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Nach Pannenserie in belgischen Atomkraftwerken: Gira trifft belgischen Vizepremier
Politik 28.12.2015

Nach Pannenserie in belgischen Atomkraftwerken: Gira trifft belgischen Vizepremier

Bereits vor zwei Jahren demonstrierten Greenpeace-Umweltaktivisten für die Schliessung des AKW Tihange.

Nach Pannenserie in belgischen Atomkraftwerken: Gira trifft belgischen Vizepremier

Bereits vor zwei Jahren demonstrierten Greenpeace-Umweltaktivisten für die Schliessung des AKW Tihange.
Foto: Greenpeace
Politik 28.12.2015

Nach Pannenserie in belgischen Atomkraftwerken: Gira trifft belgischen Vizepremier

Die luxemburgische Regierung äußert Bedenken darüber, dass das AKW Tihange bei Lüttich den Sicherheitsbedenken entspricht. Staatssekretär Gira führt demnächst in Belgien Gespräche auf höchster Ebene.

(ml) - Belgien betreibt sieben Atomreaktoren an zwei Standorten. Vier davon befinden sich in Doel nahe Antwerpen, drei weitere sind in Tihange bei Lüttich angesiedelt. Beide Standorte haben in den vergangenen Tagen erneut für negative Schlagzeilen gesorgt. Tihange liegt rund 100 Km vom Großherzogtum entfernt.

Die luxemburgische Regierung beobachtet den Weiterbetrieb der beiden Anlagen weiterhin kritisch. Camille Gira, Staatssekretär im Nachhaltigkeitsministerium, trifft am 18. Januar den belgischen Vizepremier und Innenminister Jan Jambon in Brüssel, um über die Sicherheit der Reaktoren in Tihange zu diskutieren.

Auch Vertreter des luxemburgischen Gesundheitsministeriums sowie Abgeordnete und Mitglieder des "Comité national d'action contre le nucléaire" werden an der Unterredung teilnehmen. Luxemburg habe bereits mehrmals auf höchster Ebene seine Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsmängel geäußert, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung.

Verlängerung der Laufzeit

Außerdem hat Umweltministerin Carole Dieschbourg einen Rechtsexperten damit beauftragt, das Arsenal an europäischen Rechtsvorschriften in Bezug auf die belgischen und französischen Atomanlagen zu überprüfen. Die drei Reaktoren in Tihange, die nur anderthalb Stunden Autofahrt von Luxemburg entfernt liegen, wurden vor rund 40 Jahren in Betrieb genommen. Ihre Laufzeit wurde vor kurzem bis 2023 bzw. 2025 verlängert.

Erst am Samstag ging Reaktor 1 des AKW Tihange wieder ans Netz. Eine Woche zuvor hatte sich der Reaktor automatisch abgeschaltet, nachdem ein Brand in einer elektrischen Schalttafel entstanden war. Nach Angaben der Betreiberfirma Electrabel war das Feuer im nicht-nuklearen Teil der Anlage.

Am 25. Dezember hatte sich in einem anderen belgischen Atomkraftwerk ein weiterer Zwischenfall ereignet. In Doel bei Antwerpen war ein Reaktor wegen eines Wasserlecks abgeschaltet worden. Der Reaktor war erst seit fünf Tagen wieder am Netz. Trotz Proteste wurde Doel wieder hochgefahren.



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