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Nach Parkland: Lehrer in Florida dürfen künftig Waffen tragen
Politik 3 2 Min. 02.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Nach Parkland: Lehrer in Florida dürfen künftig Waffen tragen

An der Marjory Stoneman Douglas High School wurden am 14. Februar 2018 17 Menschen erschossen.

Nach Parkland: Lehrer in Florida dürfen künftig Waffen tragen

An der Marjory Stoneman Douglas High School wurden am 14. Februar 2018 17 Menschen erschossen.
Foto: AFP
Politik 3 2 Min. 02.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Nach Parkland: Lehrer in Florida dürfen künftig Waffen tragen

Über ein Jahr nach dem Parkland-Massaker ändern sich die Waffengesetze - doch ob dies auch tatsächlich im Interesse der Schüler passiert, ist fragwürdig.

(dpa/SC) - Als Konsequenz aus dem Schulmassaker im US-Staat Florida vor einem Jahr mit 17 Toten sollen Lehrer dort künftig Waffen tragen dürfen. Das entschied das von den Republikanern dominierte Parlament in der Hauptstadt Tallahassee nach einer hitzigen Debatte, wie die Zeitung "Miami Herald" am Mittwochabend berichtete.


Munition Kugel Gewehr Waffe Gewalt Feuerwaffe Patrone Kaliber (Shutterstock)
Kinder oder Knarren
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Der Gesetzentwurf geht nun an Gouverneur Ron DeSantis, der schon zuvor seine Unterstützung signalisiert hatte. Ein bereits kurz nach dem Massaker in Parkland nördlich von Miami verabschiedetes Gesetz hatte Lehrer vom Waffentragen während des Dienstes bisher ausgenommen.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass an Schulen und Hochschulen Menschen durch Schüsse getötet werden. In Parkland, Florida, erschoss ein Todesschütze am 14. Februar 2018 an der Parkland Highschool 14 Schüler und drei Erwachsene.

Das Parkland Massaker löste in den USA eine Schülerbewegung aus, die sich unter dem Namen "March for Our Lives" für striktere Waffengesetze einsetzte. Überlebende von Parkland gehörten zu ihren lautesten Sprachrohren und visierten vor allem die einflussreiche amerikanische Waffenlobby "NRA" an.

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Trotzdem laufen Bemühungen für schärfere Waffengesetze seit Jahren ins Leere, weil die Republikaner dagegen sind. US-Präsident Donald Trump ist dafür, dass Lehrer im Klassenzimmer Schusswaffen tragen und sprach sich bereits kurz nach dem Parkland-Massaker für solch umstrittene Maßnahmen aus. 


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Aaron Feis, der Football Coach an der Parkland High School, kam ums Leben, als er Schüler von dem Kugelhagel abschirmen wollte. "Wenn der Coach eine Waffe in seinem Spind gehabt hätte, (...) hätte er den Schützen erschießen können und das wäre das Ende des Angriffs gewesen", so Trump nach der Attacke. Später stellte sich heraus, dass es an der Parkland High School bereits einen bewaffneten Wachmann gab, doch dieser bekam nicht die Gelegenheit, dem Schützen gegenüberzutreten.

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Der Präsident verkündete kürzlich bei einer Veranstaltung der Waffenlobby-Organisation NRA in Indianapolis, in 30 Bundesstaaten sei die Bewaffnung von Lehrpersonal inzwischen bereits erlaubt.


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In Florida müssen Lehrer und andere Mitarbeiter dem Artikel im "Miami Herald" zufolge zunächst vom zuständigen Schulbezirk für ein entsprechendes Programm - das "Guardian Program" - angemeldet werden, um ein Training im örtlichen Sheriffbüro zu durchlaufen. Einige Schuldirektoren sagten aber bereits, ihr Personal nicht bewaffnen zu wollen. Professionelles Sicherheitspersonal und nicht Lehrer sollten für Sicherheit sorgen, zitierte die Zeitung Alberto Carvalho vom Schulbezirk Miami-Dade.

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Gründe für diese Kritik sind vielfältig.  So gab es im vergangen Jahr bereits an einigen Schulen Unfälle mit Feuerwaffen -im März 2018 alleine drei innerhalb von nur 48 Stunden. Ein Sicherheitsbeamter an einer Schule in Virginia schoss versehentlich durch eine Wand in einen Klassenraum. An einer anderen Schule schloss weiterer Wachmann seine Dienstwaffe nicht richtig ab, so dass ein Grundschulkind sie fand. Ein Lehrer in Kaliforniern, der seinen Schülern einen Waffensicherheitskurs gab, schoss bei der Demonstration versehentlich mehrmals in die Decke. Drei Schüler wurden durch fallenden Schutt verletzt.

Doch nicht nur die erhöhte Unfallgefahr macht Schulen Sorgen. Sie könnten auch mit ihren Versicherungen Probleme bekommen. Einige Versicherungsfirmen haben bereits angekündigt, Schulen mit bewaffnetem Lehrpersonal nicht decken zu wollen.


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