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Miteinander oder aneinander vorbei?: Sieben Umfrageergebnisse zum Ausländerwahlrecht
Politik 2 Min. 07.06.2015

Miteinander oder aneinander vorbei?: Sieben Umfrageergebnisse zum Ausländerwahlrecht

Das Ausländerwahlrecht ist die Frage, die das Land am meisten entzweit. Demokratiedefizit, Wahlrecht, Wahlpflicht und Spannungen zwischen Ausländern und Luxemburgern in sieben Umfrageergebnissen.

(mt) - Der Luxemburger und seine Ausländer. Das Ausländerwahlrecht ist die Frage, die das Land am meisten entzweit. Demokratiedefizit, Wahlrecht, Wahlpflicht und Spannungen zwischen Ausländern und Luxemburgern in sieben Umfrageergebnissen.

  • Miteinander oder aneinander vorbei? Laut einer Umfrage von TNS-Ilres im Auftrag der Wochenzeitung "Le Jeudi" sind 54 Prozent der Befragten der Meinung, dass Luxemburger und Ausländer im Großherzogtum nur aneinander vorbei leben. Nur 44 Prozent sind der Meinung, dass es ein echtes Zusammenleben in Luxemburg gibt. Dieses Gefühl des "Lebens aneinander vorbei" ist am stärksten ausgeprägt bei den Wählern, die gesagt haben, sie würden im Referendum gegen das Ausländerwahlrecht stimmen. 62 Prozent sind dieser Meinung.
  • Politische Partizipation mit oder ohne Wahlrecht? 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es keine politische Partizipation in einem Land gibt, in dem man über kein Wahlrecht verfügt. Diesen Standpunkt nehmen natürlich die befragten Ausländer (82 Prozent) und auch die Ja-Sager (86 Prozent) stärker ein als die Einheimischen (58 Prozent) und die Nein-Wähler (48 Prozent) in der Referendumsfrage zum Ausländerwahlrecht.
  • Demokratiedefizit ja oder nein? Da das Parlament derzeit nur von einer knappen Hälfte der erwachsenen Einwohnerschaft gewählt wird, verspüren laut TNS-Ilres-Umfrage 66 Prozent der Befragten ein Demokratiedefizit in Luxemburg. Von den Luxemburgern sind allerdings nur 51 Prozent dieser Meinung, von den Ausländern 85 Prozent. Die Meinung, es gebe ein Demokratiedefizit, ist stärker ausgeprägt bei den Befragten mit höherer Bildung und bei den Arbeitnehmern im Privatsektor (71 Prozent versus 62 Prozent bei Staatsbeamten). 90 Prozent der Ja-Wähler bei der Referendumsfrage zum Ausländerwahlrecht sind dieser Meinung, von den Nein-Wählern sind es nur 29 Prozent.
Dass es ein Demokratiedefizit in Luxemburg gibt, diese Meinung wird nicht von allen Luxemburgern geteilt.
Dass es ein Demokratiedefizit in Luxemburg gibt, diese Meinung wird nicht von allen Luxemburgern geteilt.
Foto: Anouk Antony
  • Wie gut sind die Wähler informiert? Nur 9 Prozent der Befragten geben an, dass sie die Zahl der potenziellen neuen Wähler, die bei einem Ausländerwahlrecht zur aktuellen Wählerschaft hinzu stoßen werden, nicht kennen. 42 Prozent glauben, es könnten bis zu 30.000 sein, 47 Prozent schätzen die Zahl auf mehr als 40.000.
  • Identitätswandel für Luxemburg? 55 Prozent der Befragten sehen einen Identitätswandel in Luxemburg, sollte das Ausländerwahlrecht kommen. 44 Prozent nicht. Vor allem bei den Nein-Wählern in der Referendumsfrage zum Ausländerwahlrecht ist diese Auffassung stark ausgeprägt (86 Prozent).
  • Wenn ein Ausländerwahlrecht, dann auch eine Wahlpflicht? 70 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass auch für die Ausländer Wahlpflicht gelten sollte. Bei den befragten Ausländern sind es sogar 75 Prozent, die dieser Meinung sind.

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