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Ministerrat: Luxemburg ist auf Ebola vorbereitet
Politik 2 Min. 03.09.2014 Aus unserem online-Archiv

Ministerrat: Luxemburg ist auf Ebola vorbereitet

Mit Spezialambulanzen werden Ebola-Verdachstfälle ins "Centre Hospitalier" transportiert.

Ministerrat: Luxemburg ist auf Ebola vorbereitet

Mit Spezialambulanzen werden Ebola-Verdachstfälle ins "Centre Hospitalier" transportiert.
Guy Jallay
Politik 2 Min. 03.09.2014 Aus unserem online-Archiv

Ministerrat: Luxemburg ist auf Ebola vorbereitet

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch hat im Pressebriefing nach dem Ministerrat Details über den Luxemburger Ebola-Notfallplan bekannt gegeben. Bisher gab es in ganz Europa noch keinen bestätigten Fall.

(jag/TL) - Die Luxemburger Regierung hat einen Notfallplan ausgearbeitet, falls eine Person mit Ebola-Symptomen auf unserem Staatsgebiet angetroffen werden würde. Demnach würde eine spezielle Prozedur ablaufen, die zusammen mit den anderen EU Staaten ausgearbeitet wurde. Mit in die Diskussion einbezogen wurden das Zollamt, die Polizei, die Krankenhäuser und Ärzte, die Air Rescue sowie die Flughafenverwaltung.

Sollte eine infektionsverdächtige Person am Flughafen Luxemburg auftauchen, würden zuerst die Sanitärinspektion und Luxairport informiert werden. Zwei spezialisierte Ambulanzwagen, die in Luxemburg und Düdelingen stationiert sind, können die erkrankte Person dann  ins Centre Hospitalier bringen. Hier kann der Betreffende dann im "Service nationale des maladies infectieuses", dem einzigen seiner Art in Luxemburg, behandelt werden. Zwei Fachärzte sind hier zuständig, die eigentliche Diagnose muss in einem hochspezialisierten Labor erfolgen. Zwei Laboratorien des CRP kämen mit einer gewissen technischen Nachrüstung hierfür in Frage. Das nächstgelegene Referenzlaboratorium befindet sich in Lyon.

Auch die Personen, die in direktem Kontakt mit dem potenziell Infizierten standen, werden beobachtet, sie bleiben drei Wochen zu Hause in ständigem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden. Bei ersten verdächtigen Symptomen wird dann auch diese Person eingeliefert und behandelt.

Luxemburg setzt aber vor allem auf die Zusammenarbeit mit spezialisierten Einrichtungen im Ausland, im Augenblick wird noch über eine Verlegung solcher Patienten in die Kliniken nach Straßburg und Düsseldorf verhandelt. Die Anzahl von Spezialisten und die technische Infrastruktur sind dort einfach überlegen.

Gesundheitsministerin Lydia MUTSCH  mit der Generaldirektorin der WHO, Dr Margaret CHAN.
Gesundheitsministerin Lydia MUTSCH mit der Generaldirektorin der WHO, Dr Margaret CHAN.
Teddy Jaans

Die Gesundheitsministerin erklärte denn auch, dass bisher kein bestätigter Fall von Ebola in Europa festgestellt worden sei. Luxemburgische Staatsbürger, die in eines der fünf betroffenen Länder einreisen, sollen die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen beachten. In den letzten fünf Monaten wurde allerdings nur ein einziges Visum für diese Länder ausgestellt.  

"Entwarnung"

Das Gesundheitsministerium gibt aber zugleich "Entwarnung": Das Risiko, dass das Virus sich bis nach Luxemburg ausbreiten könnte, sei als vernachlässigbar einzustufen. Anders als die Grippe oder etwa die Tuberkulose, könne Ebola sich nicht auf dem Luftweg verbreiten.

Als gefährdet gelten lediglich Personen, die sich in den vergangenen drei Wochen in einer der Risikozonen aufgehalten haben, und die zudem mit Kranken im Kontakt gewesen seien. Zudem weisen Ebola-Patienten immer eine Fiebertemperatur von über 38,5 Grad auf. Panikreaktionen seien also keinesfalls angebracht.

Luxemburg will seine internationale Hilfe aufstocken, auch die Beiträge an die Weltgesundheitsorganisation WHO werden um 100 000 Euro angehoben.  

     

     


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