Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Mit Basis-Check besser orientieren
Politik 2 Min. 05.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Mit Basis-Check besser orientieren

Wir müssen mehr ausbilden, heißt es von den Berufskammern. Immer mehr Arbeitnehmer kommen aus dem Ausland.

Mit Basis-Check besser orientieren

Wir müssen mehr ausbilden, heißt es von den Berufskammern. Immer mehr Arbeitnehmer kommen aus dem Ausland.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 05.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Mit Basis-Check besser orientieren

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Das Handwerk ist ein attraktiver und dynamischer Sektor. Es braucht aber auch Nachwuchs. Vorschläge, wie man Ausbildung und Orientierung der Schüler verbessern kann, unterbreiteten gestern die Handwerker- und die Arbeitnehmerkammer. Ihr "Basic-check" bietet ein gutes Werkzeug.

Da sag mal noch einer, das Handwerk habe keinen goldenen Boden: 75 Prozent der Schüler mit abgeschlossener Berufsausbildung haben spätestens nach vier Monaten eine Anstellung, 90 Prozent nach drei Jahren einen unbefristeten Vertrag. Die Zahl  der Betriebe und ihrer Angestellten steigt beständig. 7.250 Betriebe und 84.500 Arbeitnehmer zählt der Sektor heute - 100 Prozent mehr Betriebe und 150 Prozent mehr Beschäftigte als noch 1990. Und dennoch: "Der Wert unserer Arbeit wir nicht immer anerkannt", beklagte Tom Oberweis, Präsident der Handwerkskammer am Montag.

"Wir brauchen eine Gleichstellung der Allgemein- und der Berufsausbildung, indem wir die Berufsausbildung aus ihrer abgeschiedenen Ecke herausholen und die allgemeinen und die techno-manuellen Kompetenzen  im Orientierungsprozess als gleichwertig betrachten", forderte er denn auch. Die Laufbahnen im Handwerk müssten zudem für Bachelor und Masterstudien geöffnet werden, betonte er. Mehr Durchlässigkeit bei der Qualifikation ist hier das Zauberwort, das die Schweizer schon länger beherrschen. Man sollte sich ihr Motto "Kein Abschluss ohne Anschluss" zu eigen machen.

Berufsausbildung ist Standortpolitik

Für Oberweis ist die Berufsausbildung auch Arbeitsmarktpolitik und Standortpolitik: "Wir sind mit unseren Betrieben hier in Luxemburg, bilden hier für Luxemburg aus und laufen auch nicht fort. Unsere Mitarbeiter kommen aber zunehmend aus dem Ausland, wo sie auch ausgebildet wurden. Wir verlieren die Hoheit in der Ausbildung", mahnte er. Es gebe genug Potenzial, um Leute aus Luxemburg einstellen zu können.

Die Berufsausbildung sei wichtig für Luxemburg, müsse attraktiv sein und über den Meister hinaus Türen aufmachen, befand auch der Präsident der Arbeitnehmerkammer, Jean-Claude Reding. "Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Schüler mit 15 oder 16 Jahren schon eine Entscheidung treffen müssen - das darf keine Sackgasse für sie sein."  Der von den beiden Berufskammern entwickelte "Basic-check" bleibt das Herzstück der künftigen Orientierung: 

Der "Basis-check" in diesem Jahr für alle 5ème-Schüler

Vor der Berufsentscheidung soll einem Lehrling mit dem "Basic-check" ein Test angeboten werden, der ihm hilft, den richtigen Weg für eine Lehre einzuschlagen. Der "Basic-check" wurde vor zwei Jahren von den beiden Berufskammern auf den Weg gebracht und wird seither in Pilotprojekten getestet. Er dauert fast drei Stunden und  zeigt dem Schüler auf, wo seine Stärken liegen.  Zwischen dem 26. März und dem 30. April wird er nun an allen Lyzeen des Landes jedem Schüler einer 5ème gratis angeboten.

Zur Verbesserung der Berufsausbildung  schlugen die beiden Kammern weitere Maßnahmen vor.

Es müsste mehr positiv in Richtung Berufsausbildung orientiert werden: Individuelle, koordinierte und von Spezialisten begleitete Orientierungsprozesse, auf die es einen Anspruch geben muss.

- Die Anforderungen an die Berufsausbildung müssten neu gewichtet werden und der Digitalisierung Rechnung tragen.

- Das Angebot müsste diversifiziert und ergänzt werden und es müsste ein Stufenmodell für die verschiedenen Diplome bis hin zum Master vorsehen.

- Auch im öffentlichen Sektor müsste mehr Berufsausbildung auf allen Niveaus angeboten werden.

- Die Öffentlichkeit müsste über die Berufsausbildung und ihre Chancen besser informiert werden.






Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Der Ministerrat befasste sich am Freitag mit der Reform der Reform der Berufsausbildung. Ein zentraler Punkt ist die Wiedereinführung des Punktesystems.
Die Berufsausbildung sorgt seit der großen Reform im Jahr 2008 immer noch für Probleme.
ECG und LAM erweitern Schulangebot
Zwei Schulen bieten in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg professionelle Bachelorausbildungen an, das ECG in Buchhaltung und Steuerrecht, das LAM im Bereich Animation. Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in diesen Bereichen ist hoch.
Der Luxemburger Zeichentrickfilm Mr. Hublot gewann 2014 einen Oscar.
Berufsausbildung
An der Berufsausbildung wurde schon viel herumgeschraubt. Am Mittwoch kündigte Bildungsminister Claude Meisch weitere Reformschritte an, die dazu beitragen sollen, die Berufsausbildung aufzuwerten und die Erfolgschancen der Berufsschüler zu verbessern.
Um der Berufsausbildung zu einem besseren Stellenwert und Image zu verhelfen, greift das Bildungsministerium auf die Erfahrung des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsausbildung zurück.
Berufsausbildung im Handwerk
Die Handwerkerkammer und der Handwerkerverband fordern eine tiefgreifende Reform der Berufsausbildung, um den Fachkräftemangel im Handwerk zu beheben. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag legten sie ihre Forderungen dar.
Bauarbeiter, Baustelle, Bauen, Wirtschaft, Arbeit, ACHTUNG !! ATTENTION !! : DIESE BILDER DUERFEN NUR FUER SAINT-PAUL PRODUKTE VERWENDET WERDEN / CES IMAGES SONT POUR UNE UTILISATION EXCLUSIVE DANS LES PRODUITS SAINT-PAUL / JEDE ANDERWEITIGE NUTZUNG BEDARF DER VORHERIGEN ZUSTIMMUNG / POUR TOUTE AUTRE UTILISATION IL FAUT IMPERATIVEMENT DEMANDER UNE AUTORISATION AU PREALABLE / CONTACT : ROMAIN REINARD OU LE PHOTOGRAPHE DE L`IMAGE,