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Monica Semedo äußert sich erstmals öffentlich zu Mobbingvorwürfen
Politik 2 Min. 15.02.2021

Monica Semedo äußert sich erstmals öffentlich zu Mobbingvorwürfen

Die liberale Europaabgeordnete Monica Semedo wurde Mitte Januar für zwei Wochen suspendiert.

Monica Semedo äußert sich erstmals öffentlich zu Mobbingvorwürfen

Die liberale Europaabgeordnete Monica Semedo wurde Mitte Januar für zwei Wochen suspendiert.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 15.02.2021

Monica Semedo äußert sich erstmals öffentlich zu Mobbingvorwürfen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Sie hatte angekündigt, sich öffentlich zu ihrer Suspendierung als Europaabgeordnete zu äußern. Am Montag nahm Monica Semedo im RTL-Interview Stellung.

In einem am Montag aufgezeichneten Interview auf RTL nahm die Europaabgeordnete Monica Semedo Stellung zu den Mobbingvorwürfen und zu den Gründen ihres Austritts aus der DP. 


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Mobbingvorwürfe: Monica Semedo nimmt Stellung
In einer Tribune libre legt die EU-Abgeordnete Monica Semedo ihre Sicht der Dinge vor. Sie entschuldigt sich bei ihren ehemaligen Assistenten und übt Kritik an ihrer früheren Partei.

In dem Interview gab Semedo ihr Fehlverhalten gegenüber ihren Assistenten zu. „Mein Verhalten war nicht immer adäquat. Deshalb habe ich die Sanktion auch angenommen. Ich stehe für meine Fehler ein und werde sie in Zukunft nicht wiederholen“, so die 36-Jährige. Details zu den Vorwürfen aber wollte sie „aus rechtlichen Gründen“ nicht preisgeben.

Semedo nahm ihre Arbeit als Europaparlamentarierin im Oktober 2019 auf. Ende Januar 2020 haben ihre drei Assistenten gekündigt. Semedo erklärte im Interview, die Parteispitze sei von Anfang an über die Situation informiert gewesen. Sie habe Parteipräsidentin Corinne Cahen im Dezember 2019 über ihre Probleme in Kenntnis gesetzt. Sie habe auch ihren Kollegen, den Europaabgeordneten Charel Goerens, über ihre Probleme informiert, ebenso habe Premierminister Xavier Bettel Bescheid gewusst. Sie habe ihn im März 2020 angerufen, um ihn um Rat und Hilfe zu bitten. 

Als Opfer wolle sie sich allerdings nicht darstellen. „Ich habe die Fehler gemacht und ich stehe dafür ein“, so die junge Europaabgeordnete. Aber die Partei habe Bescheid gewusst. „Wie ernst sie die Dinge genommen hat, kann ich nicht bewerten.“  


IPO , DP Europakongress , Europawahlen 2019 , Centre Culturel Walferdingen , Spitzenkandidatin Monica Semedo Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Bruch mit der DP

Monica Semedo war am 18. Januar 2021 von EU-Parlamentspräsident David Sassoli für zwei Wochen suspendiert worden. Nach der Suspendierung hielt die DP sich zunächst bedeckt und maß der Angelegenheit keine große Bedeutung bei. Monica Semedo habe ihre Fehler eingesehen und sich entschuldigt. Damit sei die Sache „abgeschlossen“, meinte Generalsekretär Claude Lamberty, der sich als erster zum Fall geäußert hatte.   

Die Partei geriet allerdings zunehmend unter Druck. Der Weisenrat sollte über die Mitgliedschaft der jungen Europaabgeordneten in der DP entscheiden. Darauf hatte sich Semedo mit den Mitgliedern des Exekutivkomitees in einer Videositzung geeinigt. Doch es kam anders. 

Monica Semedo trat aus der DP ausnachdem die Parteispitze ein Video veröffentlicht und damit laut Semedo gegen die Abmachung, die Angelegenheit bis zur Entscheidung des Weisenrats vertraulich zu behandeln, verstoßen habe. 


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In dem in den sozialen Medien veröffentlichten Video distanziert sich die Parteispitze von Monica Semedo. Sie habe erkannt, dass sie den Rückhalt, den sie noch vor einer Woche gehabt habe, nun nicht mehr hatte. Außerdem wäre sie gerne über das Video vorab informiert gewesen.

Einen Rücktritt als Europaabgeordnete habe sie nicht in Erwägung gezogen. „Ich habe meine Fehler eingestanden, indem ich die Sanktion angenommen habe. Ich habe mich mit viel Leidenschaft engagiert. Ich habe meine Prioritäten und möchte mich weiterhin für meine Prioritäten und die Menschen, die mich gewählt haben, einsetzen“, so Semedo. Sie sitzt als unabhängiges Mitglied der Fraktion „Renew Europe“ im EU-Parlament.  

Am Freitag hatte sich die Europaabgeordnete in einer freien Tribüne im Magazin „Paperjam“ zu den Vorwürfen und zu ihrer Partei geäußert.  

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