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Nach dem Brexit-Votum: Gramegna: "Nicht nur Vorteile für Luxemburg"
Politik 29.06.2016

Nach dem Brexit-Votum: Gramegna: "Nicht nur Vorteile für Luxemburg"

Laut Pierre Gramegna lassen sich die Auswirkungen des Brexits erst in einigen Jahren bemessen.

Nach dem Brexit-Votum: Gramegna: "Nicht nur Vorteile für Luxemburg"

Laut Pierre Gramegna lassen sich die Auswirkungen des Brexits erst in einigen Jahren bemessen.
Foto: Lex Kleren
Politik 29.06.2016

Nach dem Brexit-Votum: Gramegna: "Nicht nur Vorteile für Luxemburg"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Der Schock des Brexits sitzt noch allen tief in den Knochen: Dennoch räum Finanzminister Pierre Gramegna ein, dass das britische Votum auch Vorteile für Luxemburg haben wird.

(ml) - Derzeit könne man nicht genau abschätzen, welche wirtschaftlichen Auswirkungen der Brexit haben wird. Dies sagte Finanzminister Pierre Gramegna am Mittwochmorgen auf RTL Radio. Erst in fünf oder zehn Jahren sei man in der Lage, die wirklichen Konsequenzen zu bemessen.

Im Vorfeld des britischen Referendums hatte Gramegna bekräftigt, er würde es schade finden, falls die Briten der Europäischen Union den Rücken kehren würden, da sie ein wichtiger Partner Luxemburgs seien. Nach dem "No" der Briten müsse man nun Ruhe bewahren und das Beste daraus machen, so der Finanzminister: "Es ist wie bei einer Scheidung - eine einvernehmliche Lösung ist immer von Vorteil."

Keineswegs sollte man dazu neigen, die Briten für ihr Votum zu bestrafen, unterstrich Gramegna. Premierminister Xavier Bettel, der derzeit am EU-Gipfel teilnimmt, habe ihm bestätigt, dass es in Brüssel diesbezüglich eine breite Mehrheit der Vernunft gebe, so Gramegna.

Kein Wettlauf mit der City in London

Obwohl Großbritannien auch in Zukunft ein Finanz- und Handelspartner sowie ein Nato-Alliierter bleibe, zeichne sich bereits jetzt ab, dass der Brexit einige Nachteile für die Insel nach sich ziehen werde, betonte Gramegna: "Beim gemeinsamen Binnenmarkt kann man sich nicht nur die Rosinen herauspicken." Ähnlich wie die Schweiz werde auch das Vereinigte Königreich den totalen Zugang zum Binnenmarkt verlieren, was für Luxemburg von Vorteil sei. Einige Finanzinstitute könnten das Großherzogtum verstärkt als ein Standbein in der Eurozone nutzen.

Trotz des Brexits werde sich der luxemburgische Finanzplatz keinen Wettlauf mit der City in London liefern. Ziel sei es nicht, dem Bankenplatz London, Business wegzunehmen. Der Finanzminister erinnerte daran, dass London bislang ein bedeutender Partner war, wenn es darum ging, die Interessen von Finanzplätzen in der Europäischen Union zu verteidigen. Künftig müsse Luxemburg auf die britische Unterstützung verzichten. Dies werde keine einfache Angelegenheit werden, so Gramegna.

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