Die spanische Sprache war eine von vielen Leidenschaften des Philosophen. In seiner Zeit am Centre Universitaire hat sich Harpes jahrelang für den „Cursillo europeo para profesores de español“ eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen renommierten europäischen Sprachkurs für Spanischprofessoren. Für dessen Bemühungen wurde er 1994 mit dem europäischen Preis „Alonso Quijano el Bueno“ ausgezeichnet.

Für Jean-Paul Harpes musste ein Philosoph ein treuer Freund der Weisheit und ein Anhänger der Wahrheit sein. Als denkendes Wesen müsse sich der Mensch in Mäßigung und Selbstbeherrschung üben. Es sei die Pflicht eines Philosophen, Stellung zu beziehen zu gesellschaftlichen Phänomenen und seine Taten seinen Prinzipien anzugleichen.