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Musikschulen wollen den richtigen Ton treffen
Politik 2 Min. 11.02.2015 Aus unserem online-Archiv
Wegfallende Chèques-services

Musikschulen wollen den richtigen Ton treffen

Zur Rentrée 2016 sollen die Änderungen bei den Chèques-services greifen, laut Bildungsminister Claude Meisch.
Wegfallende Chèques-services

Musikschulen wollen den richtigen Ton treffen

Zur Rentrée 2016 sollen die Änderungen bei den Chèques-services greifen, laut Bildungsminister Claude Meisch.
Foto: Claude Hartz
Politik 2 Min. 11.02.2015 Aus unserem online-Archiv
Wegfallende Chèques-services

Musikschulen wollen den richtigen Ton treffen

Zur Rentrée 2016 will die Regierung die Gutscheine für den Musik- und Sportunterricht streichen. In einer ersten Reaktion, will die UGDA - als Vertreter der Musikschulen - den richtigen Ton treffen mit einem Mix aus Verständnis und Erwartungen.

(BB) - Kleine Musik- und Sportfreunde kommen bald nicht mehr in den Genuss der Chèques-services. Anlässlich der Reform des Jugendgesetzes werden die aktuellen Vergünstigungen für Kinder bis zwölf Jahren verschwinden.

Die UGDA könnte sich als Dachverband der Musikvereine über die Streichung beschweren -  doch sie schlägt subtilere Töne an. „Die Änderungen bei den Chèques-services beruhen auf neuen Qualitätsstandards für die Kinderbetreuung. Das hat nichts mit dem Musikunterricht an sich zu tun. Wir sind dem Kulturministerium unterstellt, und so kommt es für uns darauf an, wie die Zuschüsse nun anders budgetiert werden können“, meint der Direktor der UGDA-Musikschule, Paul Scholer, auf Nachfrage hin.

Paul Scholer hofft, dass die Anliegen der Musikschulen bei den anstehenden Gesprächen übers Commissariat à l'enseignement musical Gehör finden werden. Denn eigentlich ist noch offen, wie die finanziellen Mittel an die Musik- und Sportvereine zurückfließen könnten. Am Dienstag hatte Bildungsminister Claude Meisch erklärt, sich mit den zuständigen Ressortministerien zusammensetzen zu wollen.

Soziale Auswirkungen

In den Genuss der Chèques-services für Sport- und Musikaktivitäten kommen Kinder, deren Eltern weniger als den 3,5-fachen Mindestlohn verdienen. Paul Scholer macht auf die sozialen Aspekte aufmerksam. „Wenn die Gelder anders ausgerichtet werden, dann sollte man auch die Auswirkungen für weniger bemittelte Familien berücksichtigen“, gibt der UGDA-Direktor zu bedenken.

Seit der Schulrentrée 2009/2010 finanzieren die Dienstleistungsschecks über die klassischen Betreuungsangeboten hinaus auch die Musik- und Sportaktivitäten. Im Schuljahr 2012/2013 haben rund 1.300 Schüler der UGDA-Musikklassen die Chèques-services beansprucht. Das entspricht 26 Prozent der Schülerschaft.

Dann kam es zu einer Teilreform der Chèques-services mit strengeren Modalitäten. 2014 beantragten noch 18 Prozent der Familien die Gutscheine für den musikalischen Unterricht.

Gelder in einen anderen Topf platzieren

Auch der COSL, der die Sportsvereine vertritt, warnt vor neuen Konsequenzen durch eine völlige Streichung. Er drängt auf neue Unterstützungsformen. „Es muss einen festen Willen geben, neue Maßnahmen auszuarbeiten, damit die Vereine keine Einbußen erleiden“, sagt Generalsekretär Daniel Dax.

Genug Sport und Bewegung für die Kinder sei gerade ein Thema, an dem man eng mit dem Sportministerium zusammenarbeite, so Daniel Dax weiter. Die Arbeit der Vereine müsse entsprechend anerkannt werden.


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