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Mouvement Ecologique über Google: „Grünes Wachstum nur ein Schlagwort“
Rechtfertigt die Ansiedlung von Google den Flächenverbrauch in Bissen? Eine von mehreren Fragen des Mouvement Ecologique.

Mouvement Ecologique über Google: „Grünes Wachstum nur ein Schlagwort“

Pierre Matgé
Rechtfertigt die Ansiedlung von Google den Flächenverbrauch in Bissen? Eine von mehreren Fragen des Mouvement Ecologique.
Politik 04.10.2017

Mouvement Ecologique über Google: „Grünes Wachstum nur ein Schlagwort“

Eric HAMUS
Eric HAMUS
Der „Mouvement Ecologique“ ist derzeit weder für noch gegen eine Ansiedlung von Google in Luxemburg. Allerdings werfe das Projekt einige grundsätzliche Fragen auf, meint die Umweltorganisation.

Der „Mouvement Ecologique“ will sich zu diesem Zeitpunkt weder für noch gegen eine Ansiedlung von Google am Standort Luxemburg aussprechen. Allerdings wolle man die Gelegenheit nutzen, einige grundsätzliche Fragen in diesem Zusammenhang aufzuwerfen. Das schreibt die Naturschutzorganisation in einer Mitteilung an die Presse.

Die Regierung betone immer wieder, dass sie nicht auf ein quantitatives, sondern ein qualitatives Wachstum setze. Dabei stelle sich jedoch die Frage, was die Regierung unter diesem Begriff versteht. Vor allem da stets auch von „grünem Wachstum“ die Rede sei. Es entstehe aber der Eindruck, dass es sich dabei eher um ein Schlagwort handele, als dass es mit klaren Zielen und Vorstellungen belegt sei, kritisiert der „Méco“.

Nun werde von der Regierung immer wieder angeführt, dass die Ansiedlung von Google und ähnlichen Firmen mit der Schaffung recht weniger Arbeitsplätze verbunden sei, jedoch einen hohen finanziellen Mehrwert ergeben. Im Falle von Google wären dies die Direktinvestitionen über 3 Milliarden Euro. Die Umweltorganisation will sich aber nicht erschließen, was nun der mittel- und langfristige Nutzen für die Luxemburger Wirtschaft sein soll. Dies sei bislang kaum erklärt worden.

Dies sei umso erstaunlicher, da sich das Großherzogtum gegen eine Besteuerung der Umsätze im Internetbereich wehre. „Ist Luxemburg somit erneut Bremser einer gerechteren Besteuerung, damit unsere Nischenpolitik in diesem Entwicklungsbereich für Luxemburg nicht in Frage gestellt wird?“, fragt sich der „Mouvement Ecologique“. Außerdem stelle sich in Zeiten des Klimaschutzes die Frage, ob es Luxemburg wirklich zur Ehre gereicht hat, dank niedrigerer Energiepreise neue Betriebe anzulocken.

In diesem Zusammenhang führt die Umweltorganisation noch weitere ökologisch-ökonomische Bedenken an. So verfüge das Land über eine äußerst begrenzte Fläche. Deshalb wundere man sich, dass nunmehr derart viel Fläche für eine einzelne Firma frei gemacht werden soll. Vor allem da die Ansiedlung mit der Schaffung von recht wenigen Arbeitsplätzen einher geht.

Bei all diesen Fragen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sie in einer transparenten Gesellschaft offen angesprochen werden, heißt es weiter im Schreiben. Eine solche Diskussion dürfte kein politisches Tabu darstellen. „Im Gegenteil“, so der „Mouvement Ecologique“. „Wenn Politik in erster Linie Gestaltung der Zukunft bedeuten soll, dann gilt es sich solchen Diskussionen offen und ehrlich zu stellen.“

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