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Mit Solarenergie gegen den Klimawandel
Politik 2 Min. 10.09.2019

Mit Solarenergie gegen den Klimawandel

Der Ausbau der Solarenergie ist zentraler Bestandteil dafür, dass Luxemburg seine Klimaziele erreicht.

Mit Solarenergie gegen den Klimawandel

Der Ausbau der Solarenergie ist zentraler Bestandteil dafür, dass Luxemburg seine Klimaziele erreicht.
Foto: Ingo Wagner/dpa
Politik 2 Min. 10.09.2019

Mit Solarenergie gegen den Klimawandel

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Luxemburg hinkt im Bereich der erneuerbaren Energien weiter hinterher. Der zuständige Minister Claude Turmes präsentierte am Dienstag nun mehrere Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken. Dabei soll vor allem die Solarenergie stärker gefördert werden.

Die Zahlen lassen zunächst aufhorchen: die durch Windanlagen erzeugte Energie erfuhr zwischen 2008 und 2018 eine Steigerung von über 400 Prozent, bei der Stromzufuhr aus der Solarenergie sind es gar mehr als 500 Prozent. Diese Zahlen täuschen jedoch; global betrachtet sieht die Realität anders aus: insgesamt betrug der Anteil erneuerbarer Energien im vergangenen Jahr hierzulande nur 6,4 Prozent, was Luxemburg somit im EU-weiten Vergleich zum Schlusslicht macht. 

Zielsetzung in Gefahr

Vor allem das Ziel, im Jahr 2020 bereits elf Prozent der luxemburgischen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu generieren, ist in Gefahr. Ob es dennoch erreicht werden kann, hängt laut Turmes vor allem davon ab, ob der Bau neuer Windanlagen auch nach Plan voranschreiten kann. Für realistische Prognosen sei es aktuell jedoch noch zu früh. 

Neben den Windanlagen stellt vor allem die Solarenergie eine zentrale Säule der Energiewende dar. Nach einem zunächst starken Aufschwung habe es in den vergangenen zwei Jahren jedoch eine Stagnation bei der Errichtung neuer Photovoltaikanlagen gegeben, so Turmes. Dies sei vor allem der Preisdegression der Solaranlagen geschuldet, durch die Investoren abgeschreckt würden. 

Solarenergie fördern

Damit die Solarenergie hierzulande wieder neuen Schwung erhält, plant das Energieministerium nun neue Maßnahmen. So soll es zu neuen Ausschreibungen für den Bau großer Solaranlagen kommen. Bei größeren Projekte könnte der Wettbewerb zwischen mehreren Anbietern Vorteile mit sich bringen, so der Grünen-Politiker. In Bezug auf kleinere Anlagen soll jedoch weiter an einem staatlich festgelegten Preismuster festgehalten werden. Auch solle die Selbstversorgung mit Solarenergie bessergestellt werden. 


22.03.11 Windpark Kehmen,Heischent, Windrad,gruener Strom,erneuerbare Energie.Foto:Gerry Huberty
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Mangelndes Interesse seitens der Bevölkerung stelle jedenfalls kein Problem dar, so der ehemalige EU-Abgeordnete. Dies zeige sich nicht nur anhand der hohen Teilnehmerzahlen bei entsprechenden Informationsversantaltungen, sondern auch daran, dass bereits mehr als 700 Anfragen zur Errichtung neuer Photovoltaikanlagen ,mit einem Gesamtpotenzial von über 50 Megawatt, eingegangen sind. Dies könne die Energieversorgung von rund 33.000 Menschen mit Solarenergie sicherstellen. 

Der Bau neuer Anlagen konzentriere soll sich dabei auf vier unterschiedliche Standorttypen; neben der Errichtung auf Gebäudedächern und in Industrieparks sollen auch überdachte Parkplätze und kleinere Gewässer wie beispielsweise Kühlteiche mit Solarzellen versehen werden. 

Energieeffizienz steigern

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien sei jedoch vor allem die Verbesserung der Energieeffizienz in Luxemburg essentiell. Als Beispiel nannte Turmes den Verkehr, der hierzulande für rund 60 Prozent der verbrauchten Energie verantwortlich ist. Ein Wert, der den aller anderer EU-Staaten weit übertrifft. 

Auf die rezenten Abgänge mehrerer Mitarbeiter im Energieministerium angesprochen, beteuerte Turmes, es habe sich hierbei lediglich um persönliche Entscheidungen von vereinzelten Leuten gehandelt. Sorgen mache er sich jedoch keine. 


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