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Mission Mullah
Politik 15.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Offizieller Besuch im Iran

Mission Mullah

Mars Di Bartolomeo: der Chamberpräsident auf dem Weg zu einer heiklen Auslandsmission.
Offizieller Besuch im Iran

Mission Mullah

Mars Di Bartolomeo: der Chamberpräsident auf dem Weg zu einer heiklen Auslandsmission.
Guy Jallay
Politik 15.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Offizieller Besuch im Iran

Mission Mullah

Delikate Mission für Chamberpräsident Mars Di Bartolomeo: Am Wochenende wird er mit einer Abgeordnetendelegation zu einem offiziellen Besuch im Iran erwartet.

(mas) - Hinfahren? Nicht hinfahren? Diese Frage stellte sich dem luxemburgischen Parlamentspräsidenten nach dem jüngsten Kräftemessen zwischen Iran und Saudi-Arabien.

Für Mars Di Bartolomeo stand nach Rücksprache mit dem Außenministerium schnell fest, dass ein Rückzieher keine Option sei. Nur im Dialog könne die Lage beruhigt und die Region befriedet werden, erklärt der Parlamentspräsident seine Entscheidung.

Stein des Anstoßes im iranisch-saudischen Konflikt: Das Regime in Riad ließ den schiitischen Geistliche Nimr-al Nimr hinrichten.
Stein des Anstoßes im iranisch-saudischen Konflikt: Das Regime in Riad ließ den schiitischen Geistliche Nimr-al Nimr hinrichten.
AFP

Die Beziehungen zwischen Riad und Teheran haben sich zu Jahresbeginn dramatisch verschlechtert. Nachdem Saudi-Arabien 47 Menschen hinrichten ließ, darunter einen schiitischen Geistlichen, griffen aufgebrachte Iraner die saudische Botschaft in Teheran an.

Beide Regime, die Scheichs in Riad und die Mullahs in Teheran, liefern sich derzeit ein Kräftemessen um die Vorherrschaft im Mittleren Osten; der konfessionelle Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten spielt dabei eine zentrale Rolle. Zur Befriedung der Region sind indes beide Staaten als Stabilitätsfaktoren notwendig.

Darüber hinaus ist Teheran nach dem Atomabkommen vom vergangenen Jahr bemüht, seine Beziehungen zur westlichen Welt zu normalisieren. In diesem Prozess will Luxemburg mitwirken.

Mars Di Bartolomeo betont, dass es gerade vor dem Hintergrund der Ende Februar stattfindenden Parlamentswahlen im Iran nun wichtig sei, die moderaten Kräfte im Land zu unterstützen. Man dürfe das Risiko einer Rückkehr reaktionär-konservativer Kräfte, die die Uhren wieder zurückdrehen wollen, nicht unterschätzen.

Moderate Kräfte unterstützen

Dialog bedeutet für Di Bartolomeo nicht, dass brisante Themen ausgeklammert werden. "Wir werden den Besuch auch nutzen, um über die Todesstrafe, Menschenrechte und Minderheitenschutz zu sprechen." Nach Dafürhalten des Chamberpräsidenten könnten diese Aspekte auch deshalb thematisiert werden, weil Luxemburg im Iran als ehrlicher Makler gelte.

Darüber hinaus sei Luxemburg aufgrund seiner zentralen Lage in Europa und wegen seines Finanzplatzes und des Know-hows im Umgang mit islamischen Finanzmodelle  ein interessanter Partner für Teheran.



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