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"Eine wichtige Säule der Bildung"
Politik 3 Min. 23.07.2021
Musikunterricht

"Eine wichtige Säule der Bildung"

Musikunterricht

"Eine wichtige Säule der Bildung"

Politik 3 Min. 23.07.2021
Musikunterricht

"Eine wichtige Säule der Bildung"

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Die Reform des Musikunterrichts soll allen Jugendlichen den Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Angebot ermöglichen.

  „Die Musik ist eine wichtige Säule der Bildung“. So lautet die Einschätzung von Bildungsminister Claude Meisch (DP). Am Donnerstag präsentierte er zusammen mit Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) und Sycicol-Präsident Emile Eicher (CSV) ein neues Reformpaket, mit welchem der Stellenwert des Musikunterrichts auf kommunalem Niveau gestärkt werden soll. Übergeordnetes Ziel des Programms: allen Jugendlichen den Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Unterrichtsangebot ermöglichen.


Piano
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Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens stellt das neu eingeführte kostenlose Angebot für Minderjährige in den ersten Jahren des Musikunterrichts bis zum Diplom des ersten Zyklus dar. Von dieser Maßnahme würden rund zwei Drittel der aktuell über 18 000 eingeschriebenen Musikschüler hierzulande profitieren, so Meisch. Für das verbleibende Drittel, das weiterhin die Kosten für entsprechende Kurse tragen müsse, ist darüber hinaus eine Deckelung der Preise auf 100 Euro pro Kurs und Schuljahr vorgesehen. Hiermit sollen in erster Linie starke Preisschwankungen zwischen den Gemeinden, wie sie heute noch existieren, unterbunden werden.

Finanzielle Barrieren überwinden

Damit auch Kindern aus einkommensschwächeren Familien der Zugang zum Musikunterricht verstärkt ermöglicht werden kann, sollen bereits bestehende Unterstützungsmaßnahmen ausgeweitet werden. Demnach sollen einerseits die Kriterien für eine entsprechende Unterstützung angepasst und das Höchstalter der Schüler von aktuell 14 auf 18 Jahre angehoben werden.

Ein weiterer Aspekt der Reform bezieht sich auf die finanzielle Unterstützung der Kommunen, denen die Regierung zukünftig stärker zur Seite stehen wird. Insgesamt ist geplant, die Leistungen von aktuell 18 auf dann 28 Millionen Euro hochzufahren, die Übernahme der Ausfälle, die durch die Einführung des kostenlosen Musikunterrichts anfallen, mit inbegriffen. Die Grundidee der Neuausrichtung ist, die finanzielle Unterstützung in Zukunft an die Anzahl der Unterrichtsminuten pro Schüler zu koppeln. Somit würden die staatliche Zuschüsse transparenter und berechenbarer, was den Gemeinden wiederum mehr Planungssicherheit ermögliche, so die Einschätzung Meischs, der auch Syvicol-Präsident Eicher zustimmte. In Kraft treten sollen alle Maßnahmen ab dem Schuljahr 2022/2023.

Lehrbeauftragte im Musikunterricht bekommen nun die Aufwertung ihrer Karriere, die sie auch verdient haben

Taina Bofferding (LSAP), Innenministerin

Darüber hinaus wies der DP-Politiker darauf hin, dass seit Januar des vergangenen Jahres auch die finanzielle Beteiligung des Bildungsministeriums beim Bau oder der Renovierung von Musikschulen gestiegen sei. Hätte dieser Anteil früher meist zwischen acht und 18 Prozent gelegen, würden nun 25 Prozent der Investitionen in die entsprechende kommunale Infrastruktur vom Ministerium getragen.

Aufwertung der Lehrbeauftragten

Zudem sollen Musik-Lehrbeauftragte in Zukunft eine Aufbesserung ihres Gehalts erfahren. Dies sei das Ergebnis einer Vereinbarung mit den Gewerkschaften ACEN und FGFC, wie es Innenministerin Taina Bofferding erläuterte. „Lehrbeauftragte im Musikunterricht bekommen nun die Aufwertung ihrer Karriere, die sie auch verdient haben“, so die LSAP-Politikerin. 


Musikunterricht mit Hürden
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Demnach soll das Gehalt der Lehrbeauftragten künftig am jeweiligen Abschlussgrad ausgerichtet werden und im Schnitt um über neun Prozent steigen, dies unabhängig von der jeweiligen Erfahrung oder dem Dienstalter der Betroffenen. Die Maßnahme gilt demnach für alle Lehrbeauftragten im Musikunterricht. Hiermit sollen auch Ungleichheiten gegenüber anderen beruflichen Laufbahnen auf kommunaler Ebene in Zukunft vermieden werden. Die neuen Anpassungen der Gehälter sollen ab dem ersten Januar 2023 gelten.

Auch soll ein Bachelor-Abschluss künftig als Voraussetzung gelten, um Musikunterricht zu erteilen, ein entsprechender Studiengang wird auch an der Universität Luxemburg angeboten werden, so Meisch. Darüber hinaus verwies Bofferding darauf, dass im Zuge der Vereinbarung mit den Gewerkschaften festgehalten wurde, dass alle Lehrbeauftragten eine zusätzliche Ausbildung mit dem Schwerpunkt Pädagogik und einer Dauer von 60 Stunden absolvieren sowie im weiteren Verlauf der beruflichen Laufbahn an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen müssen. 

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