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Nach Armenien-Votum: Türkei ruft Botschafter aus Luxemburg zurück
Der türkische Botschafter in Luxemburg Salim Levent Sahinkaya.

Nach Armenien-Votum: Türkei ruft Botschafter aus Luxemburg zurück

Foto: Marc Wilwert
Der türkische Botschafter in Luxemburg Salim Levent Sahinkaya.
Politik 07.05.2015

Nach Armenien-Votum: Türkei ruft Botschafter aus Luxemburg zurück

Nachdem die Abgeordnetenkammer einen Entschließungsantrag zum Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 angenommen hat, protestiert die Türkei auf diplomatischem Weg. Für Außenminister Jean Asselborn kommt der Schritt indes nicht überraschend.

(AFP/CBu/rar/jag) - Die Türkei hat ihren Botschafter aus Luxemburg zur Berichterstattung nach Ankara zurückgerufen. Wenige Stunden zuvor hatte die "Chamber" eine Motion angenommen, in der die Massentötungen an Armeniern im Ersten Weltkrieg als Völkermord bezeichnet werden.

Die Regierung in Ankara hatte zuletzt ihre Gesandten im Vatikan und in Österreich zurückbeordert. "Wir verurteilen die unfaire Resolution des Luxemburger Parlaments und lehnen sie strikt ab. Sie verstellt die historischen Fakten und die Gesetze", erklärte das türkische Außenministerium.

Zugleich wurde die Luxemburger Botschafterin in Ankara, Arlette Conzemius, ins Außenministerium einbestellt. Der Türkische Botschafter in Luxemburg hatte die Abgeordneten vor der Abstimmung am Mittwoch in einem Schreiben gewarnt, dass ein Votum für die Motion "den ausgezeichneten Beziehungen beider Länder nicht dienlich" sein würde.

Außenminister Asselborn: "Keine Überraschung"

Für Außenminister Jean Asselborn kommt dieser Schritt nicht überraschend. Gegenüber dem "Luxemburger Wort" spricht er von einer in der Diplomatie "üblichen" Protestaktion. Asselborn erwartet demnach nicht, dass sich die bilateralen Beziehungen zur Türkei dadurch wesentlich verschlechtern werden. Man sei gegenseitig aufeinander angewiesen und deshalb weiterhin bemüht, die strategische Partnerschaft mit Ankara zu pflegen und auszubauen.


Bereits nach dem Votum in der Chamber hatte der Außenminister, wie auch Vertreter aller Parteien, betont, dass die Initiative des Luxemburger Parlaments "kein feindlicher Akt" gegenüber dem türkischen Volk oder der Regierung in Ankara sei. Man müsse die historischen Tatsachen anerkennen, sich gleichzeitig aber für eine Versöhnung zwischen Türken und Armeniern einsetzen.



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