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Ministerin Cahen: Wohnraum hat Priorität: Tausend Freiwillige wollen Flüchtlingen helfen
Politik 3 Min. 10.09.2015

Ministerin Cahen: Wohnraum hat Priorität: Tausend Freiwillige wollen Flüchtlingen helfen

Die Integrationsministerin Corinne Cahen begrüßte die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Weilerbach.

Ministerin Cahen: Wohnraum hat Priorität: Tausend Freiwillige wollen Flüchtlingen helfen

Die Integrationsministerin Corinne Cahen begrüßte die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Weilerbach.
Foto: Guy Jallay
Politik 3 Min. 10.09.2015

Ministerin Cahen: Wohnraum hat Priorität: Tausend Freiwillige wollen Flüchtlingen helfen

Den Flüchtlingen in Luxemburg schwappt eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Hunderte Bürger haben bei der Flüchtlingsbehörde Olai ihre Hilfe angeboten.

(vb/stb) - Den Flüchtlingen in Luxemburg schwappt eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Hunderte Bürger haben bei der Flüchtlingsbehörde Olai ihre Hilfe angeboten.

Dort kommt man kaum nach, die vielen Helfer zu registrieren. Von der Berichterstattung der Medien in den letzten Wochen haben sich viele Luxemburger persönlich angesprochen gefühlt. Viele Hundert Menschen haben sich bei der Flüchtlingsbehörde Olai und den anderen Hilfsorganisationen wie dem Luxemburger Roten Kreuz und der Caritas gemeldet.

Das Angebot übersteigt derzeit ganz klar die Nachfrage“, heißt es vom Olai. Besonders in den letzten Tagen sei die Behörde von einem Ansturm der Hilfsbereitschaft regelrecht überrollt worden. „Die Leute bieten ihre Hilfe in vielen Bereichen an. Von Kinderbetreuung, Sprachunterricht, Hilfe bei Hausaufgaben für Schüler bis hin zu künstlerischen Projekten war alles dabei“, sagt eine Behördensprecherin gegenüber dem Luxemburger Wort.

Derzeit ist ein Team dabei, die vielen Angeboten in eine Datenbank einzutragen. „Wir können derzeit keine Freiwilligen mehr annehmen, aber wir kommen gerne in nächster Zeit auf die Angebote zurück“, heißt es. Integrationsministerin Corinne Cahen sagte am Donnerstagmorgen auf RTL Radio Lëtzebuerg, dass die Hilfe nicht punktuell sondern jahrelang benötigt werde.

Am Dienstag kamen rund 50 syrische Flüchtlinge im Centre Héliar an.
Am Dienstag kamen rund 50 syrische Flüchtlinge im Centre Héliar an.
Foto:Guy Jallay

Wohnraum dringend gesucht

„Es wäre schön, wenn die Welle der Großzügigkeit dauerhaft anhalten würde“, sagt die Olai-Sprecherin. Ganz klare Priorität hat nun der Wohnraum für Flüchtlinge. Einige Eigentümer von Grundstücken, Privatzimmern, leerstehenden Wohnungen und sogar Häusern hätten sich gemeldet und wollten diese für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Die Kosten übernimmt in diesem Fall dann der Staat.

Ministerin Corinne Cahen sagte, es stelle sich jetzt zunehmend das Problem einer angemessenen Unterbringung.

Zurzeit sei noch genügend Platz vorhanden, um die Menschen unterzubringen. Ab Oktober könnte sich diese Situation aber zuspitzen. Wenn der derzeitig massive Ansturm von Flüchtlingen anhält, werden die Kapazitäten schnell erschöpft sein.

"Die optimale Lösung wäre beispielsweise ehemalige Hotels, die bereits eine gewisse Grundausstattung besitzen, zur Verfügung zu stellen. Im Notfall müssen die Menschen in Containern untergebracht werden. Es ist wichtig, die angekommenen Flüchtlinge, wenn möglich an nur wenigen Standorten unterzubringen, um eine effiziente Betreuung zu gewährleisten", so Corinne Cahen gegenüber RTL am Donnerstagmorgen.

Ankunft nach langer Odyssee

Die Flüchtlinge waren erleichtert, endlich angekommen zu sein nach einer sehr langen und beschwerlichen Reise. Ihnen blieb keine andere Möglichkeit, als die Flucht anzutreten, nachdem ihre Häuser bombardiert worden waren. "Diese Menschen haben Unvorstellbares erlebt. Es gibt zum Beispiel den Fall eines kleinen Jungen, der selbst mit ansehen musste, wie sein Bruder bei einem Luftangriff ums Leben kam", so die Ministerin.

Sprachliche Integration funktioniert gut

Die sprachliche Integration funktioniert nach Angaben der Ministerin sehr gut. Viele Menschen aus Syrien sprechen Englisch, und auch die bereits vor einem Jahr angekommenen Flüchtlinge würden sehr schnell Luxemburgisch, Deutsch und Französisch lernen.

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