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Missbrauch: Kardinal Hollerich fordert Runden Tisch
Politik 20.12.2019

Missbrauch: Kardinal Hollerich fordert Runden Tisch

Erzbischof Jean-Claude Hollerich wurde im Oktober im Vatikan zum Kardinal ernannt.

Missbrauch: Kardinal Hollerich fordert Runden Tisch

Erzbischof Jean-Claude Hollerich wurde im Oktober im Vatikan zum Kardinal ernannt.
Foto: Lex Kleren
Politik 20.12.2019

Missbrauch: Kardinal Hollerich fordert Runden Tisch

Aus Fehlern der Vergangenheit lernen: Jean-Claude Hollerich äußerte sich am Freitag in einem Interview über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

(jt) - Im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen muss Luxemburg mehr tun. Das forderte Kardinal und Erzbischof Jean-Claude Hollerich am Freitag bei RTL Radio Lëtzebuerg. Hollerich sprach sich für die Einberufung eines Runden Tisches zum Thema aus, an dem auch Missbrauchsopfer teilnehmen sollen.

Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen betreffe nicht nur die Kirche, sondern auch Schulen oder auch Sportvereine, so Hollerich. Zwischen 2011 und 2018 wurden 24 Missbrauchsfälle bei der Kontaktstelle des Erzbistums gemeldet. "Es gab keinen neuen Fall nach 2011, soweit ich weiß." 

"Päpstliches Geheimnis" aufgehoben

Er begrüßte, dass Papst Franziskus am Dienstag das "secret pontifical" bei kirchlichen Strafrechtsverfahren wegen Sexualdelikten aufgehoben habe. Dadurch können Missbrauchstaten von Klerikern auch auf zivil- und strafrechtlichem Wege verfolgt werden. Durch das strenge "päpstliche Geheimnis" wurden Ermittlungen in der Vergangenheit stark erschwert. Viele Opfer warten bis heute auf Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. "Dass Kinder und Jugendliche als Objekt missbraucht werden und ihre Leben kaputt gemacht werden, ist etwas, was mich wirklich erschüttert", meinte Hollerich.


Minister Pierre Gramegna, Kardinal  Jean-Claude Hollerich, Botschafter Shigeji Suzuki und Parlamentspräsident Fernand Etgen (v.l.n.r)
Auszeichnung für Kardinal Hollerich
Japan würdigt die Verdienste von Kardinal Jean-Claude Hollerich bei der Völkerverständigung zwischen Luxemburg und dem Land der aufgehenden Sonne.

Der Kardinal, der auch Präsident der EU-Bischofskommission COMECE ist, äußerte sich bei RTL auch zur europäischen Flüchtlingspolitik. "Ich finde es unmöglich, dass wir Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen. Dass sich die Politik aus Angst vor rechten Parteien nicht mehr traut, etwas dagegen zu machen, darf nicht hingenommen werden." Die EU müsste einen "Marshall-Plan" für Afrika ausarbeiten, um Flüchtlingen Zukunftsperspektiven zu bieten. Hollerich lobte in diesem Zusammenhang Außenminister Jean Asselborn (LSAP): "Er ist ein Mann mit einem guten Herz, der wirklich hilft."


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